Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Sonntag, 18. Dezember, 6.35 Uhr

Schon ein bisschen gestöbert. In der Mailbox, in der erste WBI-Lösungen eingetroffen sind, bei Bild online, auf Facebook, bei sid und dpa. Und im eigenen Archiv, denn schon seit Trumps Kandidatur denke ich immer wieder einmal, da war doch mal was, doch dann vergesse ich es wieder. Jetzt daran gedacht und gefunden, vielleicht präsentabel für die Montagsthemen, in Zusammenhang mit Calmund, Cuban und Bruchhagen. Ja, wirklich.

Hübsch auch, was ich auf dem Zu-Lesen-Stapel etwas weiter unten gefunden habe, ein Interview mit einer Schriftstellerin und Skifahrerin im Hoch-und-Breitglanz-Magazin der FAZ. Da fällt auch etwas für die Kolumne ab, sogar auch für die folgende (OWW).

Mehr noch beschäftigt mich aber ein anderes Magazin, das der Zeit. Es lässt mich in meine eigenen Abgründe schauen. Auf 12 Seiten werden Nachwuchspolitiker der AfD vorgestellt. Gut gemacht, gut geschrieben und die eigene Meinung der Zeit-Autoren (Jörg Burger und Jana Simon) nur vergleichsweise dezent andeutend. Meine dürfte eine ähnliche sein, wahrscheinlich noch negativer, da mir die ganze Art und das Milieu unangenehm sind. Aber nun zu meinem eigenen Abgrund: Wenn die jungen AfDler ihre Gründe nennen, die sie zur AfD gebracht haben, und sie mit meinen außersportlichen Themen in den Kolumnen vergleiche, von Arabellion bis Flüchtlings-Ursünde, dann entdecke ich furchterregende Übereinstimmungen. Kalt läuft es mir über den Rücken, wenn ich daran denke, was herauskommen würde, wenn ich einen Wahlomat befragte. So was soll ja im Internet zu finden sein. Ob ich es mal versuche? Könnte böse enden, zumal ein Wahlomat meine grundsätzliche Abneigung (Art der Leute und ihr Milieu) sicher nicht in seine Wertung miteinbezieht. Meine Abneigung nicht nur gegen alles Nationalistische, sondern auch Nationale bis hin zu Volksmusiksendungen und  Schunkel-Gemütlichkeit machen mich zwar immun, aber ansonsten packt mich, wenn ich in den Dschungel meiner Abgründe schaue und wie Joseph Conrads Sergeant Kurtz im “Herz der Finsternis” lande,  in Kurtz’ letzten Worten  ”das Grauen, das Grauen …”

Apocalypse now? This is the end, my friend? Ich kapere den Hubschrauber der Doors, und mit dem magisch-eindringlichen Ton der Hubschrauberrotoren fliehe ich aus meinem Herzen der Finsternis. Denn als positiver Mensch bleibe ich nicht im Grauen stecken. Grün ist die Hoffnung, grün ist der Weihnachtsbaum, und grün ist die Farbe des Jahres 2017. Genau gesagt: “Greenery”, die Farbe des Laubes im Frühjahr. Ist schon gekürt, echt und ehrlich!

Meine Farbe ist jetzt milchkaffeebraun. KKKK, und die Welt verliert für ein Weilchen ihr Grauen.

Baumhausbeichte - Novelle