Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Paul-Ulrich Lenz: Flachseelen

Wie schön, Sie einmal bei einer winzigen Entscheidungsschwäche zu erwischen.Wie ist es denn nun richtig: Sind es schnöselbürschlingsglatte Flachseelen oder  schnöselbürschlingsglatte Fachseelen des Neoliberalismus?  Oder macht das fehlende oder überschüssige l keinen Unterschied? So ist es ja manchmal: wir sind hochdifferenziert, aber es kommt auf das immer Gleiche hinaus.

Was den Wachstumsfetischismus angeht, da haben Sie recht. In den 80er Jahren bin ich von einer sehr großen, PS-starken Familienkutsche auf ein eher kleine Auto umgestiegen. Ich sehe heute noch das völlig entsetzte Gesicht meines Auto-Verkäufers, der mich mahnte: “So etwas macht man doch nicht. Das ruiniert doch die Gesellschaft,” Meine flapsige Antwort: “Na und? So etwas mache ich.”
Als Pfarrer, der in anderen Währungen rechnet, kann man sich das leisten. (Paul-Ulrich Lenz, Pfr.i.R./Schotten)

***

Erst wunderte ich mich über die Mail von Pfarrer Lenz, dann schaute ich nach … im Sonntagmorgen-Blog standen tatsächlich Fachseelen, für die Kolumne später schrieb ich es richtig. Den sonntagmorgendlichen  Schreibfehler korrigiere ich ausnahmsweise, obwohl ich die Blog-Texte normalerweise unangetastet lasse. Aber die schnöselbürschlingsglatten Flachseelen Willich nicht verhunzt lassen, da einer meiner Lieblingsausdrücke.

Baumhausbeichte - Novelle