Archiv für Dezember 2016

Freitag, 30. Dezember, 16.25 Uhr

Mittlerweile will die Sonne ähnlich spektakulär untergehen, wie sie heute früh aufgegangen ist. Nur den Nebel im Tal hat sie schon längst aufgesogen.

Meine Hundehäufchen .. also, die von meinen beiden Hunden … sahen  nicht so spektakulär aus wie der Stromboli, als ihn Dr. Sylvia Börgens besuchte (siehe Foto in der Mailbox), sondern so, wie ich ihn Erinnerung habe, nicht feuerspeiend, sondern eine dezente Rauchsäule ausdampfend. Eine Vulkaninsel weiter, auf Vulcano, lag ich dann am schwarzen Strand, und plötzlich, ohne jeden Anlass, richtete ich mich auf und fegte mir die Brille vom Kopf. Sie muss immer noch dort liegen, denn sie ist im schwarzen Sand-Kiesel-Stein-Gemisch spurlos verschwunden. Wahrscheinlich war das Vom-Kopf-Fegen nur die hilflose Reaktion eines alyrischen Gemüts auf die faszinierende Wirkung der Liparischen Inseln.

Im letzten Blog des Jahres bleibt mir jetzt nur noch der herzliche Dank für viele Grüße und sehr freundliche Worte von Lesern, auch von einigen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht genannt werden möchten. Ich kann nur hoffen, sie und Sie in Zukunft nicht zu oft zu enttäuschen.

Der Sonntagmorgen-Blog fällt aus bzw. wird auf den Nachmittag verschoben, ebenfalls das Online-Stellen der Montagsthemen.

Nächstes Jahr lesen wir uns wieder. So Gott oder der/die/das Wer-auch-Immer will. Bis dann!

Veröffentlicht von gw am 30. Dezember 2016 .
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Dr. Sylvia Börgens: Stromboli und das Lyrische

Das Lyrische liegt Ihnen tatsächlich weniger, aber ich musste lachen über den “Stromboli”-Vergleich. Zur Illustration ein Foto vom Stromboli im März 2011, und ich hoffe doch für Ihre Hunde, dass sie nicht so etwas produzieren… Wir haben das genauso gesehen, haben allerdings nicht so ein tolles Foto geschossen wie die Müllers; er hatte noch ein schweres Stativ die 962 Höhenmeter hochgeschleppt. Zu siebt plus Hund des Führers Mario in schneidender Kälte auf dem Gipfel zu stehen und die Eruptionen zu beobachten war ein einmaliges Erlebnis. Besser als alle Silvesterraketen. (Dr. Sylvia Börgens/Wölfersheim)

 

stromboli_muellers

Veröffentlicht von gw am 30. Dezember 2016 .
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Doris Heyer: Nebeldecke über Gießen (zum Blog vom Freitag)

Was die Nebeldecke angeht, ich habe vorhin meinen Mann nach Bieber gefahren, wo sich die “Altherren-Riege” zum Wandern trifft, man sah die Hand vor Augen nicht, hier im Lumdatal sind wir bei sonnigem Wetter losgefahren. Durch Zufall jetzt beim Einkaufen in Gießen den Sohnemann getroffen, der nicht glauben kann, dass bei dem Nebel, der in Gießen herrscht, hier wirklich die Sonne scheint. Nun habe ich ihm ein Foto gesandt, damit er das seiner Mama glaubt. (Doris Heyer/Staufenberg-Treis)

Veröffentlicht von gw am 30. Dezember 2016 .
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Walther Roeber: WBI und Doorn

Ob das mit dem Holz hackenden Wilhelm II. nicht doch böswillige Legende ist? Ich war mal in Doorn, es ist ein riesengroßes Grundstück und es wurde auch Holz gehackt, aber ob Wilhelm II. da nicht eher hacken ließ? Zumal er mit der Behinderung am linken Arm ein erhebliches Handicap hatte…

Und damit Sie sich nicht zu sehr gebauchpinselt fühlen ein kleiner
Kritikpunkt: Ihre liebste Zielgruppe kommt in den Aufgaben bisher immer noch viel zu kurz! :-) (Walther Roeber/Bad Nauheim)

Veröffentlicht von gw am 30. Dezember 2016 .
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Sport-Stammtisch (vom 31. Dezember 2016)

Morgens ein märchenhafter Blick vom sonnigen Berg ins Tal, über dem die Nebelschwaden liegen, und danach, beim Feld- und Gassigehen, der unwirkliche Anblick Richtung Stadt, wo sich die rote Sonne über dem Nebelmeer hochschiebt. Wenn es nicht derart arschkalt wäre, dass die frischen Hundehaufen Dampfwolken ausstoßen wie der Stromboli, könnte man sich vorkommen wie bei einem rückwärts abgespulten Sonnenuntergang in der Ägäis. – Na ja, lyrisches Talent liegt mir mindestens so fern wie der Stromboli der Ägäis.
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Also doch lieber Sport. Dort grüßt jährlich das Murmeltier – auf Schalke mit einem aberwitzigen Spektakel, dessen Absurdität mittlerweile Tradition hat und daher kaum noch als absurd wahrgenommen wird, und vor der Vierschanzentournee mit dem üblichen nostalgischen Hannawald-Interview. Erst wenn ein anderer alle vier Springen gewinnt, bleibt das Interview-Murmeltier im Winterschlaf. Und auf Schalke? So lange die öffentlich-rechtliche Hand ihren Fernsehsegen erteilt, wird Schnee ins Fußballstadion gekarrt und geschippt und dann dort skigelaufen und geschossen wie bei Gebirgsjägern im Manöver.
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»Gebirgsjäger« – das hören die Biathleten genauso gerne wie Vielseitigkeitsreiter das Wort »Military«, wobei die Anführungszeichen auch andersrum gesetzt werden könnten. Aber wir wollen lieber die sportliche Form wahren als die militärische Tradition. Zumal der Sport ja von Kritikern traditionell als Kriegsersatz beschimpft wird. Womit wir im Jahr 2016 angekommen sind, das ein bisschen weniger traurig verlaufen wäre, wenn es mehr sportlichen Ersatz- als echten Krieg gebracht hätte. Von mir aus auch mit täglichem Biathlon auf Schalke. Oder Beachvolleyball auf der Zugspitze.
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Die Machtgefüge in der Welt verschieben sich wie tektonische Platten, seismologische Folgen inklusive. Der Sport ist eine Miniaturkopie, doch wenn es rummst, stirbt zum Glück niemand – außer bei manchem naiven Sportfreund die Illusion. Man sollte aber genau hinschauen, wer  was und warum »enthüllt«. Nehmen wir das Russen-Doping. Natürlich haben sie getan, was ihnen vorgeworfen wird, und wahrscheinlich noch viel mehr. Aber sicher nicht viel weniger als die Empörten anderer Länder. Bezeichnend ein »Spiegel«-Interview mit Travis Tygart von der US-Antidopingagentur. Er fordert, »Russen in allen Sportarten von internationalen Wettbewerben auszuschließen« und behauptet gleichzeitig, »die Sportler haben das Recht, sich von uns bestimmte Medikamente genehmigen zu lassen«. Damit verteidigt er die inflationären Ausnahmegenehmigungen für  Medaillengewinner aus den USA oder Großbritannien, ohne deren Pillen und Spritzen (und mit den Russen) der Medaillenspiegel von Rio ganz anders aussehen würde. Aber wen interessiert’s? Offenbar leiden wir wie mancher Olympiasieger an einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADHS). Da hilft kein Ritalin, sondern: genau hinschauen. Zum Beispiel auf solche durchsichtigen Interview-Manöver im neuen kalten Sportkrieg.
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Angenehmeres Thema: Berti Vogts feiert 70. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch! Sehr alte Leser erinnern sich an eine »gw«-Serie über den damaligen Bundestrainer, zwiespältig geschrieben und vorzeitig abgebrochen, weil ich das drohende Ende ahnte, aber Vogts’ freundliches Vertrauen, das ich der Fürsprache von Jürgen Grabowski verdankte, nicht missbrauchen wollte. Ich erlebte Vogts als  großartigen Trainer (ich hatte den frappierenden Vergleich mit dem damaligen Eintracht-Coach …) und aufrichtigen Menschen, der aber an  sich selbst, wie ich fürchtete, scheitern musste.
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Mittlerweile hat Berti Vogts einen Titel verloren: den des schlechtesten deutschen Amateurschauspielers (legendärer Auftritt im »Tatort«: »Ist das euer Kaninchen?«). Haben Sie schon mal Harald Schmidt im »Traumschiff« erlebt? Morgen ist es wieder soweit. Vorteil Vogts: Er weiß, dass er kein Schauspieler ist.
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Entschuldigung. Das war böse. Fast so böse wie früher »Dirty Harry« himself. Ich nehme mir vor, mich zum Besseren zu ändern. Wie hoffentlich auch das neue Jahr besser wird als das alte. Die »Farbe des Jahres 2017« ist jedenfalls schon gekürt: Grün, genau gesagt: »Greenery«, die Farbe der Blätter im Frühjahr – und der Hoffnung für 2017. Guten Rutsch! (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 30. Dezember 2016 .
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