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Ohne weitere Worte (vom 29. November)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Als Nico Rosberg 2008 zu seinen ersten Rennen antrat, war Deutschland Schumacher-Land. (…) Rosberg klopfte keine Sprüche und hielt sich auf der Piste aus allem Schlamassel lieber heraus. Unter den Kollegen kursierte der Spitzname »Britney«, nach dem ebenfalls blondmähnigen Teeniestar. (Detlef Hacke im Spiegel) 
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Was haben Sie von ihm (Anm.: Michael Schumacher) gelernt? – »(…) In unserem Sport spielt die Psyche eine wichtige Rolle, und viele versuchen da Nadelstiche zu setzen. Michael hat zum Beispiel sein Auto am Renntag so geparkt, dass mein Wagen daneben keinen Platz mehr hatte. Ich habe mich tierisch geärgert und mein Auto quer hinter seins gestellt, so dass er nicht mehr rauskam.« (Nico Rosberg im SZ-Magazin)
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Manchmal muss man sich das Fahrerlager der Formel 1 als einen Schulhof vorstellen, auch dort haben die Musterschüler aus besserem Hause bei den Straßenjungs wenig zu lachen. Vettel scherzte einmal auf die Frage, wer die schönste Frau im Fahrerlager sei: »Nico Rosberg.« Das fand der gar nicht lustig. (Hacke/Spiegel)
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»Die Hand-Auge-Koordination ist beim schnellen Autofahren sehr wichtig. Das kann man kaum üben, deshalb mache ich Liegestütze und spiele gleichzeitig Memory.« (Rosberg/SZ-Magazin)
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Die Habitus-Differenzen zwischen Donald Trump und Hans-Joachim Watzke oder Dietrich Mateschitz sind so riesig nicht. Und ist die Sehnsucht des glühenden Bayern-Fans nach einer Rückkehr von Uli Hoeneß nicht klar vom gleichen Geist getragen wie die Sehnsucht des gemeinen Trump-Wählers in den USA? (Wolfram Eilenberger, Philosoph, auf Zeit-Online)
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Ein großes Strafverfahren, die Zeit in der Zelle, das alles unter größter öffentlicher Beobachtung – das ist eine existenzielle Belastung. Diese mit Anstand durchzustehen, ist eine Leistung, die nicht Spott und Häme, sondern Achtung verdient. (Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung)
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Stoiber: Gefühlt ist halb Deutschland gegen uns.« – (…) Woher kommt das? – Hacke: Ich kann mir das nur mit Neid erklären. (…) Warum spielt der VfB Stuttgart in der zweiten Liga? Warum steckt der HSV in einer solchen Misere? Erfolg hatten die früher auch, großen sogar. Und an Geld fehlt es in diesen Städten nicht.« – Mit Uli Hoeneß wäre das nicht passiert? – Hacke: »Das würde ich so sagen.« (aus einem Doppel-Interview der Zeit mit Edmund Stoiber und dem Kolumnisten Axel Hacke)
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Ist Krankenpfleger für Sie ein wichtigerer Beruf als Fußballprofi? – »(…) Nein, das denke ich nicht. Ein Profi, der ein Tor schießt, bereitet auch vielen Fans Freude.« (Ex-Bayernprofi Lars Lunde, heute Krankenpfleger, im Kicker-Interview)
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So eine Bambi-Verleihung ist für ein Blatt wie die Bunte eine prima Sache. (…) Nehmen wir die Begegnung der Tennisspielerinnen Angelique Kerber und Ana Ivanovic: »›So good to see you‹ –›So schön, dich zu sehen‹, sagt sie.« Gut, dass Bunte diesen Dialog für uns festgehalten hat. (»Herzblatt-Geschichten« von Jörg Thomann in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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»Der Druck ist groß, denn die Jamaikaner denken, sie besitzen mich.« (…) Es ist also auch hart, der bedeutendste Jamaikaner aller Zeiten zu sein. – »Der bin ich nicht. Und der werde ich nie werden. Das ist und bleibt Bob Marley.« (Usain Bolt im Sport-Bild-Interview)
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Dass auch ein Anfang nicht immer glücklich verlaufen muss, demonstriert die Bild-Zeitung, indem sie Prominente von ihrem »ersten Mal« berichten lässt. »Ich lag noch als 20-Jähriger neben Frauen im Bett und machte ihnen Knutschflecke, weil ich dachte, das sei Sex«, berichtet etwa Otto Waalkes, und die Frauen werden schon einen Grund dafür gehabt haben, dass sie ihn nicht aufklärten. (Thomann/FAS)
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Einmal soll er (Anm.: Leonard Cohen) erklärt haben, er habe Gitarre hauptsächlich gelernt, um Mädchen rumzukriegen. Was soll man sagen – es hat funktioniert. (Margarete Stokowski in der taz) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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