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Walther Roeber: Mir geht es genauso

 Sie schreiben mir aus der Seele, mir geht es seit Jahrzehnten mit den “Roten Teufeln” des seligen VfL Bad Nauheim genauso. Es werden immer mehr irgendwelche Söldner-Truppen, eine Bindung an die Region spielt keine Rolle mehr und für die Fans (?) ist es ein “event”, auf das Drumherum (siehe Bratwurst-Wertkarten-Affäre) möchte ich gar nicht eingehen.
Red Bull-Rasenball Leipzig ist letztlich die konsequente Fortsetzung dieses Modells, wobei ich sage, dass die Umsetzung – offenbar unter Ausnutzung einiger Lücken in irgendwelchen Statuten (Stichwort Spielerwechsel innerhalb der RB-Gruppe) – und eine konsequent betriebene Aufbauarbeit für mich lobenswert erscheinen. Ich sehe im Moment keinen anderen deutschen Verein, bei dem so zielgerichtet investiert und gearbeitet würde. Am Rande: in USA werden ganze Clubs verkauft und dann ist plötzlich ein “Team” aus dem kalten Colorado im sonnigen Kalifornien…
Bayern München hätte wohl den finanziellen Hintergrund, aber bisher sehe ich da noch keinen solch durchschlagenden Erfolg, vielleicht kommt noch was? Wenn ich allerdings höre, wie der Ex(?)-Jugendarbeitsbeauftragte sich nach seiner Wahl oder in seiner Wahlrede zum Vorstand aufführt, dann werde ich böse. Ist das schon der erste Schritt “Attacke”?
Von “Feinden” zu reden, das so stehen zu lassen für 24 Stunden und sich dann (für mein Gefühl unaufrichtig) zu entschuldigen (wobei er nur hätte um Verzeihung bitten können), da dreht sich mir der Magen um. Mir kam die ganze Aktion sehr gezielt vor. Mein Vergleich mag schräg sein, dennoch: Das ist so, als ob man seinem Gegner erst kräftig in die Knochen tritt, und beim Aufhelfen stellt man sich noch mit vollem Gewicht und Stollen auf den anderen Fuß…
(Walther Roeber/Bad Nauheim)

Baumhausbeichte - Novelle