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Ohne weitere Worte (vom 22. November)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Wayne Rooney hat gesoffen. Stockblau und uneingeladen soll sich der englische Stürmer bei einer Hochzeitsfeier an einen Flügel gesetzt und eher atonal in die Tasten gegriffen haben. Endlich wieder mal ein Profi von echtem Schrot und Doppelkorn, mag sich da so mancher denken. (…) Es war so und es ist so und es wird wohl immer so sein, dass der Kicker besonders beliebt ist, der besonders viel säuft. (Andreas Rüttenauer in der taz)
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Wie kann ein Studienabbrecher der Fachrichtungen Maschinenbau und BWL ein erfolgreicher Manager werden? – »Das zeigt, dass die Gescheiterten im Fußball gut aufgehoben sind.« (Kölns Manager Jörg Schmadtke im Kicker-Interview)
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Lothar Matthäus hat (…) nach seiner internationalen Karriere als Spieler noch zwei weitere internationale Laufbahnen hingelegt – verteilt auf seine Trainerstationen (sieben) und Ehen (fünf). Die Arbeit führte ihn nach Österreich, Serbien, Ungarn, Brasilien, zurück nach Österreich und weiter nach Israel und Bulgarien. Seine Frauen kamen aus Deutschland, der Schweiz, aus Serbien, der Ukraine – derzeit hat eine russische Soziologin aus Nordsibirien sein Herz erobert. (Michael Wittershagen in der »Schluss für heute«-Kolumne der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Meine Frau war Visagistin bei RTL, und wir lernten uns bei der Arbeit kennen. Sie wusste nicht, wer ich bin. (…) Für mich war das sehr wichtig, dass sie mich nicht erkannte, als es zwischen uns funkte. Sie mochte mich einfach als Mensch, nicht als Figur! Das ist nämlich nicht so einfach herauszufinden. Die Unsicherheit fing so richtig mit sechzehn Jahren an, als ich mit ersten Erfolgen in Funk und Fernsehen auffiel. (…) Plötzlich schauten mich Mädchen an, die mich bislang keines Blickes gewürdigt hatten. (…) Das muss man erst einmal verstehen lernen. (Skispringer und RTL-Experte Dieter Thoma in der »Fotoalbum«-Rubrik der Süddeutschen Zeitung)
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Wie würden Sie sich charakterisieren? – »Als bodenständig, bescheiden, emphatisch, sensibel, fokussiert, perfektionistisch, engagiert.« (Diskus-Olympiasieger Christoph Harting im Welt-am-Sonntag-Interview)
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Als der Abgeordnete Tim Eustace mit seinem Elektroauto auf die New Jersey Turnpike fuhr, donnerte plötzlich ein Monster-Truck an ihm vorbei, wenig später war Eustace in einer schwarzen Rußwolke verschwunden. Man nennt das »Rolling Coal«; viele Fahrer amerikanischer Trucks lassen ihre Motoren so manipulieren, dass sie auf Knopfdruck aus den Auspuffrohren riesige Rußfahnen in die Luft schießen und den Hintermann komplett einrußen können, was sie besonders gern bei Hybridautos tun. (Niklas Maak in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung über »das Vulgäre als Aufstand des Sinnlichen gegen die Ästhetik der Entsagung«)
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Die koreanische Präsidentin Park Geun-hye (…) habe (…) fünf Hunde der Rasse Jindo (…) und (…) Schritte dahin gehend unternommen, (…), dass das Maskottchen der Olympischen Winterspiele in Korea 2018, ein weißer Tiger, durch eben einen dieser Jindos ersetzt werden solle. Diesen forschen Plan aber lehnten die Frauen und Männer des Olympischen Komitees ab, weil sie meinten, so ein Jindo erinnere zu sehr an die Tradition des Hundeessens in Korea. (»wibe« in der FAS-Kolumne »Kleine Brötchen«)
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Die vier großen Islamverbände in Deutschland wollen die Grünen derzeit nicht als Religionsgemeinschaft anerkennen. (interessante Subjekt-Objekt-Verschiebung in unserer Zeitung/Danke an »ta« für den Hinweis)
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»Es ist ein riesen geiles Gefühl.« (Frankfurts Torschütze Aymen Barkok nach dem Schlusspfiff im Sky-Interview) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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