Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Sonntag, 20. November, 11.15 Uhr

Das ging ja fix. Alles schon unter Dach und Fach und auf der ersten Sportseite platziert. Sogar ganz gut gelungen, wie ich unbescheiden glaube. Aber das kann täuschen. Auch ein kleiner Schreiber wie ich hat etwas mit den Großen gemeinsam: Wir können unser Geschriebenes nie richtig beurteilen. Beziehungsweise: Wer weiß schon, was “richtig” ist? In unserem Metier Ansichtssache, und das letzte Wort hat nur der Leser, nicht der Schreiber. Der hat nur das erste Wort.

In den Flow gekommen, blieb einiges auf der Strecke. Hier notiert, als digitaler Knoten im Taschentuch: Mutmaßungen über Jakob … quatsch Marco Reus’ Verletzungsanfälligkeit, mit Anleihen aus (m)einer früheren Serie mit Ex-Bundesligaphysio Jürgen Schäfer, Stichwort psychische Verletzungsbereitsschaft. Könnte ein Extra-Anstoß werden, als Häppchen in Stammtisch oder Montagsthemen zu komplex. Ebenfalls Extra-Thema: Verrohung der Sitten im Jugendsport, mit Verweis auf den SZ-Artikel, aus dem ich in den letzten OWW zitiert habe, und mit eigener Erfahrung. und natürlich harrt auf Ausformulierung meine Nummer-eins-Tennisgeschichte (vielleicht aus aktuellem Anlass) und die vielen, vielen Kinder und Jugendlichen, die auf der Strecke bleiben, mit jenem Jungen als Beispiel, über den vor Jahren eine komplette Seite-3-Geschichte der SZ geschrieben wurde und dessen Namen man heute kaum noch im Internet finden kann.

Außerdem will ich versuchen, den zum reinen Sonntagfrühmorgens-Warmschreibtext geschrumpften Blog wieder auf den einen und anderen Werktag auszudehnen. Der Blog schreibt sich schließlich fast von alleine. Obwohl, das ist halt immer noch mein anachronistisches Missverständnis: Im Blog hudeln, in der Zeitung konzentriert schreiben, den Text kontrollieren und nachredigieren. Doch umgekehrt wäre cleverer, denn Schwarz auf Weiß, das haftet digital bis in alle Web-Ewigkeit, die Zeitung ist aber morgen schon die Zeitung von gestern. Nur für mich nicht.

Baumhausbeichte - Novelle