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Ohne weitere Worte (vom 8. November)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Menschen, die lieber in Mailand einkaufen (…) als am Westhellenweg in Dortmund, mögen so ein Verbot für übertrieben, ja für lebensfremd halten (…), aber das ändert nichts daran, dass solche Regeln (…) für alle Spieler gelten. (Richard Leipold in der FAZ über die Kurz-Suspendierung von Aubameyang)

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Sparflamme. Energiemathematisch gesehen war das richtig. (…) Den sonst so begeisterungswilligen BVB-Fans aber schien es (…) so vorzukommen, als wären sie in einer Inszenierung von »Warten auf Godot« gelandet, obwohl sie Tickets für Atze Schröder gekauft hatten. (Freddie Röckenhaus in der Süddeutschen Zeitung über den 1:0-Sieg gegen Lissabon)

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Jürgen Klopp bringt gezielt das ganze Stadion auf seine Seite, um so die Schiedsrichter unter Druck zu setzen. José Mourinho und Pep Guardiola beherrschen diese Untugend auch. Mit Roger Schmidts ehrlichen Gefühlsausbrüchen kann ich umgehen – mit denen eines Mourinho oder Guardiola jedoch nicht. (Gastkommentator Marcel Reif in der Zeit)

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»Aus der Perspektive des Ökonomen ist es das einzig Richtige, was sie dort machen, nämlich einen Masterplan aufzustellen und wirtschaftlich zu handeln. Die Traditionsvereine bekommen dagegen über kurz oder lang Probleme. (…) Die werden in einigen Bereichen immer noch wie eine Pommesbude geführt.« (Wirtschaftswissenschaftler Henning Zülch im Welt-Interview über RB Leipzig)

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»Ich glaube nicht daran, dass man mit Talent geboren wird. Ich glaube, es entsteht dadurch, wie du aufwächst, wie du gefördert wirst, wie viel natürlichen Ehrgeiz du hast.« (Andy Murray, neue Nr. 1 im Welttennis, im SZ-Interview)

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»Es kann nicht sein, dass es sich mehr lohnt, eine Bäckerlehre zu beginnen als eine Leistungssportkarriere!« Sagte Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler im Rahmen der – nun ja – Scheckübergabe an die Medaillengewinner der Spiele von Rio. (…) Was soll uns das sagen? Dass ein Bäckerlehrling mit seinen 420 Euro im ersten Lehrjahr besser dasteht als ein Speerwurflehrling, der wie Röhler schon früh aufs Sportgymnasium ging, von Verbänden, Vereinen, Sponsoren und Sportstiftung unterstützt wird? (Michael Eder in der FAS-Kolumne »Schluss für heute«)

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Tom Hanks (…) sagt, dass Sie – im Gegensatz zu anderen Regisseuren – nicht »Action« sagen vor den Szenen. Warum nicht? – »Weil Pferde das Wort Action hassen. Vor Jahren musste ich ja in Western ständig auf Pferden reiten. (…) Schauspieler spannen sich in diesem Moment automatisch ein wenig an, sie üben mit den Beinen leichten Druck auf das Pferd aus. Pferde spüren das. Und dann laufen sie in alle möglichen Richtungen.« (Clint Eastwood im Interview des SZ-Magazins)

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Im Pferdesport gibt es eine klare Regelung: Dort dürfen die Tiere nicht eingesetzt werden, sobald sie ein Mittel bekommen, das auf der Verbotsliste steht. Aus Gründen des Tierschutzes. Solch ein konsequenter Menschenschutz existiert nicht im Hochleistungssport. (Detlef Hacke/Udo Ludwig im Spiegel über »Kranke Helden« und die Häufung von Ausnahmegenehmigungen)

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Die erfolgreichste Autorin der Gegenwart, Joanne K. Rowling, hat von dem Schauspieler Johnny Depp dessen Jacht für 29 Millionen Dollar gekauft. (…) Wenig später bot Rowling die Jacht für nur 20 Millionen zum Weiterverkauf an. Neun Millionen. Das ist der Wertunterschied zwischen einem Filmstar-Schiff und einem Schriftsteller-Schiff, eine Zahl, die den Bedeutungsverlust der Literatur illustriert. (Harald Martenstein im Literatur-Magazin der Zeit)

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Wie viel vom Gesamtetat ist selbst erwirtschaftet? – »Umsatzerlöse und andere betriebliche Erträge lagen zuletzt bei insgesamt etwa fünf Millionen Euro, der Etat für das Schauspiel beträgt rund 24 Millionen Euro.« – »Damit decken Sie nur gut 20 Prozent Ihres Haushalts. Den Rest zahlt der Steuerzahler. – »Und das ist richtig so!« (Oliver Reese, Intendant des Schauspiels Frankfurt, im FAS-Interview über fremdes und eigenes Geld)

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Derlei Offenheit ist man bei den Grünen nicht gewohnt. Vor allem nicht von sich selbst. (Friederike Haupt in der FAS zur parteiinternen Kritik am Kretschmann-Lob für die Kanzlerin) (gw) * (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle