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Ohne weitere Worte (vom 25. Oktober)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Unter Pep Guardiola offenbarte sich auf dem Platz die Intelligenz des Trainers, im jetzt freieren Spiel der Bayern zeigt sich eher die Intelligenz der Mannschaft. Ohne den Bayern-Profis zu nahe treten zu wollen, aber den Pep’schen Spiel-IQ von 140 erreichen sie (noch) nicht. (Markus Völker in der taz)
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War Ihnen damals bewusst, dass Sie das Zeug zum Bundesligaspieler haben? – »Nein. Mein erster Verein war die Spvgg. Hosenfeld. (…) Siebte Liga war das, und ich dachte: Leck mich am Arsch, was für gute Leute hier spielen. Wie muss dann erst die dritte Liga sein? Von der Bundesliga hätte ich damals nicht mal zu träumen gewagt. (…) Wissen Sie, weshalb der deutsche Fußball so erfolgreich ist? (…) Weil überall ernsthaft gearbeitet wird. Auch in der siebten, achten und neunten Liga.« (Hannovers Ex-Kapitän Altin Lala, der jetzt in Albanien die erste Drogeriekette aufbaut, im Welt-Interview)
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Profitieren Sie beim Malen von den Erfahrungen als Torhüter? – »Alles, was man erlebt, drückt sich in den Bildern aus. Aber beim Malen war meine Vergangenheit eher hinderlich. Als Sportler musst du beißen, als Künstler musst du in dich reinhorchen.« (Ex-Nationaltorhüter Rudi Kargus, immer noch erfolgreichster »Elfmetertöter« der Bundesliga und heute Künstler, im Spiegel-Interview)
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Für viele Spitzensportler bedeutet »Glaube« der unbedingte Glaube an die eigene Stärke. Für Jürgen Klopp steht das Wort für den Glauben an Gott. Dabei geht es nicht um Unterstützung in einem wichtigen Spiel, sondern darum, sich bei all dem extremen Leistungsdruck selbst wiederzufinden. »Der Glaube an Gott«, sagt der gebürtige Stuttgarter, »ist wie ein Fixstern, der immer da ist. (…) Der Glaube führt mich durchs Leben, ist meine Leitlinie und Reißleine.« (Kai Dittmann im evangelischen Magazin chrismon über den Botschafter für das Reformationsjubiläum)
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»Man müsste die Summe der Rennen reduzieren. (…) ›Back to the roots«, zu den klassischen Disziplinen, die jeder versteht: Abfahrt, Slalom, Riesenslalom. Ohne Kombination, ohne Super G. (…) Wenn ich selbst als Fachmann im TV nicht gleich unterscheiden kann, ob das jetzt noch Super G oder doch eine Abfahrt ist, stellt sich die Sinnfrage.« (Ex-Skiläufer Christian Neureuther im Interview der Süddeutschen Zeitung)
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»Es ist eine Stuntpraxis für Leute, die sich notorisch selbst überschätzen und bereit sind, ihren Drang nach einzigartigen Erlebnissen mit dem eigenen Leben oder der eigenen Gesundheit zu bezahlen. (…) Es ist erwartbar, dass das Geschehen auch zukünftig weiter eskalieren wird, weil das extrem Riskante soziale Sicherheit, Einzigartigkeit und mediale Aufmerksamkeit verspricht. Es wird zudem durch die fortschreitende McDonaldisierung und Redbullisierung des Abenteuer- und Risikosports angetrieben und befeuert.« (der Sportsoziologe Karl-Heinrich Bette im Welt-Interview über Basejumping und anderen Extremsport)
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»Ich schließe (…) nicht aus, dass es mich angespornt hat, dass mein Vater von Frauen in der Politik nicht viel gehalten hat. (…) Frauen in der Politik, hat er gesagt, seien wie ein Krampfadergeschwader.« (CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt im SZ-Magazin)
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»Was bist du denn für ein Spinner? Halt doch einfach mal die Schnauze!« (der dafür auf die Tribüne verbannte Bayer-Trainer Roger Schmidt zum Hoffenheimer Kollegen Julian Nagelsmann)
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»Ich habe dem Linienrichter meine Brille angeboten. Aber auch das hat er nicht gesehen.« (Zitat des Kölner Trainers Peter Stöger / vom Fußball-Magazin Kicker zum »Spruch des Jahres 2016« gewählt) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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