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Ohne weitere Worte (vom 18. Oktober)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Abpfiff. 2:2! Zehn Frankfurter holen einen Punkt gegen elf Bayern. In einem Spiel, dass 1000 Gründe geboten hat, gesehen zu werden. Die Eintracht jubelt, bei den Bayern sitzt die Mini-Krise unten im Laderaum des Mannschaftsbusses in ihrem Käfig und wartet nur darauf, von listigen Boulevardmenschen befreit zu werden. Wir saufen jetzt Apfelwein und werden Bänker. (Aus dem Liveticker des Fußballmagazins 11Freunde)
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Als klassischer Mittelstürmer sind Sie in der Nationalmannschaft praktisch konkurrenzlos. Ein eigenartiges Gefühl? – »Nein, (…) denn ich habe ja Konkurrenz in Form des Systems.« (Mario Gomez im Kicker-Interview)
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Mit seinem Heimatland hat er gebrochen, weil er, Sohn einer Einwandererfamilie aus dem Maghreb, bekennender Muslim, sich dort schlecht behandelt fühlt. (…) Ribery liest die Fragen (Anm.: für das Interview eines französischen Fernsehteams) auf dem Zettel und sagt auf Deutsch: »Das ist ja französisch! (…) Dann sagt Franck Ribery die drei Wörter, die sein Leben als Fußballspieler zusammenfassen: »Deutsch oder nix!« (Christoph Amend im Zeit-Magazin)
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»Ich bin kein Trainer, der den Schmutz unter den Teppich kehrt –ich reinige.« (Pal Dardai im Kicker-Interview)
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Sind Sie in einer Beziehung? – »Ich bin seit fünf Jahren Single. Die männlichen Profis haben ihre Ehefrauen, die überallhin mitreisen. Für Frauen ist es schwierig. (…) Viele sind mit anderen Sportlern zusammen, mit ihrem Trainer oder Physio. Das wäre keine Option für mich.« –Warum nicht? – »Ich war noch nie an Sportlern interessiert.« (Andrea Petkovic im Interview des SZ-Magazins)
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Sollte der Kronprinz jetzt König werden (Anm.: Bhumipol-Sohn Maha Vajiralongkorn) dann handele es sich bei ihm um das »durchgeknallteste Staatsoberhaupt der Welt«, prophezeit Bild und berichtet: »2007 gelangte ein Video an die Presse, das ihn bei aufwendig inszenierten Geburtstagsfestivitäten zeigt – für seinen Hund ›Foo Foo‹. Der Kleinpudel bekleidete (…) zuletzt offiziell den Rang eines Generals der Luftwaffe.« Gut, ein bisschen durchgeknallt wirkt das schon, aber es könnte ja auch Donald Trump amerikanischer Präsident werden, und da ist der Pudel sicher nicht weniger kompetent – und die bessere Frisur hat er auch.« (aus »Herzblatt-Geschichten« von Jörg Thomann in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Macht es Sie stolz, dass man Sie als Trainer weiter im Blick hat? – »Im letzten Jahr hat sogar der VfB Stuttgart noch einmal bei mir angefragt. Das ist dann leider nichts geworden. Aber mit mir wären die nicht abgestiegen. Ich hätte hinten dicht gemacht. Man nennt mich ja zu Recht Riegel-Rudi.« (Rudi Gutendorf, 90, im Spiegel-Interview)
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»Heute gehen die Leute krank zur Arbeit, früher blieben sie gesund zu Hause.« / »Handy: Das ist das Telefon, das nicht zu Hause bleibt, wenn du weggehst.« / »Glück ist kein Zustand, Glück ist ein Blitz.« (aus »Zu blöd, um alt zu sein«, einem Live-Dialog aus dem Globe Wien mit Otto Schenk und Michael Niavarani / gesendet am Samstag auf Servus-TV)
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»Ich mag es nicht, nur im Bett zu liegen oder mit den Alten einen saufen zu gehen.« (Gutendorf/Spiegel)
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Dagegen befand der schottische »Trainspotting«-Autor Irvine Welsh (Jahrgang 1957), das (Anm.: Nobelpreis für Bob Dylan) sei die nostalgische Entscheidung sabbernder Hippies. (Adrian Kreye in der Süddeutschen Zeitung)
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Sie hatten ja eben erst Geburtstag – herzlichen Glückwunsch nachträglich! – »Vielen Dank! Ich mag inzwischen 69 sein, aber ich fühle mich kein bisschen älter als 68.« (Stephen King im FAS-Interview) (gw)
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(www.anstoss-gw.de gw@anstoss-gw.de)

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