Archiv für Oktober 2016

Ohne weitere Worte (vom 1. November)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Frankfurt muss in die Verlängerung. Scheitert ein weiterer Bundesligist im DFB-Pokal? (aus dem SZ-Liveticker des Pokalspiels der beiden Bundesligisten Frankfurt und Ingolstadt)

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Eine Fußball-Mannschaft, die den Rasen verlässt, sieht heute aus wie einst die Mädchenschulklasse, die sich hinter vorgehaltener Hand die neuesten Nachrichten aus der Jungenschulklasse zuflüstert. (Klaus Hoeltzenbein in der Süddeutschen Zeitung über die Schutzmaßnahme vor Lippenlesern)

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Der Name Stöger stammt aus dem Böhmischen und bedeutet übersetzt Hasenhüttl. So gesehen ist es wahrlich kein Wunder, dass sich auch RB Leipzig dort oben rumtreibt. (Kabarettist Django Asül in der Kicker-Kolumne »Abpfiff«)

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Er ist stur, egozentrisch, arrogant und unberechenbar. Ihm fehlt das Gespür, im richtigen Moment das richtige zu tun. (Kölner Express über Leverkusens Trainer Roger Schmidt/zitiert in der Süddeutschen Zeitung)

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Cristiano Ronaldo (…) hat (…) ein bemerkenswertes Interview gegeben. Vor allem eine Stelle hat uns ganz besonders fasziniert. Frage: »Welcher Teamkollege hat Sie bisher am meisten inspiriert?« Antwort: »Meine größte Inspiration war ich immer selbst.« (Michael Wittershagen in der FAS-Kolumne »Schluss für heute«)

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Aurah Ruiz, die als Freundin des bei Paris Saint-Germain beschäftigten spanischen Kickers Jesé zum Job einer Spielerfrau gekommen ist, (…) muss gerade etwas kürzertreten, denn ihr Freund (…) hat ihr angeblich das Einkaufsbudget gekürzt. Auf 6000 Euro. Pro Woche. (Ralf Wiegand in der SZ-Kolumne »Glamorama«)

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»Alle zwei Jahre trifft man sich, oft im Eintracht-Museum. Ich muss dann immer erzählen, dass ich in der Saison 1983/84 in beiden Spielen gegen Kickers Offenbach vom Platz geflogen bin. Da feiern mich die Eintracht-Fans immer.« (Ex-Eintrachtprofi Michael Sziedat in der Kicker-Interviewserie »Geschichte & Geschichten«)

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Um Rekorde zu brechen, spiele ich nicht. (…) Rekorde sind super, aber erst für die Zeit nach der Karriere. In zehn Jahren schaue ich mal zurück, zeige meinem Sohn Max die Statistiken und sage dann: Max, schau her, der Papa hat mal was gekonnt.« (Dirk Nowitzki im Welt-Interview)

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»Unsere Vorstellung seit über 30 Jahren ist: Dass man fünf Leute auf den Platz stellen kann, von denen jeder die Sportart kann. Da kann der Basketball strategisch vorangebracht werden. Das ist bei den meisten Trainern in Deutschland auch das Problem: Was mache ich am schlausten, damit die individuellen Unfähigkeiten der Spieler am besten getarnt werden.« (Nowitzki-Mentor Holger Geschwindner im sport1-Interview)

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Die Idee, dass wir immer das Gute wollen und die anderen immer das Böse, ist eine Idee aus dem Märchen. Aber dieses Märchen gehört zur seelischen Hygiene demokratischer Gesellschaften. Anders können sie die Kriege nicht verkraften, die sie führen wollen. (Jakob Augstein, Sohn von Martin Walser, in seiner Spiegel-Kolumne »Im Zweifel links«)

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»Wie lange müssen wir hier sitzen?« – Wieso? – »Sitzen ist das neue Rauchen. Es macht mich unruhig.« (Beginn eines Zeit-Interviews mit Burda-Vorstand Philipp Welte/Seite 27)

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Der Osten als neuer Westen. (Überschrift einer Buch-Rezension in der Zeit/Seite 43)  (gw) * (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 31. Oktober 2016 .
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Montagsthemen (vom 31. Oktober)

Die Bayern-Krise war auch nur ein flüchtiges Medien-Phänomen. Wie Sarah und Pietro Lombardi. Unterschied: Von der scheinbaren Bayern-Krise haben alle etwas gehört, gesehen oder gelesen. Über Sarah und Pietro … wer?, was?, wie? Da kann nur mitreden, wer in prekären Zonen des asozialen Netzes unterwegs ist oder, wie ich, als Pflicht und Lustlektüre die Bild-Zeitung liest. Also: Die Lombardis, eine Jugend-Ehe, von den Medien vereinbart, beschlossen und beendet. Mit Instagram als Trau- und Scheidungszeuge. Es gibt halt nicht nur archaische muslimische, sondern auch hochmoderne Zwangstraditionen mit elendem Ende.
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Der Bayern-Krise folgt die BVB-Krise, ebenfalls eine nichtige. Dortmund steckt im Umbruch, wie auch Schalke (wo langsam Licht am Ende des Tunnels zu leuchten beginnt), und in München gehört alles, was vor der Champions-League-Endphase geschieht, nur zum gezielten Aufbautraining. Lediglich in Frankfurt kann man schon eine seriöse erste Bilanz ziehen, zusammen mit dem Hut – womit bereits alles gesagt ist. Immerhin ist schon ein Viertel der Saison gespielt, ein taktisch, kämpferisch und von der Disziplin her hochklassiges 0:0 in Mönchengladbach werten manche Euphoriker schon als leise Enttäuschung, und den nächsten Gegner, dessen Lob zuletzt in höchsten Jubeltönen gesungen wurde (Köln), empfängt die Eintracht auf Augenhöhe. Da muss man nicht nur den Hut ziehen, sondern auch die Batschkapp und den – Chapeau!
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Auch die befürchtete babylonische Sprachverwirrung im Multi-Nationen-Kader hat den Eintracht-»Flow« noch nicht gestört. Sie sollen ja auch alle fleißig deutsch lernen, fordert Niko Kovac. Das klappt schon ganz gut, vielleicht auch, weil die deutschen Mitspieler die bessere sprachliche Lehr-Kompetenz mitbringen als einst ein Mario Basler: »Ich lerne nicht extra französisch für die Spieler, wo unsere Sprache nicht mächtig sind.«
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Deutsch zu lernen ist für die Fabian & Co. sicher genau so schwierig wie für mich das Neugriechische. Damit mühe ich mich seit zehn Jahren ab, mit weniger Erfolg als Fabian in zehn Monaten mit dem Deutschen. Zudem stünde es uns Muttersprachlern gut an, früh erworbene Deutschkenntnisse ab und zu mittels Grammatik-Buch zu überprüfen. Ich hab’s jetzt getan, mit der »Kurzgrammatik Deutsch für den schnellen Überblick«. Schon auf einer der ersten Seite ziehe ich alle Hüte, Batschkappen und Chapeaus vor den Fabians, denn die müssen zum Beispiel die starke Adjektivdeklination wie folgt lernen: »Die sogenannte starke A. tritt auf, wenn vor dem Adjektiv kein Kasus-Signal vorhanden ist, d.h. wenn es keinen Artikel gibt oder der Artikel kein Kasus-Signal hat. In diesem Fall muss das Adjektiv selbst die Kasus-Signale übernehmen.« – Ich schlage vor, dass nicht das Adjektiv, sondern »das Mario« alle Kasus-Signale übernimmt, vom Kasus knacktus bis zum Kasus beknacktus.
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Ziemlich beknackt auch die neue Sprachmasche des »Wordings«. Das ist die Kunst der überzeugend präsentierten Leerformel, die nur Eingeweihte ins Alltagsdeutsch übersetzen können. Wenn zum Beispiel Bayer Leverkusen offiziell verkündet, »es gibt keine Trainer-Diskussion«, heißt das auf gut Deutsch: »Roger, noch eine solche Schote, und du fliegst.«
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Klar, das ist nur Wording für Anfänger. Journalisten, die das Einmaleins des Wordings von Berufs wegen beherrschen müssen, wissen auch in der Version für Fortgeschrittene, was Sache ist. Eine vom Verlag beauftragte »Kommunikationsagentur« formuliert für die Redakteure von Berliner Zeitung und Berliner Kurier in fein ziseliertem Wording, dass beide Zeitungen in einer neuen Firma zusammenlegt werden, um »die Stärken zu verzahnen« und mit »konsequenter Digitalisierung (…) konsequent den Weg eines echten Neuanfangs« zu gehen, »wie ihn disruptive Entwicklungen auch in anderen Branchen verlangen«. Übersetzt: Konsequent ohne viele von euch, denn wartet nur ein Weilchen, dann kommt unser Hackebeilchen.
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Da der scharfe Zahn der neuen Zeit an der Zeitung nagt, wissen die Journalisten sowieso, was die Stunde geschlagen hat: Gürtel enger schnallen. Da muss man sie nicht noch mit Wording-Trulala von »Kommunikationsagenturen« (auch so ein Wording-Wort) veralbern. Aber das ist ein ganz anderes Thema und hat mit Sport eventuell nicht mehr allzu viel zu tun.
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Das war’s also für heute, bevor’s ans werktägliche Arbeiten geht. Oder wars das, bevors an’s …? Dieser vermaledeite Apostroph! Aber da hilft die Kurzgrammatik tatsächlich, empirisch erworbene Sprache theoretisch zu erklären, und zwar schon im allerersten Kapitel. Denn ohne Apostroph wird in einigen Fällen wie »ins« und ans« geschrieben, wenn der Artikel mit einer Präposition verschmilzt. Hätten Sie’s gewusst? Oder Sies? Siehste! (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 30. Oktober 2016 .
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Sonntag, 30. Oktober, 6.45 Uhr

Die gewonnene Stunde kommt mir gelegen und passt sich harmonisch in meinen Wochenendrhythmus ein. Gestern kleine Feier in Wetzlar zum 50. Abi-Jubiläum und dennoch heute zu gewohnter Stunde am Ball bzw. Blog. Bilanz meiner alten Klasse: Einer ist verschollen (man munkelt, mit nicht ihm gehörenden Millionen abgetaucht), einen sieht man ab und zu als verwahrlosten Alk-Penner durch die Stadt ziehen, einer ist gestorben (einer der Sympathischsten, beliebter Anwalt, Parkinson). Der Rest ist einigermaßen wohlauf bis putzmunter. Ziemlich gute Bilanz für unser Alter.

Reinhard Schmandt, Ex-Kommilitone und nach Jahrzehnten durch seine WBI-Teilnahme wieder in Kontakt, erinnert mich in seiner aktuellen Auflösung an ein anderes 50-Jahre-Jubiläum:

PS: Weißt Du eigentlich, dass es in wenigen Tagen im November 50 Jahre her ist, dass zusammen mit Dir noch 9 andere Personen 1966 in Gießen nach dem ersten Kurzschuljahr (früheres G8!!!) das Studium des Faches Sport aufnahmen. Heino Dörr, Kurt Berk (im April dieses Jahres in Edmonton/Kanada verstorben), Ernst Haus, Dieter Müller, Günter Glasauer und ich sowie die 3 Mädel Christel Schumann, Cordula Größer und Anusch Zeller waren das. Nur 10 Studierende in einem Semester! Unglaublich! Vor allem die Übungen im Turnen bei Artus bleiben unvergesslich.

Noch ein WBI-P.S., von Uwe-Karsten Hoffmann, ebenfalls ein Memento mori:

…übrigens war Ihr ehemaliger, leider zu früh verstorbener Ex-Kollege, Peter Kraus aus Braunfels, mein lebenslanger Freund und Klassenkamerad, genauso der auch verstorbene Klaus Beck, ein ungewöhnlich wertvoller Mensch!

Aber nun muss ich mich davon lösen und Business as usual versuchen. Muss ja. Soll ja. Will ich ja. Kann ich ja. Mach ich ja gerne. Montagsthemen. Heute allerdings doch mit einem kleinen Handicap, denn mein Nürnberger Sport-Trichter, aus dem unten die Bröckchen für die Kolumne rauskommen, ist gestern nicht befüllt worden. Muss ich nachholen. Jetzt. Gleich. Bis dann.

 

Veröffentlicht von gw am 30. Oktober 2016 .
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Sport-Stammtisch (vom 29. Oktober)

Beginnen wir mit einem echten Stammtisch-Thema: Wie viel wert ist der Mensch? Um aber an der sportlichen Theke zu bleiben: Wie viel wert ist der Mensch in seiner Daseinsform als Fußballer? Da beide Fragen moralisch nicht konsensfähig zu beantworten sind, begnügen wir uns mit der  ökonomischen Antwort: Der Fußballer ist als Ware das wert, was Klubs und Berater vereinbaren. Dazu kommen die verschiedensten Interessen, gebündelt in der alten Kaufmannsregel: Ware im Schaufenster (=  auf dem Platz) verkauft sich besser als die im Lager verstaubende (= auf der Bank). Wer also öfter auf dem Platz steht als sein sportlich gleichwertiger Mitspieler, wird auf einer Verkaufsausstellung präsentiert und ist oft schneller weg, als er sein Vereinsemblem küssen kann.
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Im Fußball tobt ein irrer Preiskrieg, in dem aus allen Rohren mit Fantastillionen geschossen wird. Wäre der Fußballer eine Ware im Supermarkt, gäbe es ebenfalls einen Preiskrieg. Der wird allerdings von Pfennigfuchsern ausgefochten. Das Preis-Leistungsverhältnis bleibt in beiden Fällen ein unmoralisches. Man stelle sich bloß vor, auf dem Fleischmarkt Fußball würde ein Kilo Ronaldo verramscht wie ein Liter Milch im Supermarktregal. Oder umgekehrt. Da lacht der arme Bauer und wird Milliardär.
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Auf das Thema stößt mich ein anderer Krieg, der zwischen zwei Super-Egos, einst Superfreunde, heute Superfeinde. Ständige Leser von Gesellschafts- oder Wirtschaftsseiten wissen: Es geht um Carsten Maschmeyer und Utz Claassen. Beide aus Hannover, beide Verkaufsgenies und Finanzjongleure. Warum sich die dollsten Duzfreunde von einst heute erbittert bekriegen, das aufzudröseln verbieten die zeitlich und räumlich beengten Verhältnisse an unserem Sport-Stammtisch. Hier interessiert auch nur der Ratschlag, den Maschmeyer einst seinem Freund Claassen mailte, dem damaligen Boss von Real Mallorca: »Schlechte Spieler teuer verkaufen, gute Spieler günstig einkaufen.« Der Mann weiß, wovon er redet. Ex-AWD-Kunden auch?
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Auch Halloween funktioniert so, dieses Relikt von Dschordsch Dabbelju Bush. Denn als bei uns wegen des Irakkriegs der Fasching ins Wasser beziehungsweise Erdöl fiel, wollte die »Fachgruppe Karneval im Deutschen Verband der Spielwarenindustrie« (DVSI) den Umsatzeinbruch ausgleichen und betrieb massive Halloween-PR. Jetzt verbreitet sich der Eindringling bei uns schneller als Nilgänse, Ochsenfrösche und Waschbären. Und das, obwohl die Amis eigentlich Österreich und nicht uns beglücken wollten. Oder heißt es etwa Hallofrankfurt?
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Ja, ich weiß, den Gag hatte ich schon. Ein kleiner, aber meiner. Nicht meiner, aber ein feiner vom großen Hans Zippert: »Halloween hat hierzulande den Reformationstag völlig verdrängt. 80 Prozent aller Deutschen sind überzeugt, dass Luther 95 Kürbisse an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg genagelt hat. Der ausgehöhlte Kürbis soll uns daran erinnern, dass wir nicht hirnlos irgendwelche Bräuche aus den USA übernehmen.«
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Ich hab’s! Vor einer Woche schrieb ich, die Grusel-Clowns seien ebenfalls ein US-Import, und zwar aus dem Wrestling. Nur fiel mir der Name des bösen Clowns nicht ein, der zu Hulk-Hogan-Zeiten fiese Horror-Spielchen spielte. Doch jetzt machte es »doink«, und ich wusste es wieder: »Doink« nannte er sich, unter seiner Clownsmaske verbargen sich unterschiedliche Wrestler … wie wär’s damit, Tim Wiese?
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Na ja, Grusel-Clowns hatten wir schon immer. Ohne Maske. Neonazis, linksautonome Randalierer, gewalttätige Hooligans oder »Reichsbürger«. Verständnisbereite Menschen setzen auf den Dialog, doch sollten sie immer an den alten Spruch unter Psychiatern denken, den die Nervenärztin Heidi Kastner jüngst im Spiegel wiederholte: »Nichts ist so sicher wie der Tod und die Wahrheit des Wahnsinnigen.«
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Zu guter Letzt ein ganz anderes Thema. Fitness. Tipps dazu gibt es von Pamela Reif. Auf »Snapchat«. Die »Instagram-Königin« hat Millionen von »Followern« und nennt sich selbst eine von Deutschlands größten »Influencern«. Markenzeichen: »Ein sinnlicher Blick, den Mund leicht gespitzt und den Po perfekt in Szene gesetzt« (Handelsblatt). Ihr Pendant in den »sozialen Medien« heißt Lukas Rieger. Eine Autogrammstunde mit ihm wurde kürzlich abgebrochen, weil die Fans reihenweise in Ohnmacht fielen. Aber zurück zu Pamela: Ihre Fitness-Tipps ähneln denen in einer fast 30 Jahre alten  »gw«-Serie. So empfiehlt Fräulein Reif  als Knack-Po-Übung Kniebeugen mit einer Wasserflasche in der ausgestreckten Hand. Stimmt, prima Übung. Bei mir ging sie so: In der Hocke, Hinterteil knapp unter Kniehöhe, um den Frühstückstisch watscheln, mit der aufgeschlagenen Zeitung in den ausgestreckten Händen. Der vierfache Diskus-Olympiasieger Al Oerter  watschelte in diesem ›Entengang‹ sogar täglich um seine Sporthalle, allerdings nicht mit der Zeitung in der Hand, sondern einer 260 kg schweren Hantel auf den Schultern.
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Na, ist »meine« Übung nicht viel besser als die von Pamela? Warum bin nicht ICH der Youtube-Snapchat-Instagram-König? Warum habe ich keine Millionen Follower? Weil ich aus Angst um meine liebste Zielgruppe darauf verzichte. Denn wenn ich im Entengang um den Schreibtisch watscheln würde, mit sinnlichem Blick, leicht gespitztem Mund und perfekt in Szene gesetztem Po, würden Millionen Follower meiner liebsten Zielgruppe in Ohnmacht fallen. Und damit ist in unserem Alter nicht zu spaßen.  (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 28. Oktober 2016 .
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Michael Jungfleisch-Drecoll: Dank an Bernd Schieferstein

Mein Dank an Bernd Schieferstein für den link!

Die Erklärungen der Journalisten in dem Zapp-Beitrag waren

für mich völlig nachvollziehbar.

Kurz noch einmal zu dem Thema: Gestern besuchten

meine Frau und ich eine Lesung des Journalisten Constantin Schreiber, der ein Buch

mit dem Titel „Marhaba Flüchtling!“ geschrieben hat.

Aus dem Arabischen übersetzt: Willkommen Flüchtling.

Schreiber lebte 7 Jahre in verschiedenen arabischen Ländern und sprach

über das Thema (arabische) Flüchtlinge vernünftig und mit Augenmaß.

 

Zwei Anmerkungen noch zum Sport, Gott und die Welt-blog vom 25.09.:

War entsetzt, als ich las, dass Windkraftanlagen lediglich eine Lebensdauer von

20 Jahren haben. Dachte bisher immer, die Dinger würden zwar nicht ewig,

aber doch viel, viel länger halten.

Als unerwartet kurz empfand ich dagegen die s.g. Energierücklaufzeit, also der Zeitraum,

in dem die Anlage die Energie zur Herstellung, Transport usw. wieder einspielt.

Sie beträgt nur 6 – 12 Monate.

Ihren Ausführungen zum Thema Fetisch Wirtschaftswachstum stimme ich völlig zu.

Nur bleibt für mich die bange Frage: wie kommen wir aus der Nummer wieder raus?

Letztlich hängt an diesem Paradigmenwechsel die Zukunft der Menschheit und kaum jemand

macht Anstalten, der Bevölkerung klar zu machen, dass es ein „weiter so“ nicht geben darf!

Unsere Generation scheint mit dieser Aufgabe völlig überfordert. (Michael Jungfleisch-Drecoll)

Veröffentlicht von gw am 27. Oktober 2016 .
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Baumhausbeichte - Novelle