Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Ohne weitere Worte (vom 27. September)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
*****
Liverpools Kantersieg begeistert Klopp. (Schlagzeile über einem Klopp-Foto bei Sport1)
*
Klopp trotz 5:1 nicht zufrieden. (Text zum Klopp-Foto bei Sport1)
*
Ihn jetzt vor einem solchen (Anm.: Scherbenhaufen) stehen zu sehen, fällt naturgemäß denen leicht, die seine WM-Organisation zum Lebenswerk hochgejubelt haben. (…) Indes dürfte es einmalig sein, dass ein Idol dieser Güteklasse im eigenen Land so schlechtgemacht wird. (…) Beckenbauer ist kein Guttenberg, der nichts geleistet und alle nur geblendet hat. Und anders als Uli Hoeneß hat er auch nie Moral gepredigt. (…) Wie immer man die 5,5 Millionen noch deklarieren wird – rausgeschmissenes Geld waren sie nicht. Beckenbauer war jeden Cent wert. (Edo Reents im FAZ-Feuilleton)
*
Natürlich ist der Spruch »Ich will nur der Mannschaft helfen« die verlogenste Floskel auf der mit Floskeln gepflasterten Straße zum Fußballruhm, denn jeder, der in die Lage kommt, diesen Spruch öffentlich zu sagen, hat einen ultraharten Konkurrenzkampf um Stammplätze hinter sich. (…) Genauso war es Unfug zu glauben, Beckenbauer habe ehrenamtlich gehandelt, um der Nation zu »helfen«. (Peter Kümmel in der Zeit)
*
Schauen Sie manchmal neidisch auf die Branche Ihres Vaters? – »Nein, auf keinen Fall. (…) Ich habe mich damals als 14-Jähriger entschieden, Basketball zu spielen, und damit kann ich gut leben, auch wenn andere ein bisschen mehr verdienen für weniger oder gleich viel Arbeit.« (Marco Völler im Kicker-Interview)
*
»Richtig gut verdient habe ich erst in der RTL-Zeit ab 2000. (…) Die Sponsoren, die wir auf Helm oder Ski hatten, wurden viel mehr gesehen.« (…) – Hält man deshalb die Ski in die Kamera? – »Ja, gerade beim Interview. Manche TV-Sender schneiden so etwas immer gern raus, deswegen versucht man, die Ski so zu halten, dass die Sponsoren schwer rauszuschneiden sind, stellt sie auf den Schuh und hält sie nah am Kopf.« (Sven Hannawald in der SZ-Interviewreihe »Reden wir über Geld«)
*
Dabei redet Hoeneß durchaus über Geld (…) und dass er die amerikanische Investoren-Legende Warren Buffett bewundere, »für seinen Anlage-Instinkt«. Deshalb orientiere er sich auch mal an dessen Investment-Entscheidungen und kaufe dieselben Aktien. Das lässt dann doch aufhorchen. (Stephan Radomsky auf der SZ-Wirtschaftsseite über einen Hoeneß-Vortrag vor Bankern und Anlageberatern)
*
»Man spricht immer über das Geld. Im Fußball, sagt man, sind alle Amateure, im Amateursport aber nicht, und das sei ungerecht. Für mich geht es aber primär um das Glück, erkennen zu können, dass ich etwas machen kann, zu dem nur wenig Menschen die Chance haben. Die Sache steht für sich. Das Wichtige ist nicht das Outcome, sondern dass man es für sich selbst macht.« (Ruder-Olympiasieger Lauritz Schoof im FAZ-Interview)
*
»Als ich trotz meiner Epilepsie im Olympiastadion stand und dann die Kugel stieß, da habe ich etwas von dem Menschen zurückbekommen, der ich früher einmal war.« (Paralympics-Goldmedaillengewinnerin Birgit Kober im Spiegel-Interview)
*
Die Seehoferisten (sind) jederzeit bereit, alles zu fordern, was ihre Sorge verkleinert, bei der Landtagswahl 2018 wegen der AfD in Bayern die absolute Mehrheit zu verlieren. Glaubte Seehofer, ein CSU-Generalsekretär aus Senegal, der gerne Fußball spielt, könnte dies verhindern, er würde ihn berufen. (Kurt Kister in der SZ)
*
Was wir als Wissen bezeichnen, ist oft nur ein besonders intensiver und allgemein akzeptierter Glaube an Theorien oder Resultate. (…) Es gibt weniger Wissen und mehr Glauben in der Wissenschaft, als uns die Wissenschaft glauben machen will. (Volkswirtschaftsprofessor Mathias Binswanger in einem Gastbeitrag für die Neue Zürcher Zeitung) (gw)
*
(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle