Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Sonntag, 18. September, 7.00 Uhr

Vom Hochsommer direkt in den Herbst. Heute geht eben alles schneller. Schönes Geräusch gestern abend nach wochenlanger Trockenheit: das Praddeln  des Dauerregens auf dem Wintergartendach. Die vertrocknete Wiese atmet auf, der Teich saugt die Tropfen von oben und die Ströme aus der Regenrinne auf. Oh, klingt fast lyrisch. Nicht mein Stil. Unüberlesbar.

Mein Stil: Als alter Sack alleine ins große Mediageschäft gehen. Grund: Smartphone kaputt, neues muss her. Instruktion von KKKK und dem Bub: nicht kaufen, nur kucken. Auch Order gekriegt, wonach  ich kucken soll. Samsungsoundso. Natürlich vergessen, das Hörgerat mitzunehmen. Türkischartiger Mensch spricht schneller, als ich hören kann. Verstehen schon mal gar nicht. Er ist genervt von so viel senilem Fehlen des Handy-Grundwissens. Jetzt hab ich ein neues Smartphone, ein anderes und teureres als Samsungsoundso, und sitze davor wie der Ochs vorm Berg. Auch stilistisch sei das Ding völlig daneben, heißt es, denn es ist mattgolden. Aber auf eine andere Farbe hätte ich drei Tage warten müssen.

Die Szene aus meinem realen progressiven Alttag kommt auf die Warteliste für meine nächste Kolumne im Gießener Seniorenjournal. Steht aber schon einiges mehr darauf. Zum Beispiel eine unfassbar jungarrogantdumme taz-Kolumne. Und die Kraniche. Jetzt fliegen sie wieder. Auch die alten? Oder bleiben sie zu Hause und sterben? Oder stürzen sie einfach ab, auf Nimmerwiedersehen und zur Freude des Fuchses?  Das und mehr demnächst im Seniorenjournal.

Für die Montagsthemen auf dem Zettel: Eintracht, Darmstadt und die Wundertüte Fußball / Letzte Worte zu den Paralympics, mit Zahlenspielen / ARD und ZDF = AZF? / französischer Humor / und noch mal Beckenbauer, Utphe (mit Erinnerung von Ralf, dem heutigen Sportchef, an etwas, das ich vergessen hatte). So, spät dran, KKKK-Dame  zu sportlichem Frühtermin mit Junghund weg, unser alter Rekordhund muss raus (Berner Sennenhund, der bald 13 wird – wer bietet mehr?). Und dann auch noch selbst Kaffee kochen! Wenigstens dieses Maschinchen kann ich bedienen. Kapsel rein und auf Knopf drücken. Auf geht’s.

Baumhausbeichte - Novelle