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Ohne weitere Worte (vom 23. August)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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»Meine Empathie ist auf Seiten all derer, die ohne Medaillen nach Hause fahren. Schwimmer oder Leistungsportler überhaupt, die so viel opfern für ihr Ziel und am Ende als Verlierer dastehen, verdienen keine Medienschelte, sondern die Anerkennung für den Versuch und sportliche Solidarität. Wer die Verlierer öffentlich abstraft, darf sich über Doping nicht wundern.« (John von Düffel, Schriftsteller und Ex-Schwimmer, im Interview der Frankfurter Rundschau)
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Hinter vorgehaltener Hand beklagen Konkurrentinnen das Offensichtliche: Caster Semenya ist anders als sie, stärker, unbesiegbar. Ist es fair, sie dennoch im Frauen-Rennen starten zu lassen? Wäre es unfair, sie auszuschließen? (…) Die Sportler stehen vor der Frage, ob es Hormone, die, zugeführt, als Doping verboten sind, als natürliche Gabe akzeptieren kann. (Michael Reinsch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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Warum soll gerade der Sport besser, moralischer, unbestechlicher sein als die Welt, aus der er kommt? Sicher, auch Olympia war schon mal besser. Aber eine Welt mit Olympischen Spielen ist immer noch besser als eine ohne. (Christian Eichler in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Durchtrainierte Körper schwitzen unter der Sonne, wälzen sich im Sand und vollziehen dabei auch noch sportliche Höchstleistungen. (…) Und so präsentieren gerade die weiblichen Duos ihre perfekten Figuren nur zu gerne in ultraknappen Badehöschen und Sport-BHs. (Christoph Cöln und Ronald Tenbusch in der Welt über Beachvolleyball)
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Da tritt einer nach Jahren im Überschatten seines großen Bruders hinaus ins gleißende Licht der Weltöffentlichkeit, blinzelt irritiert und verhält sich anders als andere. Schon feuert die nationale Etikette-Polizei aus allen Rohren: Nationalhymne pfeifen? Geht gar nicht. Diskuslümmel! Robert hatte Hexenschuss, der kleine Christoph – definitiv Sockenschuss. Dabei ist der Mann ein Fels in der ewig anrollenden Brandung des »Konnte meine Leistung abrufen«-Gelabers der Sportwelt. (aus der Zeit/keine Autorenangabe)
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Beim Synchronschwimmen wird selbst den härtesten Eisenbiegern das Herz weich. (…) Synchronschwimmen ist zugleich die Erhabenste aller Sportarten. Eine Feier des weiblichen Körpers, das Nixen- und Nymphenhafte ihrer Darbietungen hat etwas Mythologisches, und die Figuren, die beim Wasserballett getanzt werden, verströmen eine betörende Erotik. (Cöln/Tenbusch/Welt)
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Als ich elf war, habe ich jeden Tag an meinem Reck geturnt, mein Vater hatte es geschweißt. Ich konnte Aufschwung, Umschwung, Schweinebaumeln mit Abspringen und mich wie ein Propeller um die Eisenstange schrauben. (Erfolgsautorin Dörte Hansen in einem Gastbeitrag für die Zeit)
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Gerne legen die Weit-, Hoch- und Dreispringer dieser Welt ihre Sixpack-Sammlungen mit bauchfreien Tops frei. Deutlich häufiger zumindest als Kugelstoßerinnen. (Cöln/Tenbusch/Welt)
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Drei Jahre hat der Mann (Anm.: Pep Guardiola) noch in der Nachspielzeit beim Stand von 8:0 an der Seitenlinie Laufwege dirigiert. (…) Jetzt hat Ancelotti das Sagen. 57 Jahre Dolce Vita stehen nun oft regungslos am Rande des Trainingsplatzes. (…) Laissez-faire statt Pedanterie, Padre statt Pep – vielleicht hat dieser erfolgsverwöhnten Stadt genau das gefehlt. (Andreas Werner in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Neugolfer Sebastian Rode quält seine Mitspieler mit Anekdoten: »Letztens steh ich also beim Abschlag und der Caddy fragt mich, ob ich einen langen Ball schlage. Und ich so: Nee, ich nehm lieber einen runden!« Daumen hoch! (aus dem Fußball-Magazin 11Freunde) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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