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Michael Jungfleisch: Einige Gedanken zum Thema Doping

Ich stimme Herrn Müller in seinem Beitrag in allen Punkten uneingeschränkt zu, einzig beim Thema “wir müssen unsere Kinder schützen” verspüre ich ein gewisses Unwohlsein.

Die Fragen, die sich mir in diesem Zusammenhang stellen, sind folgende:

- wovor müssen wir unsere Kinder schützen?

- wie wollen wir unsere Kinder schützen?

Wovor?

- dass aus talentierten, ehrgeizigen jungen Sportlern “Kriminelle” werden?

- dass Sportler, die mit ihrem Sport Geld verdienen wollen, sicher auch müssen (oder zumindest ein gesichertes Auskommen haben wollen) dies aber auf “ehrlichem” Wege nicht schaffen können, dem Zuschauer/Konsument immer vergaukeln müssen, sie seien “sauber” , in Wirklichkeit aber dopen müssen, um nicht als “Verlierer” da zu stehen?

- dass sie sich mit der Einnahme von Dopingmitteln gesundheitlich dauerhaft schaden?

Wie?

- mit Verboten? Wohl kaum…

- mit einer grundlegend anderen “Sporterziehung”, mit einer “Aufklärung”, die schon früh beginnt.

Mit einer grundlegend anderen Sichtweise auf den Sport?

Meine Idee ist, dass man den Kindern zu allererst Spaß und Freude am Sport lässt, ihnen Freude an der Bewegung zu vermitteln versucht. Und den Leistungsgedanken  außen vor lässt.

Und dass man ihnen beizeiten klar macht, dass der Gedanke des Leistungssport nicht “Völkerverbindendes” hat, dass es dabei nicht um die “Ehre” geht, sondern um Ansehen und Geld.

Weg mit dem Olympiagedanken, zumindest in der Form, wie er heute in der Welt ist.

Eine klare Trennung von Sport als Freude an der Bewegung und dem, was Profisport heute ist: ein knallhartes Geschäft.

Wenn das einigermaßen gewährleistet ist, sollen Profisportler dopen wie sie wollen.

(Michael Jungfleisch)

Baumhausbeichte - Novelle