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Michael Müller: Und täglich grüßt das Murmeltier (Doping)

Und täglich grüßt das Murmeltier.

Doping im Sport.

Was ist nicht schon alles über dieses Thema sinnvolles und unsinniges veröffentlicht worden.

Auch Ihre  jahrzehntelangen Versuche der Versachlichung (leider ohne allgemeine Akzeptanz) sind ins Leere gelaufen. Löblich ist Ihre in letzter Zeit doch eher deutliche Zurückhaltung.

Dabei ist die Lösung des Problems sehr einfach.

Wie Sie in Ihren Kolumnen mehrfach dargestellt sollte keine Unterscheidung der Einnahme von leistungssteigernden Pharmaprodukten in der alltäglich millionenfach geübten Praxis und den Leistungssportlern getroffen werden.

Die Kriminalisierung der “Doper” im Leistungssport ist nicht angemessen.

Unabhängig von ja leidlich bewiesenen nicht wirksamen Kontrollen soll eben dieses Kontroll-System (O-Ton Hörmann) nach “Deutschem” Muster weltweit ausgebaut werden.

Was für ein Aufwand.

Weltfremder Traumtanz.

Schlimmer noch: Es ist die Fortsetzung der heuchlerischen Funktionärsethik.

Anstatt sich der Realität weltweiter profitorientierter Gesellschaftsformen zu stellen wird frei nach Kafka eine real nicht existente Scheinwelt des “sauberen” Sports verkauft.

Aber ist vielleicht auch hier der Weg das Ziel?

Es gibt in keiner mir bekannten Gesellschaftsform reale Chancengleichheit.

Warum soll eine solche ausgerechnet im Spitzensport möglich sein?

In unserer Welt werden (mitunter auch nur vorgebliche) Spitzenleistungen in fast allen Bereichen mit Geld oder geldwerten Vorteilen belohnt. Teilweise in absonderlichen Größenordnungen (Vorstände in Wirtschaftskonzernen,

Sportfunktionäre, Fußballer, eine Fortsetzung der Liste wäre ….).

Da spielen auch persönliche Vorstrafen oder offenbare kriminelle Verflechtungen keine Rolle ( IOC, FIFA, DFB, FC Bayern München; ….).

Die trotz allem von einigen Sportlerinnen und Sportlern noch vorgetragenen romantischen Vorstellungen von ehrlichen Leistungen sind absurd.

Sobald der moralische Mantel entfernt wird tritt die Realität zu Tage.

Alle wollen an die Fleischtöpfe, und dann möglichst große Portionen.

Daran ist nichts verwerfliches.

Also vollständige Freigabe von Doping.

Mit allen Konsequenzen.

Weg mit einem ebenso unrealistischen wie rein populistischen Anti-Doping-Gesetz.

Weg mit den heuchlerischen Totschlag-Argumenten wie : Wir müssen doch unsere Kinder schützen.

Schluss mit den Tabu-Themen wie : Kein Doping in der Fußball Bundesliga.

Klar bleibt dabei die Moral auf der Strecke. Aber gibt es die überhaupt noch?

Mein persönliches (prägendes) Schlüsselerlebnis war das öffentliche Bekenntnis zu Doping meines seinerzeitigen Sport-Idols Guido Kratschmer.

Seitdem bin ich geneigt niemanden zu glauben. (Michael Müller/Staufenberg)

 

Baumhausbeichte - Novelle