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Ohne weitere Worte (vom 12. Juli)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Dieser manchmal unerträglich selbstverliebt anmutende Poseur mit einem Hang zur wehleidigen Gestik offenbarte allen, die ihn am liebsten oberflächlich beurteilen, den anderen Ronaldo. Den ersten Diener seiner portugiesischen Mannschaft (…), den Cristiano Ronaldo, den diejenigen, die mit ihm arbeiten und ihn besser kennen, als ebenso eitlen wie uneigennützigen Kollegen zu schätzen wissen. (Roland Zorn in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nach dem portugiesischen Sieg über Wales)
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Der Halb- und Viertelfinaleinzug von Wales und Island ist zwar eine wunderbare David-Geschichte, aber auch bezeichnend für dieses auf 24 Teams aufgeblähte Turnier. (…) Wales gegen Nordirland mutete an wie eine Aufführung im Zirkus der albernen Schüsse. (…) Die Partie der Schweizer gegen Albanien wurde von Pressschlägen, Kampfgrätschen und flipperhaft wechselndem Ballbesitz dominiert. (…) Die Nordiren kultivierten gegen Deutschland den kreisligaesken Befreiungsschlag. (…) Um es in Bundesliga-Sprache zu übersetzen: viel Darmstadt, wenig Bayern. (Oliver Fritsch in der Zeit)
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Dass selbst die Franzosen nach einer Viertelstunde wie die üblichen Verdächtigen verteidigten, mag ein Grund sein, warum Löw ständig insistiert, das bessere Team gehabt zu haben. Er kann so einen Fußball nicht ab. Es erscheint ihm als zu akzeptierender Teil der Unkalkulierbarkeit des Spiels. Gleichzeitig könnte er kotzen. (Peter Unfried in der taz)
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Am Ende war der grauhaarigste deutsche Nationalspieler seit Erfindung des Farbfernsehens der Verlierer des Abends und, aus deutscher Sicht, auch dieser EM. (Christian Eichler in der FAZ über Bastian Schweinsteiger)
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Löw: »Der Bastian geht mit dem Kopf zum Ball, natürlich AUUU mit der Hand, aber das ist AUUU eine unglückliche Situation.« Sagt nicht: »Und für unglückliche Situationen gibt man keinen Scheiß-Elfmeter in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit, sondern drückt ein Auge zu, geht Tee trinken und lässt das Spiel offen. (aus dem Liveblog des Fußball-Magazins 11Freunde)
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Erstaunliche Analyse. Den Elfmeter (…) kann man geben (…), aber man gibt ihn nicht in der 44. Minute eines EM-Halbfinales. Hmm. Man hätte ihn in der 22. Minute eines Viertelfinales dann wohl geben dürfen, im Endspiel aber erst in der 76. Minute (…). Bei abnehmendem Mond noch früher, und (…) was ist an ungeraden Tagen? (Holger Gertz in der Süddeutschen  Zeitung)
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Meine Geduld mit Scholl ist inzwischen restlos aufgebraucht, denn nach den für einen Trainerscheininhaber unbedarften Äußerungen zur Taktik hat er nun allen Ernstes auch noch zweierlei Elfmeter erfunden. Strafstöße, die berechtigt sind, aber nur in der Vorrunde, und solche, die auch berechtigt sind, aber im Halbfinale für einen anderen Spielverlauf gesorgt hätten. Das ist kein Schluckauf, das ist bloß ein logischer Kreuzbandriss. (»pek« in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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»Wer Aktien kauft, sollte immer auf einen breit gefächerten Fonds achten. (…)  Die Bayern haben mit Mats Hummels einen Bluechip gekauft, die ganz sichere Nummer.« (…) Und er hat noch einen überraschenden Tipp parat: »Man soll Aktien immer dann kaufen, wenn sie ganz unten sind. Und ich bin mir sicher: Götze kann seinen Wert schneller reparieren als VW.« (aus einem Spiegel-Artikel. Zitate: Lothar Matthäus)
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»Ich glaube, die Menschen sind beeinflussbarer geworden. Wenn heute sechs Leute um einen Tisch sitzen und einer sagt, der siebte stinkt, denken das nach einer halben Stunde alle. Auch wenn der gerade frisch geduscht hat. (Ilka Bessin alias »Cindy aus Marzahn« im Spiegel-Interview)
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Jetzt kann man die EM getrost in die Mottenkiste packen. (Leser-Kommentar von »Holzer« nach dem 11Freunde-Liveblog vom EM-Finale, bei dem es eine Motten-Plage gab) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle