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Walther Roeber: Etwas Senf habe ich noch

Wenn man die eigenen Chancen nicht verwertet und selbst zwei
vermeidbare/dumme Fehler macht, dann verliert man so ein Spiel gegen
eine Mannschaft, die offenbar mit besseren Wassern gewaschen war.
Den vielen Nachkartereien ist nicht mehr viel hinzuzufügen, aber etwas
Senf habe ich noch.
Bei aller Wertschätzung, Schweinsteiger schien nicht 100% fit und als
Kopfball-Monster hat er sich auch eher selten hervorgetan. Sein
Stellungsspiel war bei beiden Treffern nicht optimal, wobei beim 2. Tor
der Fehler schon auf der linken Seite passierte, als der Ball sträflich
in den Strafraum hineingespielt wurde, da fehlte einfach mal der
“dreckige” Befreiungsschlag aufs Tribünendach…
Zum Schiedsrichter sage ich lieber nichts, jedenfalls ein Fehler der
UEFA, einen Italiener – mit dieser Vorgeschichte – zu nominieren.

Zum Endspiel habe ich noch keine Meinung. Möge der bessere gewinnen, das
ist offenbar bei dieser EM keine Option.

Es gab Licht, aber auch viel Schatten bei der dt. Mannschaft. In der
Sturmmitte gibt es ein größeres Problem, weil die Alternativen nicht da
zu sein scheinen, bzw. die Systeme nicht so einfach austauschbar sind.
Ein “Superstar”(?) Özil bringt in einer ganzen Reihe der letzten
Länderspiele keine überzeugende Leistung, man hat ihn mitgeschleppt.
Trotz der blöden Erweiterung auf 24 ein Gewinn: die Mitwirkung von
Island, Irland und Wales, vor allem wegen der supersportlichen
Zuschauer. Wobei für mich der Superstar Bale war, der sich in jeder
Hinsicht für seine Mannschaft aufgerieben hat, aber gleichzeitig ein
Beispiel dafür ist, dass einer allein in einer Mannschaftssportart nicht
alles herausreißen kann.

Rote Karte für die meisten Spielkommentatoren; soviel Mist wie da
erzählt wurde… Nicht auf der Höhe, falsche Informationen, ich hatte
den Eindruck als seien sie nebenher am PC am Spielen oder damit
beschäftigt, andere Angebote (stream oder online oder wie auch immer) zu
betrachen oder zu verkaufen. Die Analysen waren teilweise ok. , aber
hinterher ist man immer schlauer…

Zwischenbemerkungen zu Tour und Leichtathletik: die gefahrenen
Geschwindigkeiten sind brutal und der Umgang ebenso, die Enge der
Durchfahrten (und deren Absicherung) und die Rempeleien (dadurch
unvermeidbar) lassen mich zusammenzucken. Bei den Leichathleten sind es
immer die Überraschungen, die Freude bereiten, auf der anderen Seite gab
es auch schon etliches Favoriten-’Sterben’, wobei die Reporter sich dann
auch wie Axt im Walde benehmen. Wenn es so weitergeht, wird beim
nächsten Wettbewerb über längere Strecken sich ein Reporter ins Feld
mischen und Live-Interviews führen. Wo soll das alles noch hinführen??? (Walther Roeber/Bad Nauheim)

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