Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Sonntag, 3. Juli, 7.00 Uhr

Die Blumenpreise werden steigen (wg. Starkregen), die Gaspreise sinken (wg. irgendwas), die Ex-Sommerloch-Kuh Yvonne frisst ihr Gnadenheu und hat schon 50 Kilo zugenommen - in den Meldungen der Nacht kann man sich von den Aufregungen des Elfmeterschießens erholen.

Hector. Der unbekannteste, unspektakulärste und unaufgeregteste Nationalspieler steht auf einmal dort, wo er nicht unbedingt sein möchte: im Mittelpunkt. Sein genial schlichter Kommentar zum entscheidenden Schuss: “Ich habe gehofft, dass er reingeht. Das war im Endeffekt auch der Fall.” Fast kongenial, was Löw nichtssagend sagt: “Wenn man im Halbfinale steht, heißt das Ziel, auch das Finale zu erreichen.”

Hector – den Namen kannten Nichtfußballer bisher nur von Troja oder Hunden.

Der Mensch Gomez hat mir schon immer imponiert. Auszusetzen an ihm hatte ich zwischenzeitlich nur seine Frisur (die Brikett-Raute). Mit Sprechchören verabschiedet, das tut ihm gut und das gönne ich ihm. Auf dem Platz gab es nur zwei geniale Momente, beide von ihm. Den Pass vor dem 1:0, “der genauso gut von Iniesta hätte stammen können” (SZ online), spielte er  ”in einem genialen Moment in bester Günter-Netzer-Manier  in den Raum, von dem die Italiener nicht mal wussten, dass er existiert” (11Freunde).

Ein Elfmeterschießen für die Rekordbücher. Höher als Schweinsteiger schoss nur Zaza über das Tor, aber höher als Hoeneß schafft keiner.

Dreierkette: Experte Scholl und Chefscout Siegenthaler, der im Bett liegen bleiben sollte. Das mögen andere bekakeln. Oder sucht der freche Scholli nur Reibungspunkte, weil ihm vorgeworfen wurde, in seinem Altersjob zu brav zu sein? Spricht eigentlich der “wundgelegene” Gomez wieder mit ihm?

Wer ist der beste Torhüter der Welt? In Deutschland keine Frage, nur eine Antwort. Neuer. Aber gibt es den besten Torwart überhaupt? Er ist kein Leichtathlet, der in Metern oder Sekunden gemessen wird, daher bleibt das Ansichtssache. Auf der Linie  ist Buffon trotz seines Alters sicher nicht schlechter. Wie nah er beim Elfmeterschießen an fast allen Bällen dran war! Er hätte der Held werden können, nur das Glück des letzten Zentimeters fehlte.

Auch in der Niederlage blieb er ein Großer. Wie auch alle Italiener.

So, jetzt das übliche Procedere. Die Bruchstücke oben kommen in den Stein(es)bruch. Vielleicht noch dazu: Robert Gernhardt und mein knapp vermiedener Raddatz-Fehler sowie Körbels begehbares Gehirn. Jetzt erst mal KKKK.

Baumhausbeichte - Novelle