Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

EM-Ping-Pong (“Anstoß” vom 30. Juni)

In den »Anstoß«-Kolumnen sowie in Blog und »Mailbox« ihres  Internet-Ablegers »Sport, Gott & die Welt« spielen Schreiber und Leser EM-Ping-Pong mit dem Queue über die Billard-Bande. Eine Sportart, die jener ähnelt, für die sich Mehmet Scholl einen »Volleyballschläger« kaufen will.
*
Der Scherz verpuffte leider bei Matthias Opdenhövel, aber mit Scholl steigen wir gleich ins Spiel ein. In seiner Funktion führt er zusammen mit dem wohltuend entkrampften Olli Kahn das Feld an, in dem viele gottserbärmlich hinterher hecheln. Aber wer ist der beste Reporter? Meine Wahl: Tom Bartels und Gerd Gottlob. Wer der schlechteste? Michael Jungfleisch-Drecolls Wahl: »Ein gewisser BR, der das Spiel Kroatien gegen Portugal moderierte. Dieser unsägliche Dampfplauderer im Amt eines Länderspielmoderators.«
*
Auf einen fulminanten Verriss macht Blog-Leser Thomas Nagel (Hamburg) aufmerksam: »Kennen Sie diesen schönen Text von Jürgen Roth? Da kommt einer mal auf den Punkt: http://www.spiegel.de/kultur/tv/beckmanns-sportschule-wie-viele-idiotien-soll-diese-welt-noch-aushalten-a-1097925.html. – Nein, ich kannte ihn nicht, »Beckmanns Sportschule«  sehe ich auch aus Prinzip nicht, da ich an einer Beckmann-Allergie leide und kein Masochist bin. Doch den Tipp nahm ich gerne auf – siehe »Ohne weitere Worte« vom Dienstag.
*

Ralf Protzel, in Bonn lebender Mittelhesse und daher ebenfalls Online-Leser, »nerven an den Fernsehübertragungen die häufigen Nahaufnahmen. Ich empfinde es als sehr störend, wenn man gar nicht mehr die eigentliche Spielsituation erfassen kann, da bspw. beim Eckball der ausführende Spieler bis zuletzt in Nahaufnahme gezeigt wird. Für mich ist es dann kaum möglich, das Interessante (Laufwege der Spieler etc.) zu erkennen.« – Sehe ich auch so. Aber, lieber Herr Protzel, wer interessiert sich schon in EM-Event-Zeiten für das sportlich Interessante? Es ist halt ein(e) Schland(e).
*
Cristiano Ronaldo. Der »gockelstolze Erpel«, das »alberne Showmännlein« (so meine unliebevoll gepflegten Vorurteile früherer Jahre) hat sich den Spott zwar redlich verdient, mittlerweile sehe ich ihn aber zuerst als großen Fußballer. Dr. Sylvia Börgens (Wölfersheim) weiß »von meinen Besuchen auf Madeira, dass Cristiano Ronaldo dort ein Volksheld ist, nicht nur wegen seiner Erfolge, sondern auch wegen seiner Großzügigkeit. Man muss ihn ja nicht mögen, aber doch anerkennen. Und mit dem missratenen Bronzedenkmal am Passagierhafen, zu dem er noch gute Miene machen musste, ist er auch auf Dauer bestraft ;-)«
*
»Fröhlich kichern« musste Barbara Tomsch (Reichelsheim) über die gw-Kolumne »1:0 für die Folklore« und die Erinnerung an frühe Blue-Jeans-Zeiten. »Wir Mädchen hatten damals eine gute Methode, unsere Jeans ›passend‹ zu machen. Also aufgepasst! Badewasser mit sehr heißen  Wasser bis ›Beckenhöhe‹ füllen, Jeans am Körper mit Reihgarn abnähen, auf links gedreht anziehen und einige Minuten in sehr heißem Wasser sitzen; zwischendurch ein paar Knie- und Rumpfbeugen machen und danach die Buxe am Körper trocknen lassen. Für den gewünschten ›Gebraucht-Look‹ ›Ata‹-Scheuerpulver auf den Hosenbeinen verreiben. Nach ca. zwei Stunden war man dann richtig angezogen für den ›Beat-Nachmittag‹ im Hotel Trapp in Friedberg.« – And the beat goes on!
*

Leser und Schreiber spielen nicht nur EM-Ping-Pong, sondern mit dem spitzen Queue auch über andere Banden: »Es geht um die Dumpfbacken und die etablierten Parteien im Anstoß von heute. Ich weiß nicht, ob Sie diesen Kampfbegriff wirklich kritiklos verwenden sollten. Aber insgesamt waren Ihre Einlassungen äußerst wohltuend und endlich sogar hilfreich. Respekt.« (Dr. Hans-Ulrich Hauschild/Gießen).
*
Dankeschön. Ich danke auch allen anderen Lesern, die mit mir »spielen«. Mehr Beispiele sind im Blog zu finden, der, wie Walther Roeber (Bad Nauheim) meint, »manchmal noch amüsanter als die fertige Kolumne ist«. So fragte ich im Blog  rhetorisch, warum in der Demokratie jeder wählen dürfe und seine Wahl-Mündigkeit nicht durch einen Wissenstest beweisen müsse. Dazu gibt unser Leser den Hinweis auf einen Link, ich klicke ihn an und lese einen »Aphorismus zum Thema Demokratie«:

Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen; / Der Staat muss untergehn, früh oder spät, / Wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.
*
Von Schiller. Leser-Kommentar: »Jaja, unsere Klassiker waren ihrer Zeit weit voraus.« – Aber das ist ein ganz anderes Thema und hat mit EM-Ping-Pong eventuell nicht mehr allzu viel zu tun. (gw)
*
(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle