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Sonntag, 12. Juni, 14.40 Uhr

Montagsthemen stehen seit ein paar Stunden online, ohne diese Absätze, die ich aus Platzgründen (wg. Deutschland-Spiel) rausgeworfen habe, um den alten Kollegen (die alle junge Jungs sind) das Layout nicht zu erschweren:

 

Und sonst? Muhammad Alis Tod hat viele angerührt, vermutlich vornehmlich, weil Ali das Leben von Menschen meiner Generation über Jahrzehnte begleitet hat, beginnend mit den prägenden Erlebnissen nächtlicher Fernsehstunden. Nicht vergessen sollte man aber auch, dass Ali seine Gegner unsportlich beschimpfte, verhöhnte und verächtlich machte. Zwar genial bösartig, aber: bösartig.
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Ein großer deutscher Toter: Rudi Altig. Er hat sich selbst ein spätes Denkmal gesetzt, als er im munteren Trio mit Joey Kelly (früher »Kelly Family«, später Extremsportler) und Rad-Heroine Jeannie Longo den Nordseeküstenradweg befuhr, den mit 6000 Kilometern längsten ausgeschilderten Radweg der Welt. ARTE drehte eine zehnteilige Doku, mit einem auch in seinen hohen Siebzigern noch quietschfidelen und fitten Rudi Altig.
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Kein großer Deutscher war jener Fußballtrainer, auf dessen Tod die deutsche Fußballszene fassungslos und mitfühlend reagierte. Von Burn-Out und Depressionen war die Rede, vom gnadenlosen Fußballgeschäft – aber abrupt verstummten die emphatischen Bekundungen, als die fiesen Hintergründe bekannt wurden.

 

Mal sehen, ob ich die Textchen in eine der nächsten Kolumnen fürs Blatt einarbeite. Ist ja nicht alles Fußball, was EM ist.

Meine geplante Kurztour vor dem Spiel scheint ins Wasser zu fallen. Da arbeite ich halt Liegengebliebenes auf. Wie sich wohl die Naionalspieler die Zeit bis zum Anpfiff vertreiben?

Baumhausbeichte - Novelle