Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Die Zatopeks (WBI-Auflösung vom 27. Mai)

Mal hat man gleich den richtigen Faden in der Hand , ein anderes Mal verzweifelt man fast am scheinbar unentwirrbaren Knäuel der Hinweise. Klaus Pradella: »Die letzten Rätsel waren mir alle irgendwie zu schwer. Diesmal dachte ich gleich auf Anhieb: Das ist lösbar.« Uwe-Karsten Hoffmann fand es »als ehemaliger Leichtathlet wirklich easy«, und für Manfred Stein darf es sogar »von mir aus ruhig wieder ein bisschen schwerer sein«. Dagegen hat sich Dr. Raymund Geis »fast den ganzen Pfingstsonntag den Kopf verbogen««, und auch für Jens Roggenbuck war es »ein harter Brocken«, zumal, so Klaus-Dieter Willers, »das wieder sehr hintersinnig gemacht war, eine nicht so bekannte Person suchen zu lassen und dann erst auf die viel bekanntere Person zu kommen«.
*
Noch einmal die wichtigsten Hinweise: Am Tag, als ich die Goldmedaille gewann, erlebte der Sport eine seiner Sternstunden … Am Beginn stand allerdings ein fatales Missgeschick. Bei einem meiner ersten Versuche mit dem Sportgerät erlegte ich ein Huhn … Aber mein Freund tröstete mich und sagte: Ist nicht schlimm, das kommt in die Suppe … Den Bund fürs Leben schlossen wir an meinem Geburtstag. Und an seinem, denn wir wurden am gleichen Tag geboren. – Wer ist sie? Wie lautet einer seiner Spitznamen?
*
Prof. Peter Schubert gelingt das Kunststück, diese Tipps und Fragen in einem einzigen Satz zu entschlüsseln: »Der Humor eines ›Schwejk‹ zum erlegten Huhn muss ihr, Dana Ingrová, sehr gefallen haben, und so wurde sie Dana Zatopková, die Ehefrau der ›tschechischen Lokomotive‹, mit der sie am gleichen Tag in Helsinki 1952 Gold gewann.« – Perfekt!
*
Zum Puzzle gehörten auch die politischen Probleme eines Widerborstigen. Die bekam Emil Zatopek massiv, »als er am 21. August 1968, als sowjetische Truppen den ›Prager Frühling‹ niederschlugen, in Uniform als Oberst der tschechoslowakischen Armee auf einen russischen Panzer kletterte« (Reinhard Schmandt) und »die Soldaten aufforderte, wieder nach Hause zu fahren. Er musste zur Strafe im Bergwerk und als Müllmann arbeiten, erst 1974 wurde er rehabilitiert« (Wolfgang Egerer).
*
Mein Hinweis, dass Dana Zatopková viermal an Olympischen Spielen teilnahm und Landes-, Europa- und Weltmeisterin war, muss leicht korrigiert werden: »In der Leichtathletik gibt es Weltmeisterschaften erst seit 1983« (Ludwig Dickhardt). Sorry. – Und was war das »putzige« Sportgerät, aus dem Emil Zatopek ein Haushaltsgerät machte? Beate Dachauer weiß auch das: Aus den Speeren seiner Frau bastelte er später »einen Besen und einen Wäscheständer«.
*
Seit fünf Jahren will die »WBI«-Reihe über das reine Rätseln hinaus Sportgeschichten wie diese in Erinnerung rufen. Es scheint zu gelingen, denn »ich habe wieder viele interessante Details aus der (nicht nur Sport-)Geschichte gelernt« (Dieter Neil). »Die Biographien dieses Sportlerehepaares sind so interessant und spannend, ohne WBI würde ich das wahrscheinlich nie so genau lesen, prima« (Doris Heyer). Und Helmut Bender freut sich, dass »das Alter doch auch was Gutes hat, da bin ich doch oft im Wettbewerbsvorteil. Gut, dass ich schon sooo alt bin.«
*

39 alte und weniger alte Teilnehmer  sammelten je zwei Punkte: Jost-Eckhard Armbrecht (Buseck), Helmut Bender (Linden), Klaus Bernhardt, Dr. Joachim Bille (Reiskirchen), Dr. Sylvia Börgens (Wölfersheim), Helmuth Born (Karben), Karl-Heinz Bremer (Pohlheim), Thomas Buch (Friedberg), Beate Dachauer (Butzbach), Ludwig Dickhardt (Bad Vilbel), Wolfgang Egerer (Rosbach-Rodheim), Dr. Gerd-Ludwig Fängewisch (Heuchelheim), Dr. Raymund Geis (Reiskirchen), Wolfgang Happich, Peter Hett (Bad Nauheim), Doris Heyer (Staufenberg-Treis), Uwe-Karsten Hoffmann (Bad Nauheim), Andreas Hofmann (Bad Nauheim), Andreas und Reinhold Kreiling (Gießen), Walter Müller (Hungen), Dieter Neil (Großen-Buseck), Klaus Philippi (Staufenberg-Treis), Klaus Pradella (Heuchelheim), Norbert Raupach (Rabenau), Eugen Rieß, Walther Roeber (Bad Nauheim), Jens Roggenbuck (Mainzlar), Karin Scheunemann (Bad Nauheim), Karola Schleiter (Florstadt), Rüdiger Schlick (Reichelsheim), Horst Günter Schmandt (Pohlheim), Reinhard Schmandt (Pohlheim), Paul-Gerhard Schmidt (Mücke-Nieder-Ohmen), Jochen Schneider (Butzbach), Prof. Peter Schubert (Friedberg), Manfred Stein (Feldatal), Klaus-Dieter Willers (Hungen), Ingrid Wittich (Mücke-Merlau). – Eine Zwischen-Gesamtwertung folgt nach der kommenden punktereichen Sommerrunde. (gw)
*
(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle