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Ohne weitere Worte (vom 24. Mai)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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22:54 Uhr. Bayern ist Pokalsieger. Und Guardiola weint. Verbirgt sein Gesicht in den Händen. Auch wir zittern. Es ist fast so emotional wie damals, als Sascha Hehn beim »Traumschiff« von Bord ging. Kann jetzt bitte Andreas Bourani schnell etwas singen? (…) Klar, dass hier die Gefühle Achterbahn fahren. Guardiola hat mit dem FC Bayern zweimal das Double geholt – und ist damit ebenso erfolgreich wie Felix Magath. (Dirk Gieselmann/Andreas Bock im Liveticker des Fußballmagazins 11Freunde)
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Es ist ein Segen, dass Pep Guardiola geht. Denn endlich hört jenes Gestammel von Zukunft und Innovation auf. (…) Jetzt kann man wieder über Fußball reden, ohne dass es gleich eine Note von quasireligiöser Fortschrittsgläubigkeit hat. (Stefan Osterhaus in der taz)
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Wird sich die Dreierkette durchsetzen? – »Auf jeden Fall. (…) Die Geschichte des Fußballs hat gezeigt, dass Altes immer wieder in neuen Gewändern daherkommt. Es gibt stets Entwicklungen, die auf früheren Beispielen beruhen. Im Fall der Dreierkette auf dem System mit dem Libero.« (Frank Wormuth, Chef der DFB-Trainerausbildung, im Kicker-Interview)
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Sie sind jetzt länger raus aus dem Geschäft – hat sich der Fußball verändert? – »Grundsätzlich nicht. (…) Wir haben mit St. Pauli schon 2006/07 hoch gestanden, gepresst und ohne zentrale Spitze gespielt. Bei mir hieß das starkes Zentrum. Heute klingt es, als würde das Antibiotikum neu erfunden.« (Holger Stanislawski, Ex-St.-Pauli-Trainer und heute Supermarkt-Chef, im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Lieber, wunderbarer Alaba. Sie sind, wie Sie im Fernsehen sagen, ein »Kicker«, weil das genauso klingt wie ein Möbelhändler. Das ist aber noch kein Grund, wie ein Schrank zu stehen, wenn einer vorbeiläuft. (der Kabarettist Werner Schneyder in der Kicker-Kolumne »Abpfiff«)
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Da wurde Fußballexperte Mehmet Scholl auf die einzige bemerkenswerte Szene (…) angesprochen, als nämlich der gerade mit einem Tumor diagnostizierte Frankfurter Marco Russ ein Eigentor fabriziert hatte. Und was sagte Scholl? Machte er weitschweifige Ausführungen zum Thema Tragik und Schicksal? Spekulierte er munter über das Innenleben des bedauernswerten Kickers? Stellte er einen Zusammenhang her zwischen Fußball und Krankheit? Schließlich ist Spekulieren ja die Lieblingssportart des deutschen Fernsehexperten. (…) Und was sagte nun der Experte Scholl? Er sagte, dass er sprachlos sei und erst einmal darüber nachdenken müsse. (…) Herzlichen Glückwunsch, Herr Scholl! (Stefan Klein in der Süddeutschen Zeitung)
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Als Cruyff gestorben ist, musste ich daran denken, wie wir in Amsterdam gemeinsam zu einem Spiel von Ajax gegangen sind. Er hat gesagt: Ich weiß einen kürzeren Weg. Da sind wir dann an eine geschlossene Tür gekommen. »Dürfen wir hier rein?«, hat Johan gefragt. Aber die Frau dort hat »Nein« gesagt. Da standen wir und waren einfach zwei ältere Herren, die ohne Bezahlung rein wollten. Das war die Realität. Man steht da und staunt. (der holländische Entertainer Herman van Veen in der SZ-Rubrik »Fotoalbum«)
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Ständig erschüttern uns skandalöse Meldungen aus der russischen Sportwelt. (…) Jetzt ist ganz offiziell von Staatsdoping die Rede. (…) Das IOC berät, ob Putin Siegprämien wie die Krim, die Ostukraine, Syrien und Gerard Depardieu zurückgeben muss. (»Zippert zappt« in der Welt)
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Tragen Sie zu Hause Jogginghosen – »Ich verachte Menschen, die in Flugzeugen Jogginghosen tragen. Das Schlimmste daran ist, dass ich sie heute selbst überall trage: zu Hause, im Flugzeug, auf der Straße. Ich habe jede Achtung vor mir verloren.« (Philippe Starck, Star-Designer, im »Fragebogen« des FAZ-Magazins) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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