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Ohne weitere Worte vom 26. April

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Wenn Geld im Fußball auch nicht alles ist, aber doch sehr viel – warum ist es dann ausgerechnet in der Stadt mit den hohen Banken-Türmen nicht möglich, einen überdurchschnittlich guten Bundesligisten zu etablieren? (Johannes Aumüller in der Süddeutschen Zeitung)
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Auch fußballerische Vielfalt gehört zur Demokratie. Eine Studie von Politologen der Universität Barcelona fand heraus, dass das »Maß, in dem bestimmte Klubs ihre nationalen Ligen dominieren, vom politischen Regime abhängt«. Platt gesagt: In Diktaturen holen immer die gleichen Klubs die Meisterschaft, in Demokratien sind öfter mal andere dran. (Martin Krauss in der taz)
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Der Pokal hat keine eigenen Gesetze mehr. Wie in der Bundesliga können nur noch die Dortmunder die Bayern und vice versa die Münchner die Borussen vom Titelgewinn abhalten. (Daniel Meuren in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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Frankfurt befindet sich immer noch in einer folkloristischen Alex-Meier-Abhängigkeit. (…) Immer noch hofft Kovac, dass Meier nach seiner Knie-Operation im Saison-Finale zurückkehrt. Aber nach den jüngsten Indizien ist ein Mitwirken von Fjörtoft wahrscheinlicher als von Meier. (Aumüller/SZ)
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In seinen guten Momenten hat der Abwehrspieler etwas von Franz Beckenbauer, er spielt würdevolle Pässe, für die er sich nicht mal schmutzig machen muss. So gesehen ist der smarte Hummels ein sehr münchnerischer Fußballspieler, er ist eine Art Monaco Mats. (Christof Kneer in der SZ)
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Vidal ist beides zugleich, Problemspieler und Problemlöser. (…) Dieser Fußball-Berserker (…), der spielt, als gäbe es kein Morgen, haucht der manchmal etwas kalten Pracht der Guardiola-Bayern gerade ziemlich viel Leben ein. (Christian Eichler in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Alberto Colucci, Darmstadts italienischer Schnulzensänger, ein Mann mit ergrauter Rudi-Völler-Frisur (…), der die Stadionhymne vor 30 Jahren komponiert hat. (…) Der Song war eigentlich für die Fußball-WM in Mexiko gedacht, Colucci nannte ihn »Go, go, go to Mexico« und wollte ihn mit der deutschen Nationalmannschaft singen, als offiziellen WM-Song, aber der DFB entschied sich für Peter Alexander und dessen »Mexico mi amor«. Und so schrieb Colucci seinen Text einfach um. Aus »Go, go, go to Mexico« machte er »Tor, Tor, Tor, Lilien vor! (Marc Hujer/Jörg Schindler im Spiegel)
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Auch seriöse Musikkritikerinnen erwähnen Ihren Sexappeal (…), wenn sie Ihr neues Album besprechen. Warum tun die das? – »Das ist wie bei einer Frau, deren Brüste größer sind als erwartet. Diese Brüste betreten jeden Raum eine alles entscheidende Zehntelsekunde vor ihr. Und dann sind sie dort Thema. Egal was sie tut oder sagt.« (A-ha-Sänger Morten Harket im SZ-Interview)
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(Cartoon-Bildbeschreibung: Ein Pfleger schiebt einen alten Mann im Rollstuhl. Sprechblasen-Dialog in vier Bildern:) 1. »Aus welchem Teil Polens kommen Sie denn?« – »Aus Katowice.« 2. »Ah! Kattowitz! Das kenne ich gut!« – »Lieber Gott, lass ihn bitte nicht weitererzählen.« (Drittes Bild: Der Alte schweigt, der Pfleger schiebt) 4. »Aus welchem Teil Polens kommen Sie denn?« – (Blick zum Himmel:) »Danke!« (aus »Am Rande der Gesellschaft« von Hauck & Bauer in der FAS)
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»Nach einer anstrengenden Arbeitswoche in London kommt sie am Wochenende nach Windsor, steigt auf ihr Pferd und kann alles abschütteln.« (Anm.: Zitat aus »Bunte) Da wollen wir Ihrer Majestät wünschen, dass das Pferd nicht mal seinerseits eine anstrengende Woche hinter sich hat. (Jörg Thomann in der FAS-Kolumne »Herzblatt-Geschichten«)
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»Sex mit dem Ex« ist umstritten, doch »dem Ex beim Sex zugucken« ist echt gar nichts. (Friedrich Küppersbusch in der taz zur BVB-Niederlage bei Klopps Liverpool) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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