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Sonntag, 24. April, 6.35 Uhr

Das war’s. Wohl. Dallas verliert, liegt 1:3 zurück. Nowitzki 27 Punkte. Nächstes Spiel auswärts. Dann ist es vorbei. Wahrscheinlich. Nach dieser Meldung der Nacht kaum noch Lust auf die anderen. Nächster Sport, der mich gefühlsmäßig berührt: Heute, 17.30 Uhr, Eintracht. Auch dann “Das war’s” möglich.

“Das war’s”: Kolumne auf der letzten Seite des neuen Magazins “Frankfurter Allgemeine Woche”, das heute früh der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung beiliegt. Als kostenlose Werbeaktion. Verkaufspreis: 3,50 Euro. Zum Vergleich: Der Spiegel kostet 4,60 Euro. Hat aber doppelt  so viele Seiten (ca. 75 zu 150). Aber auch doppelt so viele Anzeigen. Das wird sich jedoch noch ändern (sollen), vermute ich. Ob das Konzept aufgeht? Artikel in Zeitungslänge im Magazinkleid, eine Art Wochen-Bestandsaufnahme, mehr Focus als Spiegel oder Zeit. Für den gebildeten Leser, der wenig Zeit hat oder dafür haben will, aber sich am Wochenende informieren möchte. Ob es ihn gibt? Ich glaube nicht, jedenfalls nicht in der erforderlichen Zahl. Die Werbeaktion in der FAS könnte kontraproduktiv sein: Wer heute beide liest, wird denken: Was brauche ich das Magazin, wenn ich die FAS habe?

—–  Breaking News: Sonntag, 24. April, 6:52: Es schneit. —–

“Das war’s”, so hieß auch die kleine Rubrik, mit der ich vor langer Zeit für einige Zeit die letzte überregionale Sportseite in unseren Ausgaben enden ließ. Eine Art Ein-Satz-Kolumne mit Gag-Versuch. Ich weiß nicht mehr, warum ich sie enden ließ. War’s noch, bevor ich die tägliche “Anstoß”-Kolumne oben links auf der ersten Seite einführte, also in tiefster Stein(es)zeit?, und daher “Das war’s” unten rechts auf der letzten beendete? Keine Ahnung. Ist auch nicht wichtig. “Das war’s” als Titel ist ja auch nicht übermäßig originell. Obwohl, als Kolumnentitel ist er, sag ich mal, von mir erfunden worden.

Zur letzten Seite im Magazin gehört auch ein Cartoon. Von so etwas bin ich ja Fan. Habe noch ein dickes DIN-A-4-Heft, das ich als Jugendlicher, etwa mit 15, zusammengestellt habe, mit ausgeschnittenen Bilderwitzen. Mein großartiger Titel: “Cartoons – The Best of them”. Knoten ins Taschentuch: Demnächst mal suchen, wo es ist, und vielleicht the allerbest oft the best vorführen. Der (oder das?) Cartoon im neuen Magazin irritiert mich: Ich verstehe den Gag nicht, und falls doch, irritiert mich das, was ich ahne, noch mehr. Bild: In den Ruinen von Palmyra, eine schrille Drag-Queen mit Fahne, auf der “Rosa Jungs” steht, mit ihr ein Glatzkopfrasierter in Lederhose mit freiem Oberkörper und Hundehalsband, er sagt in der Spruchblase: “Ach herrje, ich bin so froh, dass die IS-Boys endlich wieder weg sind. Die sind ja sooo verklemmt.” Bild-Unterschrift: “Die Zivilgesellschaft erobert sich Palmyra zurück.”  Wenn Cartoons den Sinn haben, zu irritieren, stutzen zu lassen, zu beunruhigen, sich an ihnen zu reiben, dann hat dieser (dieses?) seinen Sinn erfüllt. Oder ist das, was ich ahne, gar nicht der Sinn? Und ich stehe nur auf dem Schlauch?

Noch ne Meldung der Nacht, von dpa:

17 Jahre lang schlummern sie tief in der Erde. Und in diesem Frühjahr schlüpfen sie in biblischem Ausmaß: Milliarden von Zikaden werden in Kürze wieder Teile des Nordostens in den USA heimsuchen.

Da macht es “Klick”, da war doch mal was? Ganz tief unten in meinem Themenstapel finde ich es: Eine “Spiegel”-Seite, Ausgabe 24/2013, über eine Zikaden-Invasion, mit Marker farbig von mir herausgehoben: …”dass der Geschlechtsakt der Zikaden etwa eine Stunde währt” …”warum die Zikladen dem Takt der Primzahlen folgen”… und: “Noch heute können sich viele an das Jahr 2004 erinnern, als die Stadt (Washington) das letzte Mal im Zikadentaumel war. In den Bars gab es Zikadencocktails, Restaurants servierten Zikadengerichte”… undsoweiter. Am meisten interessierte mich damals nicht der ausdauernde Sex, sondern das Primzahl-Phänomen. Es gibt  andere Zikaden-Arten, die im 13-Jahres-Rhythmus auftauchen. Ich wollte mich, mit der “Spiegel”-Seite als Anstoß, bei Gelegenheit weiter informieren und als Schmankerl einer Kolumne beimischen. Auf die Art  schreibe ich meine Kolumnen, und so bleibt vieles, was ich vorhabe, über Jahre liegen. Alle fünf, sechs Jahre mache ich dann tabula rasa, damit der Stapel stapelbar bleibt.

Von der Warmschreiberei im Blog, dem Stein(es)bruch für die Kolumnen, bleibt wohl nichts Verwertbares für die “Montagsthemen” übrig. Bisher auf dem Zettel:

Testosteron, Sturm, Anti-Doping-Gesetz / Zeitungs-Trimme, Pressatmung / Fußball. Tele, Köln, Bayern, UEFA von 1991 / Schicker, Schlienz, Handball-Torwart / aus der Lamäng / Sakho, 17. März, kein Protest / Vasistas / Bayern-Bonus, Hoeneß, Statusbeweis.

Noch kein roter Faden in Sicht. Aber Lamäng und Vasistas müssen rein, auch der Beweis des Bayern-Bonus’. Das Doping-Zeug (mit aktuellem “Spiegel”-Titel) nur, wenn mir sonst nichts mehr einfällt. Schicker/Schlienz müsste als Lameng-Aufhänger rein. Oder so. Oder anders.

… Breaking News: Es schneit doller. Am Fenster des Arbeitszimmers huscht die Amsel vorbei, die im Efeu an der Hauswand wohnt. Ihr Vormieter, ein Eichhörnchen, das immer auf der Fensterbank gerastet und sich geputzt hatte, wohnt hier nicht mehr. Hoffentlich nur umgezogen. Ende der Breaking News ….

Das war’s.

Kaffeekuchenknickskuss. Bis dann.

Baumhausbeichte - Novelle