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Sonntag, 24. April, 11.45 Uhr

Das Kolumnenschreiben hat richtig Spaß gemacht. Eigentlich ein schlechtes Zeichen, denn dann ist oft zu viel Kalauerei dabei. Lesen Sie selbst (Link rechts gw-Beiträge Anstoß). Auch Korrektur-Anregungen sind willkommen – wie man in der Online-Version sieht, gehe ich nach dem Schlusspfiff noch einmal ran, dann kann ich fürs Blatt noch verbessern.

Jetzt schon wieder Materialsichtung für “Ohne weitere Worte”. Im Lauf der Woche kam nicht viel zusammen, vor allem keine knackigen Knüller. ”Spiegel” und “SZ-Magazin” stehen noch aus. Im aktuellen “Spiegel” schreibt Uwe Buse die Titelgeschichte über Testosteron. Mit Selbstversuch. Den Autor habe ich  kennengelernt, als er nach R.’s Tod die Titelgeschichte schrieb. Wir saßen damals bei “meinem” Griechen im “Boxer-Klub”, er wollte Information aus quasi erster Hand, ich wollte ihn unterschwellig so dirigieren, dass die Geschichte in meinem Sinne ausfiel (keine Doping-, sondern eine Gesellschaftssache). Hat nicht geklappt, jedenfalls nur in Ansätzen. Obwohl ich es, glaube ich, ziemlich gut gemacht habe. Aber Buse war schon damals ein zu guter Profi, um sich von seiner Linie abbringen zu lassen. Was natürlich ein professionelles Kompliment ist. Obwohl ich immer noch glaube und bei uns oft genug geschrieben habe, dass das Dopingproblem des Sports ein vergleichsweise kleines ist gegenüber dem gesamtgesellschaftlichen des Optimierungswahns, jener Bewegung, deren Speerspitze mein bester Freund gewesen ist.

In Buses Text kommt das jetzt auch klar durch. Wäre ich ein Besserwisser, würde ich sagen: Siehste, ich hatte recht!

Ach was, ich bin in Sachen Doping ja ein penetranter Besserwisser, also: Siehste, ich hatte recht!

Zu den Cartoons, von denen ich heute früh schrieb: Führte ich mein “Best of” noch, käme “Am Rande der Gesellschaft” von Hauck & Bauer aus der heutigen FAS dazu. Bild: Ein Pfleger schiebt einen Alten im Rollstuhl. Dialog in vier Bildern. 1. “Aus welchem Teil Polens kommen Sie denn?” – “Aus Katowice.” 2. “Ah! Kattowitz! Das kenne ich gut!” – “Lieber Gott, lass ihn bitte nicht weitererzählen.” 3. Der Alte schweigt, der Pfleger schiebt. 4. “Aus welchem Teil Polens kommen Sie denn?” – “Danke!”

Herrlich. Muss ich irgendwie in “Ohne weitere Worte” bringen. Nur wie, ohne Bilder und ohne weitere Worte?

 

Baumhausbeichte - Novelle