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Sonntag, 17. April, 6.30 Uhr

Noch nicht in den Agenturmeldungen der Nacht, aber aus dem Internet gefischt: Dirk Nowitzki geht mit Dallas im ersten Playoffspiel 70:108 unter. Das fängt so schlecht an, dass man sagen muss: Das fängt ja gut an!

Ironie ist ja oft ein heikles Kapitel, weil manche – durchaus ehrenwerte, sympathische und auch kluge – Menschen überhaupt kein Gespür dafür haben. “Das fängt ja gut an!” könnte bei der  Step-by-step-Annäherung an sie  für sie der erste Schritt sein. Jeder versteht die Ironie in diesem Satz, der das Gegenteil von dem ausspricht, was er meint. Viele Steps weiter kommt man bei dem Herrn an, dessen Name in aller Munde ist und den dennoch kaum jemand, außer auf den kursierenden aktuellnachrichtlichen Stand-Bildern, schon zu Gesicht bekommen hat. Das wird sich ändern, seine Einschaltquoten werden explodieren. Böhmermann würde, wenn er der geniale Satiriker ist, der er sein soll (was ich mangels Kenntnis weder bestätigen noch verneinen kann), wahrscheinlich sagen: Wer explodiert eher, die Quote oder ich?

Wäre hart, ungefähr so wie Matthias Beltz’ Reaktion auf das Briefbombenattentat auf  den früheren Wiener Bürgermeister, ich glaube, er hieß Zilk (und war mit Dagmar Koller verheiratet? Beides könnte ich en Passant googeln, aber das wäre beim Blog-Spontanschreiben unsportlich) … und wie geht der Satz grammatisch weiter? Kurzer Blick zurück … aha .. , der dabei eine Hand verlor, worauf ihn Beltz in einen Second-Hand-Shop schicken wollte. Genial, aber so extrem böse, wie Beltz im Privatleben ein ganz Lieber war.

Ich mache lieber kleine harmlose Wortspielchen, wie vorhin “an sie für sie”. Nachteil dabei: Wem sie nicht als solche auffallen, der denkt höchstens: holpriger Stil.

Alarmierende Meldung der Nacht: Erdbeben in Ekuador, mindestens 28 Tote. Nächste Meldung: 41. Die Zahl der Beben-Stärke lässt befürchten, dass die Zahl der Opfer weiter steigen wird: 7,8. In der Sportsprache wäre dies Jahresweltbestleistung und ein vorderer Platz in der ewigen Bestenliste – aber unbedingt hinzuzufügen ist, dass dies schwarzer Humor ist, und der spielt bekanntlich mit dem Entsetzen Scherz, notfalls mit dem eigenen.

Beim Warmschreiben für die Montagsthemen bei Ironie und schwarzem Humor hängen geblieben. Ist nicht zielführend für die Kolumne. Oder doch? Soll ich etwas davon für die Montagsthemen nach- und zubereiten? Frühmorgensblogleser, bitte melden Sie sich!

Weitere Meldungen der Nacht: Shakespeares 400. Geburtstag wird gefeiert, ein sehr besonderes Ereignis, weil man nicht mal weiß, ob das Geburtstagskind überhaupt gelebt hat. Dass Horst Hrubesch heute  seinen 65. Geburtstag feiert, dafür ist er selbst der lebende Beweis.  Dass ihn dpa bedauert, dass er seinen Geburtstag fern der Heimat  in Brasilien feiern muss, um als Trainer der DFB-Olympiamannschaft vorbereitend nach dem Rechten zu sehen, treibt uns Krokodilstränen in die Augen: Ooooch, der Arme! Rio!!! Was würde Hrubesch zu dem Mitleid sagen? Wahrscheinlich wieder das, was ihn auf einen vorderen Platz in meiner Zitatenrangliste gebracht hat: “Ich sage nur ein Wort: Vielen Dank!

Statt Knoten ins Taschentuch Stichworte in den Sonntagfrühmorgensblog: Leserbrief BVB-Historie und Lahm-Zitat Kicker / Sturm und Meldonium / Eintracht: Der Trend ist der Feind (Kittel, Kampl) / Der schönste Job der Welt (Papst und Bundespräsident). Dazu eventuell manches Obige. Aber jetzt erst mal KKKK. Bis dann

 

Baumhausbeichte - Novelle