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Ohne weitere Worte (vom 12. April)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Zizou derweil staatsmännisch an der Seitenlinie. Zizou, Alter. Zinedine fucking Zidane. In Wolfsburg. Als würde man Linda Evangelista dabei zusehen, wie sie bei Hähnchen-Harry in der Pommesbude steht und mit Zewa die Fettflecken von den Plastiktischen abwischt. (Beginn des Livetickers zum Spiel Wolfsburg gegen Real im Fußball-Magazin 11Freunde)
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Tuchel ist jemand, der (…) auch die spielerisch-taktischen Lernfortschritte seiner Mannschaft seit Monaten als Selbstzweck lobt. (…) Klopp ist burschikoser. Die Spielweise seiner bisweilen limitiert wirkenden Liverpooler sagte, leicht zusammengefasst, nur eins aus: Wir sind alle drei Köpfe größer als ihr und wir wollen euren Skalp! (Freddie Röckenhaus in der Süddeutschen Zeitung)
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Bei allem Respekt für diesen grundsympathischen Typen: Eine Liga, in der der deutsche Innenverteidiger Robert Huth, eine der Stammkräfte des Überraschungsteams aus Leicester, zu den Besten des Wettbewerbs gehört, kann nicht die beste der Welt sein. (Juan Moreno im Spiegel über die englische Premier League)
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Fußball, präsentiert von Gazprom, einem Wettanbieter, Kreditinstituten. Wann schalten eigentlich die Taliban die ersten Werbespots? (11Freunde-Liveticker bei Werbeeinblendung)
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Englische Teams kaufen ein wie manische Oligarchentöchter aus Moskau. Viel zu viel, viel zu teuer und ohne Verstand. (Moreno/Spiegel)
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Der Tennisplatz war ihr Theater, aber Scheinwerfer und Glitzer machten sie nervös. Sie liebte Konzerte, saß allerdings nie ganz vorn, um nicht entdeckt zu werden. Einmal war sie bei Carlos Santana, der sah sie im Publikum, er rief Steffiii, Steffiii, sie musste auf die Bühne: Was will man machen, wenn Carlos Santana nach einem ruft? Da stand sie, Sambarasseln in der Hand, und wollte im Boden versinken. (Holger Gertz im SZ-Magazin in einer Hommage auf Steffi Graf)
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Star und Fan haben sich (…) auf einem Konzert (…) kennengelernt, als Maffay die blonde Frau auf die Bühne holte, so wie Hunderte vor ihr. (…) Mittlerweile heiraten Stars ihre Fans, anstatt einfach nur wilden Sex zu haben. Peter Maffay ist da kein Einzelfall. Zu nennen wäre außerdem Scooter. Konstantin Wecker. Helmut Kohl, wenngleich der bei der Heirat mit Langzeitfan Maike Richter schon 78 war. (Özlem Topcu in der »Gesellschaftskritik«-Kolumne im Zeit-Magazin über “Stars, die Groupies heiraten”)
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Schluss. Wolfsburg besiegt Real Madrid mit 2:0. Leute, die diesen Satz glaubten, glaubten auch: »Eventuell neuer Planet entdeckt worden.« »Claudia Effenberg zeigt ihre sinnliche und intellektuelle Seite.« »Franz Beckenbauer kann sich an etwas erinnern.« (Ende des Livetickers vom Spiel Wolfsburg – Madrid im Fußball-Magazin 11Freunde)
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Darüber werden sie in Wolfsburg noch sprechen, wenn kein Mensch mehr weiß, was eigentlich ein Dieselmotor war. (Peter Unfried in der taz)
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Hohn und Spott ergossen sich über ihn, die Fotos seines Scheiterns machten die Runde: Ronaldo auf dem Hosenboden sitzend, ausgerutscht, jammernd und klagend. Hat er das wirklich verdient? Durchaus. Doch er wird diese Schmach nicht auf sich sitzen lassen. Nicht, dass wir es uns wünschen: Aber Ronaldos Rache im Rückspiel könnte ganz, ganz fürchterlich ausfallen. (Volker Stumpe in der Kolumne »Schluss für heute« der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle