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Ostermontag, 28. März, 6.55 Uhr

An Ostern gibt es den Sonntagfrühmorgensblog am Montag und die Montagsthemen am Dienstag, was ebenso Tradition und hessischer Trotz ist wie der Blog, der hier kein korrektes Neutrum ist. Leicht verspätet heute, aber eigentlich ist es ja erst kurz vor sechs. Vorab schon mal die Post von Prof. Paul E. Nowacki in die “Mailbox” gestellt – aus mehreren Gründen sehr bemerkenswert.

In den Meldungen der Nacht taucht als letzte bzw. erste die aktuelle Ergebnisliste der NBA auf. Hohe Dallas-Niederlage in einem beidseitigen Hundert-Punkte-Spiel bei den Sacramento Kings. Mehr als das nackte Ergebnis weiß ich noch nicht. Nowitzki wird doch nicht wirklich die Playoffs verpassen!?

Die anderen Meldungen im dpa-Kanal und auch bei “Bild” und “Süddeutsche” sind sehr unerfreulich. 70 Tote in Pakistan, schwerer Unfall mit einem Toten bei Radrennen … ach, ich schau jetzt einfach nicht weiter hin. Bei all dem, was in der Welt geschieht, könnte man glauben, sie sei aus den Fugen. Aber wahrscheinlich war früher alles noch viel schlimmer, wir erfuhren nur nichts davon.

Ist die Lage rund um die Flüchtlings-Katastrophe ruhiger geworden? Scheinbar ja. Aber auch hier sehen wir nur das, was uns gezeigt wird, und nicht das, was sich an Tragödien fernab von Kameras abspielt, zum Beispiel im Herzen Afrikas, wo seit Jahrzehnten hin und her geflüchtet, gemordet und krepiert wird. Oder im hintersten Asien, oder, oder, oder.

Wir sehen leere Aufnahmelager und atmen auf. Sehr kurzsichtig. Das wahre Problem haben wir uns schon längst eingeladen. Natürlich sind die meisten der ca. 1,2 Millionen schon angekommenen Flüchtlinge anständige Menschen, die Schlimmes erlebt haben. Viele von ihnen werden, wollen und können sich auch integrieren, uns bereichern und nicht übermäßig belasten. Aber klar ist auch, dass überproportional viele in die Hartz-4-Zone einwandern und dort ihr Leben lang bleiben werden. Am gefährlichsten aber: Wie viele der 1,2 Millionen sind potenzielle oder reale Terroristen, wie viele “schlafen” ihren Taten entgegen? Als IS-Stratege hätte ich jedenfalls gewusst, was ich getan hätte, als letztes Jahr in der Begrüßungs-Orgie alle Dämme brachen und man unkontrolliert einsickern konnte. “Ich bin Syrer” – schon war man drin.

Aber vielleicht sehe ich alles viel zu alterspessimistisch. Ich bin ja auch sicher, dass bald die Immobilienblase platzen wird. Und die Geldblase. Besser, ich vertraue dem Physiker und Comedian Vince Ebert: “Wir denken zwar, dass alles immer schlimmer wird, aber das stimmt gar nicht. Tatsächlich hat sich die Lage auf der Welt in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch verbessert. Das misst sich an Lebenserwartung, Kindersterblichkeit, Alphabetisierung, Nahrungskalorien pro Kopf oder dem Durchschnittseinkommen. Egal, welchen Indikator man auch immer nimmt – alle sahen vor 25, 50 oder 100 Jahren schlechter aus. Und zwar weltweit.” Sagt er in einem FR-Interview, aus dem ich mir für morgen und  ”OWW” zwei andere Zitate (kürzer, knalliger) zurückgelegt habe. Ob beide reinkommen, weiß ich noch nicht, denn der Stapel der zusammengelesenen Auswahl ist viel höher als sonst.

Jetzt also Sommerzeit. Ich bin einer ihrer Fans. Obwohl  eine lange Durststrecke kommt. Als Schoko-Freak mit spezieller Vorliebe für Lindt- und Milka-Weihnachtsmännern und Osterhasen kann ich morgen zwar noch Hasen-Vorräte zum halben Preis kaufen und anlegen, doch das hält nicht lange. Dann folgen viele Monate der Abstinenz, bis ich der Erste sein werde, der bei den von Puristen beklagten, für sie viel zu früh im Regal stehenden Weihnachtsmännern abräumen werde.

Langsam muss ich mich an die dienstäglichen Montagsthemen machen. Auch hier habe ich schon viel Auswahl, angefangen beim Länderspiel. Stichworte: Zuschauer, Rolfes, Scholl, Kahn, Cantona, Dalida, Gomez, Eintracht-Training, “ff”, einarmiger HH-Torwart, Scanner “selbst für Journalisten”, Geldautomaten ausspuckende Banknoten (neu für die Subjekt-Objekt-Sammlung) – krieg ich gar nicht alles unter. Und jetzt lese ich erst noch SZ vom Samstag und FAS vom Sonntag, habe beide noch nicht angetastet und mir als Begleitlektüre für KKKK zurückgelegt. Kaffee, Kuchen, Knicks, Kuss, und jetzt ist Schluss. Bis dann.

 

Baumhausbeichte - Novelle