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Ohne weitere Worte (vom 22. März)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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War das ein Sieg ausschließlich in der Tradition von Oliver Kahn, ein Sieg des Immer-immer-Weiter? War Guardiola gegen Juve also nur ein Augenzeuge mit besonders guter Sicht? (Christof Kneer in der Süddeutschen Zeitung)
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Am Ende wurde es kein Sieg der Guardiola-Bayern, sondern der Hoeneß-Bayern. Und damit der DNA dieses Klubs. (…) Als »dummes Zeug« kritisierte der Sportvorstand Matthias Sammer (…) die Behauptung von Hoeneß, dass Pep Guardiola (…) das Triple gewinnen müsse. (…) Das klingt, als gehe es bei den Bayern im Jahr 2016 wirklich nicht so sehr ums Triple. Sondern um die Macht. (Christian Eichler in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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Selten hat jemand ehrlicher über die kleinen, aber doch so entscheidenden Momente im sonst so verschlossenen Fußballbetrieb gesprochen. Auch die vielleicht im Nachhinein etwas überzogene Verehrung des Katalanen Pep Guardiola im Winter 2012 (…) und die daraus resultierende Enttäuschung vom damaligen Bayern-Trainer Jupp Heynckes verschwieg Uli Hoeneß nicht. (Cathrin Gilbert in der Zeit über die Hoeneß-Rede beim Festakt für Heynckes)
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»Seine philosophischen Ansprachen – das ist Scheiße für Fortgeschrittene.« (Zlatan Ibrahimovic über seinen Extrainer Guardiola / aus einem »Best of« seiner Sprüche in Sport-Bild)
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Ein überzuckerter Horror siegt sich Richtung Bundesliga. Ein Kunstprodukt vom Reißbrett, ohne jede Tradition und damit inakzeptabel für jeden Fußballpuristen. (…) Wird man ab Mai aus fußballhygienischen Gründen für Bayern München jubeln müssen? (Bernd Müllender in der taz über RB Leipzig)
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»Persönlich hat er sich nicht bereichert, da bin ich so sicher, wie ich Fahrrad fahren kann. (…) Wenn Beckenbauer all die Wahlmänner nicht mit seinem Charme zugeschüttet hätte, wäre die Weltmeisterschaft nicht nach Deutschland gekommen. Ob nun mit sechs Millionen mehr oder weniger ist bei dem Korruptionsstandard der Fußballverbände gar nicht mal viel. Wer meint, es ginge ohne kleine Geschenke am Wegesrand, der ist ein Parsifal, ein dummer Tor.« (Intendant Jürgen Flimm im Zeit-Interview)
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»Mittlerweile bin ich nicht mehr stolz darauf, dass ich wegen dieser Geschichte (Anm.: Flucht vor 30 Jahren nach dem 3:7 von Dynamo Dresden in Uerdingen) in der Zeitung stehe. Mir wäre lieber, da würde stehen: Der Bischofswerdaer Fußballverein 08 ist in die Regionalliga aufgestiegen – und Geschäftsstellenleiter Frank Lippmann leistete dafür einen kleinen Anteil.« (Frank Lippmann im Welt-Interview)
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»Ich habe damals nur 90 Kilo gewogen«, sagt Wiese. »Ich war ein Lauch.« Heute ist er so, wie er sich mag: ein muskelbepackter Fleischberg (…), Bizepsumfang 50 Zentimeter, 120 Kilogramm Gesamtgewicht, 10 Prozent Fettanteil. Er mag sich als Tier, nicht als Gemüse. (Marc Hujer/Rafael Buschmann im Spiegel über  Ex-Fußballtorwart Tim Wiese)
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»Weihnachten 2008 stellte Boris in einem Restaurant die Frage aller Fragen«, berichtet Echo der Frau: »Es war überhaupt nicht romantisch. Es gab keinen Ring, nichts. Es war nur: ›Wir heiraten‹, verriet Lilly«. Äh, »Wir heiraten« heißt die Frage aller Fragen? Klingt eher nach dem Befehl aller Befehle. (Jörg Thomann in der FAS-Rubrik »Herzblatt-Geschichten«)
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»Ich hätte bei Effenberg schon skeptisch werden müssen, als er bei seiner Vorstellung sagte: ›Ich bin es wirklich.‹ Es ist ja nicht so, dass wir auf einen Geistheiler gewartet haben.« (Paderborns Boss Wilfried Finke in Sport-Bild)
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»Was ich gar nicht ertragen kann, sind Menschen ohne Humor. Vor allem die, die nicht über sich selbst lachen können. Wir sind doch alle irgendwo Witzfiguren, die durchs Leben irren.« (Dustin Hoffman im Interview der Frankfurter Rundschau) (gw)
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(www.anstoss-gw.de gw@anstoss-gw.de)

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