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Ohne weitere Worte (vom 15. März)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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»Das am Ende damit abzutun, dass er immerhin einen Boot-Führerschein und einen guten Stoffwechsel hat, sind Dinge, die ich im Zusammenhang mit dem FC Paderborn nicht akzeptieren kann.« (SCP-Präsident Wilfried Finke in Sport-Bild über Stefan Effenbergs Reaktion auf die fehlende Trainerlizenz)

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Er (der Freshfield-Bericht) ist ein einziges Dokument der Willenskraft. (…) Unendlich viele einleuchtende und absurde, peinliche und sauteure diplomatische Schritte, Gefälligkeiten, Zuvorkommnisse – ein Wort, das wir hier eigens für die DFB-Aktivitäten erfinden – waren nötig, damit es so weit kam. (…) Nein, nein, das war keine Korruption! Wohl aber war es entschlossenes Networking im Geiste des Prinzips »Eine Hand wäscht die andere«. (Peter Kümmel in der Zeit)

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Die Forscher schlagen vor, einen Sieg mit vier Punkten zu belohnen. Ihren Berechnungen legen sie eine Theorie aus den Wirtschaftswissenschaften zugrunde, die besagt, dass für Menschen ein Verlust 2,25-mal so stark wiegt wie ein Gewinn. »Wenn vier Punkte winken (…) werden sie bei einem Gleichstand offensiver spielen, auf das Siegtor drängen.« (Spiegel über eine Studie der Uni Münster)

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Wie oft werden Sie auf die »Schwalbe« im WM-Finale 1974 angesprochen? – »Klar, dass ich berührt wurde. Wenn man sieht, was heutzutage alles gepfiffen wird, war es ein richtig böses Foul.« (Bernd Hölzenbein im Kicker-Interview)

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Wie war das Nationalspielerdasein damals? – »Im Trainingslager gab es ein einziges Telefon. Es wurde von einem DFB-Vertreter mit Stoppuhr bewacht. Wenn man nach Deutschland telefonierte, wurde die Zeit genommen, und am Ende wurden die Kosten von den Spesen abgezogen.« (Hölzenbein/Kicker)

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»Solange es rechnerisch noch möglich ist, ist es unsere Aufgabe, daran zu glauben«, sagte Hannovers Kapitän Christian Schulz. (…) Ein Satz, der im Übersetzungsbuch »Deutsch – Profifußball – Deutsch« folgendermaßen erklärt wird: »Also genaugenommen sind wir fast abgestiegen, weiß hier eigentlich auch jeder. Aber sieht auch doof aus, wenn wir nicht mehr zur Arbeit kommen«. (aus dem Fußball-Magazin 11Freunde)

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Er wurde Speed-Skiläufer und versuchte sich an Geschwindigkeits-Weltrekorden. Er raste mit dem Mountainbike die Berge hinab, bei einem jährlichen Rennen im nahen Saas-Fee sogar auf Schnee aus 3800 Metern hinab bis ins Tal, mit weit mehr als 100 Kilometern pro Stunde und Körperkontakt zu den Konkurrenten. (FAS über den Mainzer Trainer Martin Schmidt)

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Trapp (…) hat gerade in (…) der Champions League einen Reflex gezeigt, nach dem die Reporter an den Mikrofonen ausflippten und schrien: Wie der Wolff! Wie der Wolff! – »Das ist ’ne Ehre, oder? Wenn man so was liest: Der Andreas Wolff des Fußballs!« (Handball-Nationaltorwart Andreas Wolff im Interview der Süddeutschen Zeitung)

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»Als im September so viele Deutsche die Flüchtlinge hilfsbereit empfangen haben, entspannte sich die gereizte Stimmung im Land erst einmal. (…) Aber heute wissen wir nicht, ob wir im Eifer dieser Großherzigkeit damals unseren Untergang besiegelten. Es ist ja denkbar, dass Europa in drei Jahren auseinanderbricht – und für diesen Fall sind die Verantwortlichen schon ausgemacht: wir Deutschen und unsere Bundeskanzlerin.« (der Makrosoziologe Heinz Bude im Spiegel-Interview)

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Gutsch fürchtete einen sozialistischen Theaterabend (…), wurde aber überrascht: Er erlebte eine glitzernde Show mit Striptease-Nummern und singenden Transvestiten. »Noch ist der Sozialismus auf Kuba nicht tot«, sagt Gutsch. (aus der »Hausmitteilung« im Spiegel)  (gw) * (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle