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Sonntag, 13. März, 6.45 Uhr

In der Frühe etwas später als sonntags üblich, da schon mit einem Leser korrespondiert. “Waren Sie nicht ein sehr erfolgreicher Hürdenläufer?”, fragt er im P.S. seiner Mail. Nee, nee, antworte ich ihm.  Der Hürdenläufer hieß Bert Steines, und als Junge habe ich immer angegeben, ich sei mit ihm verwandt. Stimmte aber nicht. Ich war ein weniger erfolgreicher Kugelstoßer. Kurioserweise wurde Bert Steines später Lehrer an der Gießener Lio, und noch später wohnt(e?) seine Tochter im selben kleinen Dorf wie ich. Den Bert hat der Gerd trotz räumlicher Nähe nie kennengelernt.

Nicht alles, siehe oben, soll und darf in die “Mailbox” aufgenommen werden. so macht mich eine langjährige sehr geschätzte Leserin “nur zum eigenen Gebrauch” auf

http://www.korrekturen.de/beliebte_fehler/verkackeiern.shtml

aufmerksam. Ich hatte in der Samstags-Kolumne aber bewusst geschrieben, dass ich mich verkackeiert habe. Vergackeiern, meinte ich und schrieb ich ihr, trifft nicht das, was ich sagen wollte, denn ich dachte, es komme von Hühnern, die stolz ihre Eier gackernd melden (scheint ja laut Link in etwa zu stimmen). “Verkackeiern” sollte ein milderer Ausdruck für “verarschen” sein. Ohne nachzuschauen war ich der Meinung, das Wort gäbe es so oder so nicht in der Hochsprache, so dass es egal sei, wie ich es schreibe. Aber “vergackeiern” gibt es natürlich, wie ich jetzt nachgeschlagen habe, und mein “verkackeiern” ist daher schlicht falsch.

In den Meldungen der Nacht erklärt dpa den Unterschied zwischen Hase und Kaninchen aus Menschensicht (optische Differenzen). Aus indirekter Hunde- und Hundehaltersicht ist der wichtigste Unterschied: Entwarnung beim Hasen, den kriegst du sowieso nicht. Alarm beim gemächlich hoppelnden Kaninchen.

Tierisch auch das Jubiläum, das dpa aufgreift. Überschrift: “Vergessener Eisbär? – Stille um Knut zum fünften Todestag”. Ein echter Skandal. Weiter im Text: “Er taumelt, stürzt in den Wassergraben seines Geheges – und ertrinkt. Seine Fans dürften diese Bilder bis heute nicht vergessen haben. Fünf Jahre ist es her, dass der Berliner Eisbär Knut vor den Augen zahlreicher Besucher im Zoologischen Garten gestorben ist. Trauriger Jahrestag ist der 19. März. Doch wie präsent ist die Erinnerung an Deutschlands wohl berühmtestes Zootier noch?” – Überhaupt nicht mehr. Aber wer bringt die Erinnerung zurück? dpa und ich.

Ich bin sowieso ein guter Mensch. Gestern habe ich schnell für eine gewisse Dame (KKKK) und ihr Senioren-Journal einen “progressiven Alt-Tag” geschrieben (eigentlich sollte ich aus Platzgründen pausieren, aber dann öffnete sich eine Lücke), und dabei griff ich auch auf ein Interview mit einem Schriftsteller und Fernsehschaffenden zurück. Gemerkt habe ich mir die Methode, ”woran man einen guten Menschen erkennt? Dass er sich umdreht, wenn jemand Arschloch ruft”.

Gag für die “Montagsthemen”? Oder bleibt die Pointe zu unklar? Was schreibe ich überhaupt? Habe mir noch keine Gedanken machen können, da gestern der progressive Alt-Tag dieselben beanspruchte, und Multitasker bin ich auch im Denken nicht. Aber jetzt kommt erst mal mein schönstes und einziges Honorar für den progressiven Alt-Tag: KKKK, Kaffee, Kuchen, Knicks und Kuss.

Baumhausbeichte - Novelle