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Ohne weitere Worte (vom 8. März)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Dieses Spiel ist so spannend, dass sie beim Dortmunder Ortsverband der Grünen inzwischen Crystal Meth nehmen, um sich zu beruhigen. (aus dem Live-Ticker des Fußball-Magazins 11Freunde zum Spiel BVB – Bayern)

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Taktisch muss man dieses Spiel teilen. Einmal in die ersten 30 Minuten und einmal in den Rest. Die erste halbe Stunde war avantgardistisches Heavy Metal. Die restliche Zeit war ein solider Coldplay-Song. (Martin Schneider auf SZ online)

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Reus versucht, Neuer mit einem flachen Heber von der Mittellinie aus zu überwinden. Was in etwa so aussieht, als hätte Danny DeVito einen Slamdunk versucht. Gegen Shaquille O’Neal. Ohne Ball. (Live-Ticker 11Freunde)

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Die Monster in der Mitte, wie etwa Shaquille O’Neill eines war, gelten nun als aussterbende Spezies, wie auch Post-Up-Spezialisten wie Dirk Nowitzki. (Jürgen Schmieder in der Süddeutschen Zeitung über den von Stephen Curry angestoßenen neuen Trend im Basketball)

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Das (Mittelfeld) hat heute – angeführt von »Ballonspielern« – gefälligst den »Raum zu verdichten«, möglichst im »Schwarmverhalten«, auf dass die Zwischenräume nicht entstehen, die dann »der Gegner bespielen« kann, »weil die Kette nicht durchgesichert« war und der »abkippende Sechser« das Zentrum freigab, weil er für den »hoch stehenden Außenverteidiger« auf den »inversiven Außen« des Gegners achten musste. Alles klar so weit? (Frank Lußem im Kicker über die neue Fußball-Sprache)

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In genialer Schlichtheit gab einst Zlatan Ibrahimovic in Barcelona seinen Senf dazu: »Den Philosophen brauchen wir nicht. Der Zwerg und ich reichen völlig aus.« Guardiola hieß der Philosoph, Messi der Zwerg. (Lußem/Kicker)

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Anders als etwa in England, wo schon Kinder dazu angehalten werden, dass sie auf dem Platz die Integrität ihres Sports zu schützen haben, lebt sich im Fußball oft eine tief verankerte Gauner-und-Schlawiner-Kultur aus, gesegnet von der Hand Gottes. (Michael Horeni in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)

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Bürki hält gegen Robben. Und der reklamiert Handspiel. Das würde er wohl auch beim Volleyball tun. (Live-Ticker 11 Freunde)

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Die Doktorandin Christiane Schulte (hat) am Center for Metropolitan Studies in Berlin einen wissenschaftlichen Vortrag gehalten. (…) Darin enthüllte die junge Historikerin, dass zahlreiche Grenzhunde der DDR von den KZ-Wachhunden der Nazis abstammten. Nach 1990 seien einige dieser Hunde und ihre Nachfahren dann an der EU-Außengrenze eingesetzt worden und dort durch besonders aggressives Auftreten gegen Flüchtlinge aufgefallen. (…) Der Beitrag wurde  (…) in der Zeitschrift »Totalitarismus und Demokratie« des renommierten Hannah-Arendt-Instituts nachgedruckt. (Harald Martenstein in seiner Kolumne im Zeit-Magazin)

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Damenduell: Steffi Graf gegen Martina Navratilova, Leni Riefenstahl gegen Marlene Dietrich – und jetzt Malu Dreyer gegen Julia Klöckner. (SZ online)

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Wenig später meldeten sich (…) die Autoren der Rede, die frei erfunden war. (…) Sie (…) hätten beweisen wollen, dass in Deutschland akademischer Konformismus herrscht. Anders ausgedrückt: Jeder Quatsch hat eine Chance, zur Wissenschaft erklärt zu werden, sofern er ins Weltbild der Auftraggeber passt. (Martenstein/Zeit-Magazin)

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Manche mögen einwenden, dass AfD und Pegida nicht dasselbe seien. Genauso gut könnte man behaupten, der VfL Wolfsburg habe nichts mit VW zu tun. (Markus Feldenkirchen/Spiegel)

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Das, was in der Zeitung oder im Fernsehen kommt, muss nicht stimmen. (…) Was in wissenschaftlichen Zeitschriften als wissenschaftliche Wahrheit verkündet wird, muss aber auch nicht stimmen. Und das, was man selber für wahr und richtig hält, stimmt vielleicht am allerwenigsten. (Martenstein/Zeit-Magazin) (gw) * (www.anstoss-gw.de gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle