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Sonntag, 6. März, 6.45 Uhr

In den Meldungen der Nacht vergeblich nach dem Nowitzki-Spiel gesucht. Dallas spielt wohl erst heute abend. Warum ich mich überhaupt dafür interessiere, bleibt dem rationalen Teil meines Sportkopfes schleierhaft. Es geht schon seit Wochen und es wird in den nächsten Wochen nur darum gehen, ob Dallas als Sechster, Fünfter oder Siebter in die Playoffs startet.

Bei der Suche das übliche Deprimierende gefunden. “Experte: Flüchtlinge Chance für Pflege in Deutschland.” Die einen betonen bei ihrer Kosten-Nutzen-Rechnung den Nutzen, die anderen die Kosten. Beide sind die scheinbar Rationalen. Aber darum geht es doch gar nicht. Bei den Irrationalen betonen die einen als Dumpfbacken ihre Dumpfbackigkeit, die anderen als Begrüßungskulturbegeisterte ihre Gutmenschlichkeit. Beide sind rational nicht zu erreichen, verantwortungsethisch schon gar nicht. Es geht um die rationale Erfassung dessen, was sich weltweit abspielt, mit Deutschland als bevorzugtem Fluchtpunkt, was Deutschlands gewählte Vereinschefin mit ungewohnt irrationaler Verirrung bzw. einem Flüchtigkeits-Flüchtlingskeitsfehler massiv unterstützt hat, um jetzt verzweifelt zurückzurudern, nach diesem Barmherzigkeits-Solo, das Unbarmherzigkeit nach sich zieht (wie meist bei reiner Gesinnungsethik), untertänigst bei unbarmherzigen Potentaten um Hilfe bittend und das zuvor düpierte Europa als Crew ins Boot zu holen. Das will nicht gewarschaut werden, vor allem auch Warschau nicht. Aber bevor ich mich in Satzungetümen und Wortverdrehungen verrenne, lasse ich das Thema und schaue erst mal nach, ob “warschauen” das bedeutet, was ich meine, und ob es überhaupt “warschauen” heißt. Einen Moment bitte, hier wird live geschrieben …

och, falsch gedacht. Aus dem Lexikon seemännischer Fachausdrücke:  Warnruf: „Achtung!“, „Vorsicht!“ Wahrscheinlich eine Fehladaption des englischen Warnrufes „Watch out!“ (oder aus dem niederländischen waarschuwen = warnen). Davon abgeleitet wahrschauen: warnen, instruieren, benachrichtigen.

Knapp vorbei, aber das meinte ich nicht. Ich dachte an Zwangsrekrutierung und an frühere Abenteuerlektüre, wenn Nichtsahnende in der Spelunke zur alten Unke besoffen gemacht wurden und mit dickem Kopf als gewaltsam Angeheuerte an Bord aufwachten, schon auf hoher See.

Ich wahrschaue jedenfalls, dass scheinbar rationale Kosten-Nutzen-Rechnungen, egal, ob sie Kosten oder Nutzen betonen, in die Irre führen und zusammen mit den Irrationalen, den Unerreichbaren, den Verein spalten. Die Gefahr droht, dass unser Klub sich selbst zerstört bzw. zu einem anderen hin verändert, den niemand haben will. Auf den einfachsten Nenner gebracht: Es geht nicht um Flüchtlinge an sich, sondern um ihre Zahl, und dann noch um die Zahl derjenigen, die unsere Vereinssatzung grundsätzlich missachten und schließlich um die schon unkontrolliert Eingesickerten, die als “Schläfer” uns um den Schlaf bringen.

Och jo. Komm runter, gw, verrenn dich nicht beim sonntagmorgendlichen Warmschreibjogging rund um den Blog-Block. Du hast als Schuster, der bei seinem Leisten bleiben soll, andere Themen. In den Meldungen der Nacht gewinnen Sanders gegen Clinton und Cruz gegen Trump, ist aber als Momentaufnahme in etwa so entscheidend wie das Dallas-Spiel heute. Für die Montagsthemen interessanter sind die Begleitartikel zur Meisterschaft der Bartträger und zum Internationalen Frauentag. Das könnte zu einem Schlussgag werden, und des Kaisers Bart zu einem Schlenker zu Beckenbauer und den 6,7 Millionen. Den Einstieg habe ich mir schon gestern abend notiert: Bayern München siegt in einem Unentschieden der Extraklasse. Wenn beide diese Form halten, kann München die Champions League und muss Dortmund die Europa League gewinnen.

Oder so. Schaun mer mal. Jetzt erst einmal: KKK. Und: K.

Baumhausbeichte - Novelle