Archiv für März 2016

Ostermontag, 28. März, 6.55 Uhr

An Ostern gibt es den Sonntagfrühmorgensblog am Montag und die Montagsthemen am Dienstag, was ebenso Tradition und hessischer Trotz ist wie der Blog, der hier kein korrektes Neutrum ist. Leicht verspätet heute, aber eigentlich ist es ja erst kurz vor sechs. Vorab schon mal die Post von Prof. Paul E. Nowacki in die „Mailbox“ gestellt – aus mehreren Gründen sehr bemerkenswert.

In den Meldungen der Nacht taucht als letzte bzw. erste die aktuelle Ergebnisliste der NBA auf. Hohe Dallas-Niederlage in einem beidseitigen Hundert-Punkte-Spiel bei den Sacramento Kings. Mehr als das nackte Ergebnis weiß ich noch nicht. Nowitzki wird doch nicht wirklich die Playoffs verpassen!?

Die anderen Meldungen im dpa-Kanal und auch bei „Bild“ und „Süddeutsche“ sind sehr unerfreulich. 70 Tote in Pakistan, schwerer Unfall mit einem Toten bei Radrennen … ach, ich schau jetzt einfach nicht weiter hin. Bei all dem, was in der Welt geschieht, könnte man glauben, sie sei aus den Fugen. Aber wahrscheinlich war früher alles noch viel schlimmer, wir erfuhren nur nichts davon.

Ist die Lage rund um die Flüchtlings-Katastrophe ruhiger geworden? Scheinbar ja. Aber auch hier sehen wir nur das, was uns gezeigt wird, und nicht das, was sich an Tragödien fernab von Kameras abspielt, zum Beispiel im Herzen Afrikas, wo seit Jahrzehnten hin und her geflüchtet, gemordet und krepiert wird. Oder im hintersten Asien, oder, oder, oder.

Wir sehen leere Aufnahmelager und atmen auf. Sehr kurzsichtig. Das wahre Problem haben wir uns schon längst eingeladen. Natürlich sind die meisten der ca. 1,2 Millionen schon angekommenen Flüchtlinge anständige Menschen, die Schlimmes erlebt haben. Viele von ihnen werden, wollen und können sich auch integrieren, uns bereichern und nicht übermäßig belasten. Aber klar ist auch, dass überproportional viele in die Hartz-4-Zone einwandern und dort ihr Leben lang bleiben werden. Am gefährlichsten aber: Wie viele der 1,2 Millionen sind potenzielle oder reale Terroristen, wie viele „schlafen“ ihren Taten entgegen? Als IS-Stratege hätte ich jedenfalls gewusst, was ich getan hätte, als letztes Jahr in der Begrüßungs-Orgie alle Dämme brachen und man unkontrolliert einsickern konnte. „Ich bin Syrer“ – schon war man drin.

Aber vielleicht sehe ich alles viel zu alterspessimistisch. Ich bin ja auch sicher, dass bald die Immobilienblase platzen wird. Und die Geldblase. Besser, ich vertraue dem Physiker und Comedian Vince Ebert: „Wir denken zwar, dass alles immer schlimmer wird, aber das stimmt gar nicht. Tatsächlich hat sich die Lage auf der Welt in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch verbessert. Das misst sich an Lebenserwartung, Kindersterblichkeit, Alphabetisierung, Nahrungskalorien pro Kopf oder dem Durchschnittseinkommen. Egal, welchen Indikator man auch immer nimmt – alle sahen vor 25, 50 oder 100 Jahren schlechter aus. Und zwar weltweit.“ Sagt er in einem FR-Interview, aus dem ich mir für morgen und  „OWW“ zwei andere Zitate (kürzer, knalliger) zurückgelegt habe. Ob beide reinkommen, weiß ich noch nicht, denn der Stapel der zusammengelesenen Auswahl ist viel höher als sonst.

Jetzt also Sommerzeit. Ich bin einer ihrer Fans. Obwohl  eine lange Durststrecke kommt. Als Schoko-Freak mit spezieller Vorliebe für Lindt- und Milka-Weihnachtsmännern und Osterhasen kann ich morgen zwar noch Hasen-Vorräte zum halben Preis kaufen und anlegen, doch das hält nicht lange. Dann folgen viele Monate der Abstinenz, bis ich der Erste sein werde, der bei den von Puristen beklagten, für sie viel zu früh im Regal stehenden Weihnachtsmännern abräumen werde.

Langsam muss ich mich an die dienstäglichen Montagsthemen machen. Auch hier habe ich schon viel Auswahl, angefangen beim Länderspiel. Stichworte: Zuschauer, Rolfes, Scholl, Kahn, Cantona, Dalida, Gomez, Eintracht-Training, „ff“, einarmiger HH-Torwart, Scanner „selbst für Journalisten“, Geldautomaten ausspuckende Banknoten (neu für die Subjekt-Objekt-Sammlung) – krieg ich gar nicht alles unter. Und jetzt lese ich erst noch SZ vom Samstag und FAS vom Sonntag, habe beide noch nicht angetastet und mir als Begleitlektüre für KKKK zurückgelegt. Kaffee, Kuchen, Knicks, Kuss, und jetzt ist Schluss. Bis dann.

 

Veröffentlicht von gw am 28. März 2016 .
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Ungetwittert

Der Urknall und das expandierende Weltall: Gottes Zaun für seine eingepferchte Herde. Auch für die schlausten Kühe in ihr.

Veröffentlicht von gw am 20. März 2016 .
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Sonntag, 20. März, 6.35 Uhr

Schnellste Meldung der Nacht: Vettel gewinnt den Start und führt nach zwölf Runden. Soll ich den Fernseher einschalten? Nö.

Ich bin nicht Erster, sondern Letzter. Als Frühaufsteher. Die Besten der Familie sind auf dem Werk zu ihrem Wettkampf. Workingtest. Mein Workingtest beginnt im Blog.

FAS-Titel: Die Operation Asyl beginnt.  – Auf griechischen Inseln entsteht ein neues Bollwerk gegen illegale Migration. Tja. Mit dem Frühling werden sie wieder nach Lampedusa kommen.

Einer der Toten der letzten Tage: Lothar Späth. Ein  wendiger, schlauer, listiger kleiner Mann. Und zuletzt dement gewesen, eine seltsame Vorstellung. Als Politiker umstritten und zusammen mit Geißler an Kohl gescheitert. In der Wirtschaft erfolgreich. Weiß man alles. Was nicht alle wissen: Klümper hatte gute Verbindungen zu ihm.

Freudlose Tage in Hannover. 96 ist abgestiegen, mindestens 96prozentig. Davor wird es eng bis zum letzten Tag. In Frankfurt musste Schaaf gehen, weil: Seit Winter opponierten einige Profis gegen den Trainer, beklagten unter anderem im Vergleich zu Vorgänger Armin Veh freudloses Arbeitsklima. (Kicker). Na ja, unter Schaafs Vorgänger und Nachfolger gab es im Training wohl zu viele freudvolle Tage. Zu viel Freude im Training macht traurig im Spiel.

Vielleicht übernehme ich das in die Montagsthemen. Aber eigentlich will ich versuchen, fußballfrei zu bleiben. Leichtathletik, Rad und Sahra Connor stehen auf dem Zettel. Formel 1? Wie steht’s bei unserem Hessen? Moment, ich schaue nach … Rennen unterbrochen, 18. Runde. Schwerer Unfall von Alonso. Demnächst Neustart aus der Boxengasse. Stand: Vettel vor Rosberg.

Das Rad-Thema auf dem Zettel war vor einiger Zeit „Wer bin ich?“-Thema: Dieter Wiedemanns  „Rennen gegen die Stasi“. Anlass: Die diversen Artikel über Frank Lippmanns Flucht nach dem legendären Europacupspiel in Uerdingen. In der laufenden Runde gibt es ein bisher nie dagewesenes Zusammentreffen von Rätselfrage und aktuellem Ereignis. Dumm gelaufen. Mehr verrate ich nicht,  man muss ja dennoch erst mal drauf kommen.

Heute muss ich zwischen Blog und Kolumne auf zwei der vier „K“ …krchfgtzruehdnc …

Systemabsturz. Zwischenzeitlich mit dem alten der beiden Hunde Gassi. Jetzt geht’s wieder. Satz von vorn: Heute muss ich zwischen Blog und Kolumne auf zwei der vier „K“ verzichten (Knicks und Kuss). Kaffee und Kuchen muss ich eigenhändig hinkriegen. Selbst ist das Männlein.

 

Veröffentlicht von gw am 20. März 2016 .
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Ungetwittert

Angela Merkel setzt „weiterhin auf eine europäische Lösung“. Weiterhin? Und wer hatte Europa mit einer deutschen Lösung vor den Kopf gestoßen?

Veröffentlicht von gw am 17. März 2016 .
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Sonntag, 13. März, 6.45 Uhr

In der Frühe etwas später als sonntags üblich, da schon mit einem Leser korrespondiert. „Waren Sie nicht ein sehr erfolgreicher Hürdenläufer?“, fragt er im P.S. seiner Mail. Nee, nee, antworte ich ihm.  Der Hürdenläufer hieß Bert Steines, und als Junge habe ich immer angegeben, ich sei mit ihm verwandt. Stimmte aber nicht. Ich war ein weniger erfolgreicher Kugelstoßer. Kurioserweise wurde Bert Steines später Lehrer an der Gießener Lio, und noch später wohnt(e?) seine Tochter im selben kleinen Dorf wie ich. Den Bert hat der Gerd trotz räumlicher Nähe nie kennengelernt.

Nicht alles, siehe oben, soll und darf in die „Mailbox“ aufgenommen werden. so macht mich eine langjährige sehr geschätzte Leserin „nur zum eigenen Gebrauch“ auf

http://www.korrekturen.de/beliebte_fehler/verkackeiern.shtml

aufmerksam. Ich hatte in der Samstags-Kolumne aber bewusst geschrieben, dass ich mich verkackeiert habe. Vergackeiern, meinte ich und schrieb ich ihr, trifft nicht das, was ich sagen wollte, denn ich dachte, es komme von Hühnern, die stolz ihre Eier gackernd melden (scheint ja laut Link in etwa zu stimmen). „Verkackeiern“ sollte ein milderer Ausdruck für „verarschen“ sein. Ohne nachzuschauen war ich der Meinung, das Wort gäbe es so oder so nicht in der Hochsprache, so dass es egal sei, wie ich es schreibe. Aber „vergackeiern“ gibt es natürlich, wie ich jetzt nachgeschlagen habe, und mein „verkackeiern“ ist daher schlicht falsch.

In den Meldungen der Nacht erklärt dpa den Unterschied zwischen Hase und Kaninchen aus Menschensicht (optische Differenzen). Aus indirekter Hunde- und Hundehaltersicht ist der wichtigste Unterschied: Entwarnung beim Hasen, den kriegst du sowieso nicht. Alarm beim gemächlich hoppelnden Kaninchen.

Tierisch auch das Jubiläum, das dpa aufgreift. Überschrift: „Vergessener Eisbär? – Stille um Knut zum fünften Todestag“. Ein echter Skandal. Weiter im Text: „Er taumelt, stürzt in den Wassergraben seines Geheges – und ertrinkt. Seine Fans dürften diese Bilder bis heute nicht vergessen haben. Fünf Jahre ist es her, dass der Berliner Eisbär Knut vor den Augen zahlreicher Besucher im Zoologischen Garten gestorben ist. Trauriger Jahrestag ist der 19. März. Doch wie präsent ist die Erinnerung an Deutschlands wohl berühmtestes Zootier noch?“ – Überhaupt nicht mehr. Aber wer bringt die Erinnerung zurück? dpa und ich.

Ich bin sowieso ein guter Mensch. Gestern habe ich schnell für eine gewisse Dame (KKKK) und ihr Senioren-Journal einen „progressiven Alt-Tag“ geschrieben (eigentlich sollte ich aus Platzgründen pausieren, aber dann öffnete sich eine Lücke), und dabei griff ich auch auf ein Interview mit einem Schriftsteller und Fernsehschaffenden zurück. Gemerkt habe ich mir die Methode, „woran man einen guten Menschen erkennt? Dass er sich umdreht, wenn jemand Arschloch ruft“.

Gag für die „Montagsthemen“? Oder bleibt die Pointe zu unklar? Was schreibe ich überhaupt? Habe mir noch keine Gedanken machen können, da gestern der progressive Alt-Tag dieselben beanspruchte, und Multitasker bin ich auch im Denken nicht. Aber jetzt kommt erst mal mein schönstes und einziges Honorar für den progressiven Alt-Tag: KKKK, Kaffee, Kuchen, Knicks und Kuss.

Veröffentlicht von gw am 13. März 2016 .
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