Archiv für März 2016

Hulk Hogan (WBI-Auflösung vom 31. März)

Dass Hulk Hogan zum Ende der Einsendefrist plötzlich Schlagzeilen produzierte, als ein US-Gericht ihm wegen eines Sex-Videos über hundert Millionen Dollar Schmerzensgeld zusprach, mag für späte Rater eine Hilfe gewesen sein. Aber nicht jeder liest Boulevard-Schlagzeilen, und wenn doch, bringt er sie nicht automatisch mit einer WBI-Runde in Verbindung. Es gab sowieso auch andere Gründe, die Wrestling-Ikone zu identifizieren, denn »viele, die im letzten Jahrhundert, so zwischen 1980 und 1999, mit Männern ferngesehen haben, kennen den Gesuchten« (Beate Dachauer/Butzbach).
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Dr. Raymund Geis aus Reiskirchen, ein früherer Hochspringer, hat »bisher – im Gegensatz zum ›Anstoß‹ – WBI stets nur überlesen, die Lösung für mich, obwohl ›sportverrückt‹, für aussichtslos befunden bzw. die Geduld zum Forschen nicht aufgebracht. Und ich habe die Spitzenlöser, von denen ich ein paar kenne, echt bewundert!« – Ich auch! Aber jetzt gehört Dr. Geis selbst zu den »Spitzenlösern«, stolze 41, die mit Hulk Hogan punkten konnten.
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Hogans Leben und die meisten Anhaltspunkte aus dem Ratetext sind mittlerweile durch die einschlägige Prozessberichterstattung bekannt, daher beschränke ich mich für alle, denen Hogans seltsame »Sportart« fremd ist, auf die Hoch-Zeit des Wrestlings, damals, gegen Ende des 20. Jahrhunderts. Es war eine lebende Comic-Strip-Serie, die Kinder und Erwachsene, eher einfach Gestrickte und intellektuell Angehauchte gleichermaßen entzückte. Hulk Hogan, Sting, Bret Hart, Randy Savage, Ric Flair, der Undertaker und wie sie alle hießen verbreiteten den Charme von Donald-Duck-Geschichten, gezeichnet von Carl Barks und getextet von Dr. Erika Fuchs. Es war die Blütezeit des verspielten, selbstironischen Wrestlings (vulgo: Catchen), das in späteren Jahren versimpelt wurde.
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Wrestling damals: Bis ins kleinste Detail inszeniert, geprobt und dargestellt. Wie bei einem Spitzen-Tanzpaar wusste jeder, mit welcher Bewegung er sich der Bewegung des Partners anpassen musste. Wenn man sich diesen perfekt choreographierten Turniertanz muskulöser Stuntmen anschaute, wenn man dann noch den ständig wiederholten Warnhinweis auf dem Bildschirm sah (»Don’t try this at home«), dann konnte man seine helle Freude an diesem Spektakel haben – aus der ironischen Distanz. Mittlerweile bleibt nur Distanz, denn das moderne Wrestling ist öde und phantasiearm geworden. Kein Esprit mehr, nur noch Trash. Aber das gilt ja nicht nur für das Wrestling.
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Vielleicht begann der Untergang mit einem Absturz: Als Owen Hart, einer der Stars der Szene, im Mai 1998 im grellbunten Kostüm des »Blue Blazers«, einer Art Vogel, von einer 30 Meter hohen Stahlkonstruktion in den Ring stürzte. Der Karabinerhaken des Seils an seinem Gürtel hatte sich gelöst. Hart war sofort tot. Frenetischer Jubel erfüllte die Arena, während der leblose Körper im federgeschmückten Strampelanzug weggeschafft wurde. Das Publikum glaubte, der Sturz sei Teil der Show.
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Den Hogan-Punkt ergatterten: Jost-Eckhard Armbrecht (Großen-Buseck), Helmut Bender (Linden), Dr. Joachim Bille (Reiskirchen), Dr. Sylvia Börgens (Wölfersheim), Helmuth Born (Karben), Karl-Heinz Bremer (Pohlheim), Thomas Buch (Friedberg), Klaus Buseck, Beate Dachauer (Butzbach), Thorsten Düringer, Wolfgang Egerer (Rosbach-Rodheim), Thomas Eckstein (Biebertal-Vetzberg), Dr. Raymund Geis (Reiskirchen), Peter Hett (Bad Nauheim), Doris Heyer (Staufenberg-Treis), Andreas Hofmann (Bad Nauheim), Uwe-Karsten Hoffmann (Bad Nauheim), Reinhold u. Andreas Kreiling (Gießen-Wieseck), Uwe Lemke (Wöllstadt), Stephan Mickel, Theo Nauheimer (Buseck/Beuern), Dieter Neil (Großen-Buseck), Armin Oldendorf (Bad Nauheim), Klaus Philippi (Staufenberg-Treis), Jens Roggenbuck (Staufenberg-Mainzlar), Walther Roeber (Bad Nauheim), Christoph Schicke (Biebertal-Fellingshausen), Bernd Schieferstein, Karola Schleiter (Florstadt), Rüdiger Schlick (Reichelsheim), Horst Günter Schmandt (Pohlheim), Reinhard Schmandt (Pohlheim), Paul-Gerhard Schmidt (Mücke-Nieder-Ohmen), Jochen Schneider (Butzbach), Prof. Peter Schubert (Friedberg), Manfred Stein (Feldatal), Werner Trautmann (Friedberg-Dorheim), Klaus-Dieter Willers (Hungen), Ingrid Wittich (Mücke) und Rainer Woltmann (Gießen).
Glückwunsch und – Respekt! (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 30. März 2016 .
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Ohne weitere Worte (vom 30. März)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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»Der Bundestrainer modisch galant wie immer«, so Bela Rethy. Dass Länderspiele unter Löw immer so einen klebrigen Nivea-Film haben müssen. Da lob ich mir Roy Hodgson. Der sieht aus, als würde er bis morgens um sechs in einem Kreisliga-Vereinsheim über Blutgrätschen reden. (aus dem Liverticker des Englandspiels im Fußball-Magazin 11Freunde)
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Diese bittere Endspielniederlage (Anm.: im WM-Finale 1974) lastete ähnlich hartnäckig auf Cruyffs Fußballer-Seele wie das Nikotin auf seinen Lungenflügeln. (Jürgen Ahäuser in der Frankfurter Rundschau)
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Die heutige Profigeneration raucht nicht, geht nicht ständig zu McDonald’s, trinkt keinen Alkohol, weil alle wissen, dass dies der Karriere schadet. Die Kicker (…) sagen artig Danke und Bitte. Sie haben das von Pädagogen und Psychologen gelernt, von Sozialarbeitern, die in den Internaten darauf achten, dass sich die Fußballer nicht arrogant aufführen. Es wurde ihnen beigebracht in unzähligen Coachings, die zur Ausbildung gehören wie das Torschusstraining. (Autoren-Kollektiv im Spiegel)

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»Wenn ich Kreativität auf dem Platz möchte, sollte der Spieler auch im normalen Leben selbstständig entscheiden können. Wie beim Bus, der einem vor der Nase wegfährt. Leihe ich mir ein Fahrrad? Gehe ich zu Fuß? Die Lösung kann nicht lauten, einen anzurufen, der mich abholt.« (U21-Nationaltrainer Horst Hrubesch im Frankfurter-Rundschau-Interview)
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»Erst durch das Entwickeln einer Identität kriegst du die Freiheit, die du brauchst, um große Tore zu schießen. Die schönsten Momente und unglaublichsten Tore, die einem Tränen in die Augen treiben, entstehen dadurch, dass die Spieler für eine Sekunde die totale Freiheit in sich hatten. (…) Aber das geht nicht, wenn alle Spieler nur noch Marionetten sind.« (Sängerin Sophie Hunger in der taz)
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Also, um es noch einmal klarzumachen: Kapitän abwatschen (wie Podolski): okay. Döner werfen und in die Hotel-Lobby pinkeln (wie Großkreutz): kein Problem. Jahrelang ohne Führerschein fahren (wie Reus): passt schon.Mit dem Bleifuß durch Deutschland rasen, bis der Lappen weg ist (wie Löw): auch nicht schlimm. Pokern und feiern zwischen Spiel und Training (wie Kruse); geht gar nicht – raus! (Michael Horeni in der Frankfurter Allgem.Sonntagszeitung)
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Max Kruse mag nicht das biedere, werbekundenoptimierte Leben eines Profis führen, wie es sich die Spießer bei der Nationalmannschaft wünschen, aber immerhin: Er führt eins. (Jürn Kruse in der taz)
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»Dass Steuerhinterziehung unrecht ist, weiß auch so jeder. Andererseits sitzen manche, die als Wiederholungstäter eine Flasche Schnaps geklaut haben, fast so lange in Haft wie Uli Hoeneß, der fast 29 Millionen hinterzogen hat. Es gäbe sinnvollere Strafen. Man könnte Uli Hoeneß sagen: Du hast so großen Schaden verursacht, du musst bis an dein Lebensende zwei Tage in der Woche gemeinnützig arbeiten.« (Gefängnisdirektor Thomas Galli, der Gefängnisse abschaffen will, im Spiegel-Interview)
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Die Bayern und die Vergabe der WM 2006, das ist ein langes, in der aktuellen Aufarbeitung erstaunlich weit umdribbeltes Kapitel. (J. Aumüller/T. Kistner in der Süddeutschen Zeitung)
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»Bei aller Sorge, aber heute zeigen Tötungsstatistiken, dass der gefährlichste Mensch im Leben eines Deutschen nicht der durchgeknallte Salafist ist, sondern der eigene Partner, der neben ihm auf dem Sofa fernsieht.« (Vince Ebert, Physiker und Comedian, im FR-Interview)
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Sie schreiben in Ihrem Buch, die »Howie-Zeit« sei vorbei. Seit wann? – »Die hätte es nie geben sollen! Das ist eine deutsche Eigenart, immer Spitznamen zu geben: Schumi, Schweini, Bobbele. Ich finde das unmännlich.« (Howie Carpendale im taz-Interview)
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Alter! (SZ-Schlagzeile zu Dirk Nowitzkis 40-Punkte-Show gegen Portland) (gw)
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Veröffentlicht von gw am 29. März 2016 .
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Montagsthemen (vom 29. März)

Schon als der Co-Moderator auftauchte, hätte man stutzig werden müssen: Kein verschmitzter Zauberer, kein zähnefletschender »Eier!«-Mann, sondern ein DSDS(uperschwiegersohn). Simon Rolfes statt Mehmet Scholl oder Oliver Kahn – und so spielten sie auch.
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Zuvor gab es Kontrollen per Ganzkörper-Scanner »selbst für Journalisten«, lese ich irgendwo. »Selbst« für Journalisten? Aparte Eigeneinschätzung. Liebe Leser, wenn Sie wüssten, welch’ sinistre Gestalten manchmal auf der Pressetribüne  rumlungern …
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Zu den Verlierern gehören auch die deutschen Zuschauer, die der englischen Minderheit, die selbst nach dem 0:2-Rückstand unverdrossen ihre Hymnen schmetterte, nur erbarmungswürdig einfallslose Pfeifkonzerte entgegensetzen konnten. Warum gibt es keine deutschen Fußballlieder, die man mit weniger als zwei Promille singen kann, ohne sich schämen zu müssen?
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»Fans sind als Person ungerecht und im Kollektiv dumm«, sagt die Musikerin Sophie Hunger im taz-Interview (nicht nur Fans, aber das ist ein anderes Thema). Vielleicht sollten die Ungerechten und Dummen demnächst Niveau-Hilfe bei der Fußball-Kennerin Hunger suchen, die auf ihrem aktuellen Album ein Lied im Duett mit Eric Cantona singt. Wer zu jung ist, den Namen zu kennen, sollte wissen: Die giftigen Engländer traten an und auf wie einst Cantona: Kragen hochgestellt, und auf sie mit Gebrülle.
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In dem Lied hat Kung-Fu-Cantona, dessen legendärer Tritt gegen einen pöbelnden Fan immer noch einschlägige Youtube-Ranglisten anführt, nur eine Sprechrolle. An und für sich findet Sophie Hunger, es sei »doof und macht die Stimmung kaputt, wenn jemand nur spricht in einem Lied«. Nur mit Cantona sei das etwas anderes. Stimmt aber nicht! Wer erinnert sich noch an »Paroles, paroles« von Dalida? Da flüstert im Hintergrund ein gewisser Alain Delon seine »paroles«. Nichts als Worte, Worte … Dalida durchschaut sie und kann dennoch nicht widerstehen. Der deutschen Mannschaft fehlte gegen England nicht nur der Cantona-Kragen, sondern auch der eine oder andere »eiskalte Engel« wie Delon. Notfalls hätte auch der »talentierte Mr. Ripley« (eine andere Paraderolle von Delon) geholfen. *

Cantona und Delon, deren Rollen müssen Nico und Robert Kovac in Frankfurt spielen, wenn die Eintracht nicht absteigen soll. Dazu ein wiederauferstehender Alex Meier, sonst geht es gegen Hoffenheim schief, und das wäre dann kein Drei- und kein Sechs-Punkte-, sondern schon DAS entscheidende Spiel.
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Mich irritieren jedoch immer wieder Nachrichten wie die von der österlichen Trainingspause. Sonntag und Montag komplett frei, obwohl das in Hinblick auf die Zwischenstation München und die womögliche Endstation Hoffenheim mit die wichtigsten Trainingstage wären – wie isses bloß möglich? Fußball ist doch kein Alltags-Job am Fließband oder im Büro!?
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Nicht so schlimm, könnte man meinen, da solche Frei-Zeiten in der gesamten Bundesliga üblich sind – aber man hätte sich ja einen kleinen Wettbewerbsvorteil antrainieren können. Nicht mit überzogenem Hau-Ruck-Training wie damals unter Spätnotlösung Daum, sondern mit fein austarierter Steigerung und dem Bayern-Spiel als integrierter Trainingseinheit hin zum Alles oder Nichts gegen Hoffenheim. Man frage nur einen Schwimmer, Läufer, Radrennfahrer oder Triathleten, ob er so etwas Exotisches wie eine Feiertags-Trainingspause kennt. Trainingspause ja, wenn sie in den Leistungsplan passt und nicht nur im Kalender steht.
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Aber da im Fußball alles möglich ist, punktet die Eintracht vielleicht sogar schon in München. Eine kleine hessische Banknote könnte genügen, weiß die Süddeutsche Zeitung. Deren Online-Ausgabe macht nicht nur uns Hessen Hoffnung auf unmöglich Scheinendes, sondern bereichert auch meine Subjekt-Objekt-Absurditätensammlung: »Welche Banknoten Geldautomaten ausspucken, ist vielen ein Rätsel«.
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Mir leider auch. Daher bleibt ein Fünfer als Goldesel ein ebenso hoffnungsloser Wunschtraum wie »Schwerter zu Pflugscharen« oder »Eintracht gewinnt in …« Stopp! Die Hoffnung stirbt nicht jetzt, sondern zuletzt – oder nie.
(gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 28. März 2016 .
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Ostermontag, 28. März, 6.55 Uhr

An Ostern gibt es den Sonntagfrühmorgensblog am Montag und die Montagsthemen am Dienstag, was ebenso Tradition und hessischer Trotz ist wie der Blog, der hier kein korrektes Neutrum ist. Leicht verspätet heute, aber eigentlich ist es ja erst kurz vor sechs. Vorab schon mal die Post von Prof. Paul E. Nowacki in die “Mailbox” gestellt – aus mehreren Gründen sehr bemerkenswert.

In den Meldungen der Nacht taucht als letzte bzw. erste die aktuelle Ergebnisliste der NBA auf. Hohe Dallas-Niederlage in einem beidseitigen Hundert-Punkte-Spiel bei den Sacramento Kings. Mehr als das nackte Ergebnis weiß ich noch nicht. Nowitzki wird doch nicht wirklich die Playoffs verpassen!?

Die anderen Meldungen im dpa-Kanal und auch bei “Bild” und “Süddeutsche” sind sehr unerfreulich. 70 Tote in Pakistan, schwerer Unfall mit einem Toten bei Radrennen … ach, ich schau jetzt einfach nicht weiter hin. Bei all dem, was in der Welt geschieht, könnte man glauben, sie sei aus den Fugen. Aber wahrscheinlich war früher alles noch viel schlimmer, wir erfuhren nur nichts davon.

Ist die Lage rund um die Flüchtlings-Katastrophe ruhiger geworden? Scheinbar ja. Aber auch hier sehen wir nur das, was uns gezeigt wird, und nicht das, was sich an Tragödien fernab von Kameras abspielt, zum Beispiel im Herzen Afrikas, wo seit Jahrzehnten hin und her geflüchtet, gemordet und krepiert wird. Oder im hintersten Asien, oder, oder, oder.

Wir sehen leere Aufnahmelager und atmen auf. Sehr kurzsichtig. Das wahre Problem haben wir uns schon längst eingeladen. Natürlich sind die meisten der ca. 1,2 Millionen schon angekommenen Flüchtlinge anständige Menschen, die Schlimmes erlebt haben. Viele von ihnen werden, wollen und können sich auch integrieren, uns bereichern und nicht übermäßig belasten. Aber klar ist auch, dass überproportional viele in die Hartz-4-Zone einwandern und dort ihr Leben lang bleiben werden. Am gefährlichsten aber: Wie viele der 1,2 Millionen sind potenzielle oder reale Terroristen, wie viele “schlafen” ihren Taten entgegen? Als IS-Stratege hätte ich jedenfalls gewusst, was ich getan hätte, als letztes Jahr in der Begrüßungs-Orgie alle Dämme brachen und man unkontrolliert einsickern konnte. “Ich bin Syrer” – schon war man drin.

Aber vielleicht sehe ich alles viel zu alterspessimistisch. Ich bin ja auch sicher, dass bald die Immobilienblase platzen wird. Und die Geldblase. Besser, ich vertraue dem Physiker und Comedian Vince Ebert: “Wir denken zwar, dass alles immer schlimmer wird, aber das stimmt gar nicht. Tatsächlich hat sich die Lage auf der Welt in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch verbessert. Das misst sich an Lebenserwartung, Kindersterblichkeit, Alphabetisierung, Nahrungskalorien pro Kopf oder dem Durchschnittseinkommen. Egal, welchen Indikator man auch immer nimmt – alle sahen vor 25, 50 oder 100 Jahren schlechter aus. Und zwar weltweit.” Sagt er in einem FR-Interview, aus dem ich mir für morgen und  ”OWW” zwei andere Zitate (kürzer, knalliger) zurückgelegt habe. Ob beide reinkommen, weiß ich noch nicht, denn der Stapel der zusammengelesenen Auswahl ist viel höher als sonst.

Jetzt also Sommerzeit. Ich bin einer ihrer Fans. Obwohl  eine lange Durststrecke kommt. Als Schoko-Freak mit spezieller Vorliebe für Lindt- und Milka-Weihnachtsmännern und Osterhasen kann ich morgen zwar noch Hasen-Vorräte zum halben Preis kaufen und anlegen, doch das hält nicht lange. Dann folgen viele Monate der Abstinenz, bis ich der Erste sein werde, der bei den von Puristen beklagten, für sie viel zu früh im Regal stehenden Weihnachtsmännern abräumen werde.

Langsam muss ich mich an die dienstäglichen Montagsthemen machen. Auch hier habe ich schon viel Auswahl, angefangen beim Länderspiel. Stichworte: Zuschauer, Rolfes, Scholl, Kahn, Cantona, Dalida, Gomez, Eintracht-Training, “ff”, einarmiger HH-Torwart, Scanner “selbst für Journalisten”, Geldautomaten ausspuckende Banknoten (neu für die Subjekt-Objekt-Sammlung) – krieg ich gar nicht alles unter. Und jetzt lese ich erst noch SZ vom Samstag und FAS vom Sonntag, habe beide noch nicht angetastet und mir als Begleitlektüre für KKKK zurückgelegt. Kaffee, Kuchen, Knicks, Kuss, und jetzt ist Schluss. Bis dann.

 

Veröffentlicht von gw am 28. März 2016 .
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Prof. Paul E. Nowacki: SED-Staat, Stasi und Wiedemann

Seit vier  Jahrzehnten bin ich Abonnent der “Gießener Allgemeinen”.

Lese auch Ihren “Anstoß”, “Blog” & “Montagsthemen” immer wieder

mit Interesse. Diskutiere aber nicht. Dopingthemen wichtig für mich, zumal

die Allgemeine als erste Zeitung der Bundesrepulik im August 1976 meine

Kritik an den umfassenden Dopingpraktiken der Deutschen Olympiamannschaft

in Montreal veröffentlicht hat.

Als Sie über die Stasiinterventionen des SED – Staates wider ihren
Radsport – Spitzen – Fahrer

Dieter Wiedemann berichteten, hatte ich schon ca. 50% des Buches
aufmerksam gelesen.

Wie Sie als kompetenter, kritischer Sportjournalist bin ich auch heute
noch tief erschüttert

über die Praktiken des sowjetzonalen Spitzelstaates.Vieles war mir
natürlich im Prinzip

schon vor meiner Flucht im November 1957 nach Westberlin bekannt, zumal
ich auch

existenzbedrohenden Schikanen ausgesetzt war. (Prof. Paul E. Nowacki/Gießen)

Veröffentlicht von gw am 28. März 2016 .
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Baumhausbeichte - Novelle