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Ohne weitere Worte (vom 9. Februar)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Deutschland, Torhüterland. (…) Es sagt auch etwas über den sportlichen Charakter eines Landes aus: Wenn es ihm nie an großen, gelassenen Athleten mangelt, die bereit sind, anderen das Glänzen zu überlassen und den Laden zusammenzuhalten. (Christian Eichler in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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Ein vollbärtiger Kraftkerl von zwei Metern und zwei Zentnern (…), geschmeidig wie ein Balletttänzer, als verwandle sich Sylvester Stallone für einen Moment in Rudolf Nurejew. (das Autoren-Duo Erik Eggers/Detlef Hacke im Spiegel über Andreas Wolff)
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In den meisten anderen Ländern gelten Jugendliche, die freiwillig ins Tor gehen, als mindestens verhaltensauffällig; in Deutschland dagegen konnte man als Kind schon immer gefahrlos einen Torwart als Vorbild angeben, ohne gleich zum Puppenspielen in die Mädchen-Ecke geschickt zu werden. (Christof Kneer in der Süddeutschen Zeitung)
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Und wenn er doch ein paar Bälle durchließ, kam es vor, dass er sich in die Finger biss. (…) In solchen Momenten ringen immer noch die helle und die dunkle Seite seines Ehrgeizes miteinander. (Eggers/Hacke/Spiegel/Wolff)
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»Toni, du bist ein Fußballgott.« Es war der sagenhafte Satz aus der Final-Reportage von Herbert Zimmermann, der aus dem deutschen Tor für immer einen heiligen Ort gemacht hat. (Kneer/SZ)
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Samstag in einer Woche beginnt für Wolff wieder die Bundesliga, der Alltag. Wie reagiert das öffentlich-rechtliche Fernsehen? Sehen wir samstags die HSG Wetzlar statt Skeleton? Oder geht’s zurück in die Schattenwelt des Sports? (Jörg Hanau in der Frankfurter Rundschau)
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Einzig Thomas Müller, der aufgrund einer seltenen Mutation über keine Beinmuskeln verfügt, wird voraussichtlich von Muskelblessuren verschont bleiben. (Werner Bartens in der SZ über die Häufung der Muskelverletzungen bei den Bayern)
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Sie waren einer der ersten Trainer, die den sogenannten Konzeptfußball in Deutschland spielen ließen (…). – »Der Begriff Konzeptfußball ist doch eigentlich auch irreführend. Was wäre denn das Gegenteil von Konzeptfußball: Fußball ohne Konzept?« (Ralf Rangnick im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Haben Sie in Ihrer Zeit als Profi das ein oder andere Mal gegen einen Trainer gespielt? – »Die Antwort auf so eine Frage bekommen Sie frühestens in 30 Jahren.« (Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger im Zeit-Interview)
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»Immerhin hat man in Deutschland inzwischen erkannt, dass die Berufe Fußballspieler und Fußballtrainer außer der Sportart wenig bis gar nichts miteinander zu tun haben. (…) Niemand würde doch ernsthaft glauben, dass ein Solist, der herausragend Violine, Bratsche oder Posaune spielt, auch automatisch das Zeug zu einem Dirigenten hätte. Im Fußball war das leider zu lange so.« (Rangnick/FAS)
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Eddy Merckx (…) hat nun (…) lebenslange Sperren für erwischte »Motor-Doper« gefordert. (…) Merke: Solche Kritiker der Radsport-Elche waren früher selber welche. (Michael Eder in der FAZ)
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Das Ballgeschoss sei ein Schwanzsymbol und das erzielte Tor der »Orgasmus des Fußballs«, schrieb Eduardo Galeano einmal. Luisa Francia sieht einen Initiationsritus: »Fußball illustriert die einzige gemeinsame Aufgabe aller männlichen Erdbewohner: befruchten. Bring ihn rein. Irgendwie. Überwinde die Abwehr. Kämpf dich durch.« Und dann: triumphal herumhampeln. (Bernd Müllender in der taz über den »Torjubel der Geschlechter«)
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Es heißt, dass einige Vegetarier-Pärchen am Valentinstag zusammen eine Wurst essen. Zur Feier des Tages. (»wibe« in der FAS)
(gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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