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Drei Männer, ein Metier (“Wer bin ich?” vom 28. Januar)

Den Ersten kennt die Welt, den Zweiten Deutschland, den Dritten … ja, kennt den überhaupt noch jemand? Wir gehen mit drei Schwierigkeitsgraden in die erste »Wer bin ich?«-Runde des Jahres und mit drei Männern, die im selben Metier bekannt wurden bzw. sind. Dies ist zwar nicht der Sport, aber auch im Sport haben die drei Gesuchten beachtliche Erfolge vorzuweisen.
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A: Das will ich meinen! Ich bin, in aller Bescheidenheit, ein sportlicher Tausendsassa, der taucht, schwimmt, skifährt, reitet und kämpft wie kein Zweiter. Auch im Eishockey bin ich noch aktiv, habe sogar mal in einem Match gegen echte Profis das Siegtor geschossen. Meinen ersten Meistertitel holte ich aber in einer anderen Sportart, in der ich schon als Schüler Stadtmeister war. Mein Trainer bescheinigte mir großes Talent und eine prima Koordination, später sagte er sogar, er habe nie mehr einen Nachwuchskämpfer gesehen, der eine solche Ausdauer hatte wie ich. Als er Landestrainer wurde, bedauerte er sehr, dass ich ihm nicht ins Nationalteam folgte, sondern eine andere Karriere bevorzugte. Doch dem Sport bin ich immer treu geblieben.
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B: Als Schüler Stadtmeister? Werter Herr A, das mag ja sein und ist aller Ehren wert, aber was Sie ansonsten aktiv und passiv im Sport treiben, ist doch manchmal lächerlich und oft ärgerlich. Und um die sportlichen Dimensionen zurecht zu rücken: Ich war als Jugendlicher deutscher Meister! Übrigens in einer Sportart, in der ich Sie noch nie am Ball gesehen habe, obwohl sie in Ihrem Land genauso populär ist wie in meiner Heimatstadt. Zwar gebe ich mit meinen verbliebenen sportlichen Fähigkeiten nicht an wie Sie, aber als ich einmal aufs Feld gebeten wurde, waren die Zuschauer verblüfft. Ich sage nur: drei von vier! Die Quote schafft nicht jeder Profi! Leider habe ich nur wenig Zeit für aktive sportliche Betätigung. Der Job frisst mich auf! Apropos: Zu einem guten Morgen gehören für mich Gymnastik, ein bisschen Stretching – und ein ordentliches Frühstück. Es geht nichts über eine appetitliche Mischung aus Fleischsalat und Konfitüre.
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C: Igitt. Ihre Welt ist nun wirklich eine ganz andere als meine. Obwohl, wir sind beide … halt, nein, wenn ich diese Gemeinsamkeit verrate, bin ich nicht der angekündigte höchste Schwierigkeitsgrad. Ich muss sowieso protestieren: Dass mich womöglich niemand mehr kennen könnte, empfinde ich als Beleidigung. Fragen Sie nur mal Herrn X oder vor allem Frau Y! Und was meine beiden Vorredner angeht: Ich war nicht als Schüler Stadtmeister und auch nicht als Jugendlicher deutscher Meister, aber noch in Zeiten, als ich voll im Beruf engagiert war, hessischer Seniorenmeister. Wobei ich mich nicht hinter einer Mannschaft versteckt habe wie Sie, Herr B, sondern als Einzelsportler. In meinem späteren Leben habe ich mich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, dem Redakteur »gw« habe ich nur noch mitgeteilt, dass ich fleißig joggte, zwischenzeitlich mein Kampfgewicht schon um 14 auf 83 Kilogramm reduziert hatte und seit Kindesbeinen meinem Lieblingsverein treu bin, der zur Zeit als Underdog die Bundesliga verblüfft. Wenn ich nun noch verrate, dass ich als Jugendlicher in meiner Sportart die Nr. 7 war, müssten Sie wissen: Ich bin nicht der oben angekündigte Popel, ich bin … ?
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Wenn Sie wissen, wer C ist, erhalten Sie drei Punkte. Insgesamt können zum Auftakt sechs Punkte gesammelt werden, denn abgestuft nach Schwierigkeitsgrad (sorry, Herr C) gibt es für B zwei und für A einen Punkt. Einsendeschluss: Mittwoch, 3. Februar. (gw)
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(www.anstoss-gw.de  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle