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Ohne weitere Worte (vom 26. Januar)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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»Ich möchte eine Frage gestellt bekommen, auf die ich sagen kann: ›Teile meiner Antwort würden Sie verunsichern.‹ Seit ich das gehört habe von de Maizière, will ich es selber mal sagen. Was für ein Satz.« (Marcel Reif im Interview der Süddeutschen Zeitung)

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Auf welche Stelle freuen Sie sich bei der gefährlichen Streif? – »Mein Lieblingsabschnitt ist der mittlere Teil, wenn man in die Hausbergkante hineinfährt.« (Aksel Lund Svindal im Sport-Bild-Interview drei Tage vor seinem schweren Sturz an der Hausbergkante)

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Er trug auf der Wiesn zwar eine Lederhose, um seine wahren Gedanken aber stets einen Panzer. (Alfred Draxler in seiner »Bild«-Kolumne »Nachgehakt« über Pep Guardiola)

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Was verbindet die DJ-Kultur mit dem Fußball? – Westbam: »Der Ursprung von beidem, dem Fußball-Erlebnis und dem Techno-Erlebnis, ist die Suche nach Glaube, Liebe, Hoffnung. Religion ist wohl das Original.« (…) – Zingler: »Eine Religion ohne Gott.« – Westbam: »Es ist die Gemeinschaft, die sich versammelt, die zusammen singt. Es geht um Hingabe.« (Der DJ und der Präsident von Union Berlin im Doppel-Interview der Frankfurter Allgem. Sonntagszeitung)

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Und doch fehlt ohne ihn (Anm.: Uli Hoeneß) manchmal etwas. Etwas Irrationales und Polarisierendes, ein Gespür für Stimmungen und Kontroversen; aber auch dafür, einen Fußballklub nie allein über Zahlen, über Profite und Titel zu definieren. Denn das Kerngeschäft eines Fußballklubs ist die Produktion von Emotionalität. Gäbe es einen Gefühls-Dax, der FC Bayern wäre ganz vorne dabei. Die Großen des echten Dax wissen das und sitzen deshalb beim hundertmal kleineren FC Bayern mit am Tisch, als Anteilseigner, Sponsor, Aufsichtsrat. (Christian Eichler in der FAS)

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Die Gegend in der Frankfurter Nordweststadt, in der er aufwuchs, ist kein Villenviertel. »Es gibt leider viele Jugendliche dort, die zu Drogen greifen. (…) Um für sie ein Vorbild zu sein, muss ich nur Fußball spielen und ins Fernsehen kommen, dann gucken die zu und sagen: Der war unser Nachbar. Das freut mich einfach. Es freut mich so sehr, das kann man sich gar nicht vorstellen.« (Emre Can vom Klopp-Klub FC Liverpool im Spiegel)

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»Ich weine viel und bin ein weicher Typ.« (Kevin-Prince Boateng auf Bild online)

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Wer einmal eine Berühmtheit im deutschen Fernsehen war, der darf sich ein Leben lang so fühlen und benehmen, auch wenn sich nur noch jene Zuschauer an den letzten Auftritt in der Hitparade oder einen bemerkenswerten Film erinnern, die Tore von Gerd Müller noch live im Olympiastadion gesehen haben. (Jürgen Schmieder in der SZ)

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Sie erzählten schon mal von Koks-Orgien … – »Ja, (…) Ronnie Wood und ich haben uns den Stoff in den Hintern gesteckt.« – Warum das? – »Damit die Stimmbänder geschont werden.« (Rod Stewart im Bild-Interview)

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Der letztgültige Beweis dafür, dass der Mensch ein versklavtes armes Schwein ist, das täglich ins Büro schleicht, um zwölf Uhr zu Mittag isst und dem das Leben auch sonst so spontan erscheint wie ein Busfahrplan. An Karneval aber verkleiden sich die armen Schweine als fröhliche Papageien und glauben für ein paar selige Tage, sie könnten fliegen. (aus dem SZ-»Streiflicht«)

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»Sehr kluger Leitartikel neulich in der SZ übrigens: Dass wir auch mal zugeben dürfen, ratlos zu sein.« (…) – Ist halt trotz allem immer noch eine sehr gute Zeitung, stimmt’s? – »Ich sage mal so: Teile meiner Antwort würden Sie verunsichern.« (Reif/SZ) (gw) * (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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