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Ohne weitere Worte (vom 19. Januar)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Kevin, wann kapiert ihr das, tickt anders. (…) Kevin personalisiert nicht die Sorte »Götze-Karriereplan«, er gehört in eine Reihe mit Ente, Stan, Erwin und Aki, mit Willi (Entenmann), Robert (Schlienz) und Günter (Sawitzki) – Kerle, die uns aussterbenden Fußballromantikern noch heute die Tränen in die Augen treiben! (Michael Friederici, »Kulturarbeiter« und Großkreutz-Fan, in der taz)
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»Bedauerlicherweise war ich nie ein Hit bei den Frauen. Die mochten immer nur die Typen, die Fußball spielten. Sie wollten keine pickligen, langhaarigen, stinkenden Musiker.« (Rocksänger Bryan Adams im Interview der Frankfurter Rundschau)
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Ihr schönstes Erlebnis bei der Eintracht? – »Die Torjägerkanone für Alex Meier, weil ich den als 20-Jährigen in Lüneburg gegen den Rat seiner Mutter geholt habe. Sie hat ihrem Sohn gesagt, die Menschen in Frankfurt seien alle böse.« (Heribert Bruchhagen im Interview der Süddeutschen Zeitung)
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Gerade ist die jährliche Darts-WM zu Ende gegangen. Ein Sport, bei dem »adipöse Randgestalten Pfeile auf eine Korkscheibe schmeißen«, wie es in einer Polemik auf Ihrer Homepage heißt, die zur vorigen WM erschienen ist. In diesem Text wurde auch gemutmaßt, ob als nächster »Arbeitslosentrend« bald »Bierdeckelschnipsen« WM-fähig wird. Wie kam das an bei Ihren Lesern? – »Da haben sich einige Dart-Fans sehr, sehr aufgeregt. Und weil das um die Zeit des Charlie-Hebdo-Anschlags war, dachte ich: Jetzt kommen die Darts-Terroristen! Es wäre sicher ein qualvoller Tod, mit Dartpfeilen beworfen zu werden.« (aus einem FAZ-Interview mit dem »Titanic«-Chefredakteur Tim Wolff)
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Sportpolitik ist nicht wirklich Politik. Oder ist (…) vorstellbar, dass ein Politiker im Amt bliebe, der acht Jahre lang Vizepräsident einer von Kriminellen beherrschten Organisation war? (Michael Reinsch in der FAS über Sebastian Coe)
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»Der Sport hält viel aus, zum Beispiel auch die omnipräsente Werbung. Dies zeigt sich im Kontrast, wenn zum Beispiel die Musiker eines Symphonieorchesters mit einer Marlboro-Schärpe spielen würden. Das ist eher undenkbar. Der Sport ist ein Prototyp dafür, wie etwas vermarktet werden kann, ohne dass das Produkt darunter leidet.« (Elk Franke, Sportwissenschaftler und Philosoph, im taz-Interview)
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Sie halten sogar in Kirchen Vorträge über Aliens. Hat der Vatikan kein Problem mit extraterrestrischem Leben? – »Es gibt da angeblich eine interne Direktive, die besagt, wenn es Außerirdische wirklich gäbe, dann gäbe es keinen Grund, warum man sie nicht missionieren kann. Die denken praktisch progressiv.« (Lisa Kaltenegger, Astrophysikerin, im SZ-Interview)
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And you’ll believe you’re loving the alien (aus »Loving the Alien« vom David-Bowie-Album »Tonight«, 1984)
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»Ich (…) habe eine Nacht an einem Text gearbeitet – und der war scheiße.« – Wie hieß Griechischer Wein in der ersten Text-Version? – »Sonja, wach auf. Es war eine Liebesgeschichte, die erzählt, wie einer morgens neben einer Frau aufwacht, die er eigentlich nicht kennt. Das hatte irgendwie schon mit Udo zu tun, aber dann auch wieder nicht: Er wachte selten auf mit einer Frau, er schickte die immer vorher heim.« (Schlagertexter Michael Kunze im Interview des SZ-Magazins)
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Mittagsschläfchen im Palmenschatten. Postkarte an den Verlag: Sozialismus ist toll, wenn man Westgeld hat! (aus »Annäherung – Notizen aus 14 Ländern« von Eugen Ruge, Kapitel »Kuba, Februar 2012«)
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Ein toter Wal explodiert nur, wenn er unsachgemäß behandelt wird. (FAS-Überschrift) (gw)
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(www.anstoss-gw.de Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle