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Ohne weitere Worte (vom 22. Dezember)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Von grassierendem Fußball-Wahnsinn (…) ist Berlin (…) kein bisschen befallen. Trainer Dardai und die Führung des größten Überraschungsklubs der Saison nehmen den Aufschwung vollkommen unaufgeregt zur Kenntnis. Und die Hauptstadt registriert den erstaunlichen Wandel, der an anderen Ligastandorten wie Hamburg, Köln oder Frankfurt das Zeug zum Fußball-Ausnahmezustand hätte, bestenfalls nebenbei. (Michael Horeni in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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»Die Debatte erinnert mich aber ein bisschen an die Vorgänge um den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff. Anfangs ging es darum, ob ein hoher Amtsträger gelogen hat, und zum Schluss waren wir bei einem Bobbycar. Objektiv betrachtet, fehlt bis heute ein belastbarer Beweis für auch nur eine gekaufte Stimme im Kontext der WM 2006.« (DFL-Chef Christian Seifert im Zeit-Interview)
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»Wenn es um Reduzierung von Flüchtlingszahlen in Deutschland geht, machen wir mit Herrn Erdogan Geschäfte. Ist das – streng moralisch betrachtet – etwas anderes als das, was Franz Beckenbauer und Co. anscheinend gemacht haben, um die WM nach Deutschland zu holen?« (Hans Wilhelm Gäb, früherer Vizepräsident Europa von General Motors, Tischtennis-Nationalspieler und Ex-Vorsitzender der Sporthilfe, im Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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»Es gibt Aufklärer, die wollen aufklären. Und es gibt Aufklärer wie Theo Zwanziger, der nach meinen persönlichen Erfahrungen nicht so harmlos und ehrenhaft ist, wie er vorgibt zu sein.« (Seifert/Zeit)
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»Wenn man Minoritäten-Sportarten überproportional fördert, weil da in Ermangelung globaler Konkurrenz relativ leicht Medaillen zu gewinnen sind, dann hat das mit den Idealen des Sports (…) wenig zu tun.« (Gäb/FAZ)
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Eigenartigerweise ist (…) zu beobachten, dass die Menschen auf dem Land und am Rand der Städte ihre Fenster heftiger beleuchten als Bewohner der Citylagen. (…) Je mehr Deutschlandfähnchen während Fußballturnieren an die Autos geklemmt werden, umso mehr Lichterketten werden an Weihnachten in die Fenster gehängt. (…) Geht es jedenfalls nach den bunten Birnchen, wohnt dort mehr Liebe, wo jeden zweiten Sommer im Garten ein Märchen gefeiert, gegrillt, getrunken und »Doitschland« gebrüllt wird. (Michael Herl in der Kolumne »Kolumne« der Frankfurter Rundschau)
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Oliver Kahn: »Ter Stegen hält den mit einem Weltklassereflex. Das hat mich schon an jemanden erinnert.« (schmunzelt) – Oliver Welke: »Den jungen Jens Lehmann, oder?« – Oliver Kahn: »Ja, genau« (versteinert) / (notiert vom Fußballmagazin 11Freunde für die Rubrik »TV-Dialoge für die Ewigkeit«, Stichwort: »Touché«)
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Degen-Talent Otto sticht in Braunschweig ins Auge. (Schlagzeile im Göttinger Tageblatt, gelesen im »Hohlspiegel« des Spiegel)
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»Dass die Schwulenszene mich und meine alten Hits irgendwann wiederentdeckt hat, mag damit zusammenhängen, dass schwule Männer mehr zu ihren Gefühlen und Sehnsüchten stehen als heterosexuelle Männer.« (Marianne Rosenberg in der Süddeutschen Zeitung)
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Nur Grindwale, Elefantenkühe und Frauen leben nach dem Ende ihrer Fruchtbarkeit noch lange weiter. (SZ-Schlagzeile)
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»Tomorrow, my friend, tomorrow!« Marcelo Diaz zu Rafael van der Vaart, der daraufhin von seinem Plan ablässt, den Freistoß in Karlsruhe zu schießen. (taz-Redakteur Jürn Kruses »Zitat des Jahres« / Diaz traf, der HSV war gerettet)
(gw)
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(www.anstoss-gw.de gw@anstoss-gw.de)

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