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Freitag, 11. Dezember, 16.15 Uhr

Dauerregen, da lasse ich meine 10-km-ruff-un-runner-Tour sausen und trete gleich stumpfsinnig im Keller in die Pedalen und lese dabei den Spiegel-Jahresrückblick.

Beinahe hätte ich vergessen, den letzte Woche geschriebenen “progressiven Alttag” für das Gießener Seniorenjournal (“Mein Name ist Blond”) online zu stellen. Ist jetzt erledigt (Link rechts “gw-Beiträge Kultur”).

“Sport-Stammtisch” natürlich ebenfalls (“gw-Beiträge Anstoß”). Bin nicht zufrieden, denn ich habe einen persönlichen Langsamkeits-Rekord aufgestellt, um halb neun angefangen und um halb zwei erst fertig geworden. Wenn es wenigstens eine sensationelle Superkolumne geworden wäre. Ist aber keine, eher unterer persönlicher Durchschnitt, vermute ich.

Blöd auch, dass ich den Einstieg killen musste. Und das kam so: Gestern abend traf mich plötzlich die Erkenntnis, dass ich in der Donnerstags-Kolumne einen blöden Fehler gemacht habe. “DOSB-Chef Hörmann”, hatte ich geschrieben, dabei weiß doch jedes Kind, dass er Sporthilfe-Boss ist! Da ich mich selbst viel lieber auf den Arm nehme als andere, kam mir der Klops aber zupass, mit dem starte ich in die Samstags-Kolumne, nahm ich mir vor. Ungefähr so stand es schon geschrieben (da unterdessen gekillt, weiß ich es nicht mehr genau):

Was in seriöseren Zeitungen “Erratum” genannt wird, heißt bei mir: Scheiße gebaut. Im “Anstoß” vom Donnerstag hatte ich” … und so weiter. Dann schrieb ich noch, dass ich mich wundere, dass noch kein Leser den Fehler moniert hat, obwohl mir sonst doch schon bei einem Fußballer ein um ein Jahr falsches Alter oder um ein Spiel falsche Länderspieleinsätze unter die Nase gerieben werden. Das könne ich mir nur damit erklären, dass den Lesern die Sportfunktionärsebenen und -Hierarchien völlig schnuppe sind. Genauso wie mir.  Danach wollte ich mit Namen um mich werfen und die von DOSB, früherem DSB, früherem NOK, DOG (Deutsche Olympische Gesellschaft, ist, glaube ich, schon längst verschieden)  und Sporthilfe durcheinander würfeln.  Etwa so: Hörmann ist nicht DOSB-, sondern Sporthilfe-Chef. Der vom DOSB heißt Vesper, ist Nachfolger von Bach, der noch die unter internem Hauen und Stechen vollzogene Fusion zwischen Deutschem Sportbund (DSB) und Nationalem Olympischen Komitee (NOK) strippenziehend gedeichselt hatte, bevor er als Nachfolger von Rogge an die IOC-Spitze wechselte. Vorname nicht zu verwechseln: Thomas, nicht Bodo. So wollte ich in das ins witzig sein Wollende abdrehen. Um mir dabei keinen unforced error zu leisten, googelte ich die Namen und Ämter, fing bei Hörmann an … und der ist leider wirklich DOSB-Chef. Also keinen Fehler gemacht, Einstieg in den Sport-Stammtisch perdu, neu anfangen. Aber unbeabsichtigt wenigstens bewiesen, dass vielleicht zwar nicht den Lesern die Sportfunktionärsebenen und -Hierarchien völlig schnuppe sind, aber offenbar mir.

Lang und breit nacherzählt, weil ich erstens (siehe Sauwetter) Zeit dafür habe und zweitens als Leser-Test: Hat jemand von Ihnen sofort gemerkt, dass der Hörmann-Fehler gar keiner war?

Und das muss für heute genügen.

 

Baumhausbeichte - Novelle