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Ohne weitere Worte (vom 10. November)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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38. Auf der Tribüne. Löw: »Toll, dieser Fußball! Das machen wir jetzt öfter.« Schneider: »Aber shoppen gehen wir auch, du hast es mir versprochen!« (aus dem 11Freunde-Liveticker zum Revierderby)

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Immer wieder hatte sich Assauer über Tönnies öffentlich lustig gemacht, ihn »einen Wurstheini« genannt. Aber erst als Assauers (…) seelische und körperliche Verfassung nachließ, wagte sich Tönnies nach vorne und organisierte Assauers Ende auf Schalke. Tönnies hatte stets darauf gewartet, dass die starken Männer schwach wurden. Dann schlug seine Stunde, die Stunde des Schlachters. (Die Zeit über den »König der Schweine«, Schalke-Boss Clemens Tönnies)

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79. Höjbjerg! Bürki! Pfosten! Heldt: »Den hab ich geholt!« Tönnies: »Den Pfosten?«

17:33 Uhr: Zorc mit seinem Trainingsjäckchen überm Maßhemd sieht aus wie ein Sparkassendirektor in der Rheumaklinik. Eine Metapher dafür, wie weit der Abstand zum FC Bayern trotz dieses Sieges noch immer ist und bleiben wird. Aber Glückwunsch zur Vize-Meisterschaft, BVB. (11Freunde)

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Weshalb haben Sie eigentlich noch nie einen Song über Uwe Seeler geschrieben? – (…) »Dafür, dass Lotto King Karl und die Barmbek Dreamboys ihn besingen, ist Uwe gefühlt irgendwie zu groß.« (der Sänger, Stadionsprecher und Uns-Uwe-Fan im Kicker-Interview)

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»Es gibt eine berühmte Szene aus dem Ägypten-Feldzug, wo er (Julius Caesar) angesichts der Übermacht der Ägypter von seinem Schiff springen muss. Er hält seinen Purpurmantel im Mund und ein wichtiges Dokument in der Hand und schwimmt so zum rettenden Schiff. Mussolini hat übrigens mit seinem speziellen Stil, dem Seitenschwimmen, wohl Caesar nachgeahmt.« (der Kunsthistoriker Horst Bredekamp im Interview der Frankfurter Allgem. Sonntagszeitung)

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Wir erinnern uns noch gut an den Sommer, in dem wir Weltmeister wurden. (…) Damals ging es um ein paar nicht stilsichere Video-Botschaften. (…) Richtig unangenehm wird Frau Hummels erst jetzt. Denn sie ist überall: Auf Shop-Eröffnungen lässt sie sich an der Seite von Vogue-Chefredakteurinnen ablichten, die vorher die Fluchtwege nicht studiert hatten. Auf den Mailänder Modenschauen ist sie plötzlich Backstage-Gast beim Modehaus Etro. Kurz: Die Grinsekatze versucht, bei den Stilsicheren anzudocken. (SZ online über Cathy Hummels, die Frau des Fußball-Nationalspielers)

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Der Kardashian-Clan feierte den 20. von Model-Tochter Kendall – doch ein Lächeln kam niemandem über die Lippen. Warum? Anhaltender Stress mit den Männern eben. Einer nach Puff-Sause noch immer im Krankenhaus (NBA-Profi Lamar Odom), einer in Rehab und Papa ist ’ne Frau (Zehnkampf-Olympiasieger Bruce Jenner) – da kann man auch an Freudentagen mal Trauer tragen. (Bild)

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Die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Spaghetti und andere Grundnahrungsmitteln spielte er herunter mit dem Argument, man könne gar nicht so viele Nudeln essen, dass einem dies aufs Portemonnaie drücke. Einem jungen Büroangestellten, der (…) die Meinung vertrat, dass die Wirtschaftspolitik der Regierung ihm den Job kosten könnte, tat er mit der Gegenfrage ab, ob er denn tatsächlich Angst habe, 350 Euro im Monat zu verlieren. (Dimos Chatzichristou in der Griechenland-Zeitung über den griechischen Kulturminister Nikos Filis)

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Man denkt daran, wie wir tränenverschleierten Blickes die Menschen sahen, die am Ende der DDR »Wir sind das Volk!« riefen (…) und sieht nun Leute, die auch »Wir sind das Volk«« rufen – und möchte wieder heulen, diesmal aus anderen Gründen. Ist die Wiedervereinigung deshalb schlecht? Natürlich nicht. (»Das Beste aus aller Welt« von Axel Hacke im SZ-Magazin)

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»Darf ich Sie fragen: Essen Sie Fleisch?« – Ja, ab und zu. – »Dann sind Sie doch der Auftragsmöder par excellence.« (Jäger Roman Wüst im SZ-Interview über »anständiges Töten und eine Gesellschaft, die sich von Billigfleisch ernährt, aber Wildhüter fürchtet«)

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Sind die Katzen-Krimis von Akif Pirincci schlecht, weil ihr Autor verrückt geworden ist? Ich bitte Sie. (Hacke/SZ-Magazin)

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Etwas irritierend ist, dass er schon nach einer halben Stunde auf den dauererigierten Penis seines todkranken Bruders Bernd zu sprechen kommt. (Zeit/Tönnies) (gw) * (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle