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Dr. Sylvia Börgens: Die Aufgeregtheitsmaschine

Ihrer Montagsthemen-Einschätzung von Theo Zwanziger stimme ich voll zu. Am Abend des 19.11.11 schaute ich das Aktuelle Sport-Studio und sah mit wachsender Empörung, wie Herr Zwanziger, voller Betroffenheits-Rhetorik und die Stirn in sorgenvolle Falten gelegt, ungehemmt Fakten über Herrn Rafatis Suizidversuch an die Öffentlichkeit brachte. Von Diskretion, Wahrung der Persönlichkeitsrechte eines Untergebenen oder zumindest Schutzbefohlenen, Taktgefühl keine Spur. Ich habe mich sofort gefragt, warum das BL-Spiel in Köln nicht mit einem Ersatzschiedsrichter regulär über die Bühne gehen konnte. Es wird ja nicht das erste Mal gewesen sein, dass ein Schiedsrichter plötzlich erkrankte.

Die Zwanziger-Aktionen im Zusammenhang mit dem WM-2006-”Skandal” sind auch mehr als merkwürdig. Er war doch selbst damals involviert und stellt sich jetzt als Saubermann dar, der reinen Tisch machen will. Bei diesem “Skandal” fällt mir mal wieder ein, was ich vor längerem schrieb: Welche “Dramen” werden da wohl fürs staunende Publikum gegeben, während hinter der Bühne ganz anderes passiert? Die sich selbst perpetuierende Aufgeregtheitsmaschine rotiert mal wieder. Dabei haben wir wirklich andere Sorgen. (Dr. Sylvia Börgens/Wölfersheim)

Baumhausbeichte - Novelle