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Ohne weitere Worte (vom 20. Oktober)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Mkhitarjan (…) spricht fünf Sprachen, liest anspruchsvolle Literatur wie Werke des brasilianischen Schriftstellers Paulo Coelho. (…) Er schreibt keine einfachen Sätze, sondern Gedichte auf dem Platz. Mkhitarjan ist ein Dichter und Denker – und Borussias Lenker. (Thomas Hennecke im Kicker)

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Mit Mario Götze möchte Sebastian Kienle (…) nicht tauschen? – »Bestimmt nicht. Mein C-Promi-Status langt mir, um zu wissen, dass ich nicht mehr davon brauche. (…) Und wenn man mir in so jungen Jahren ein Konto mit zehn Millionen Euro, eine Villa, ein Luxusleben gegeben hätte, weiß ich nicht, ob das gutgegangen wäre. Lamborghini fahren ohne Führerschein wäre das Mindeste meiner Vergehen gewesen.« (Triathlet Kienle im Interview der Frankfurter Rundschau)

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Das gewöhnungsbedürftigste Essen? – »Italienisch! Wenn die Engländer versuchen, italienisch zu kochen, schmeckt’s nicht. Noch schlimmer: alles mit der Aufschrift ›Jamie Oliver‹.« (Ex-Englandprofi Thomas Hitzlsperger im Zeit-Interview)

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Haben Sie nach ihrem Wechsel endlich wieder ihr sportliches Glück gefunden? – »Was sollte ich jetzt anderes sagen?« (Lukas Podolski im Kicker-Interview)

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Als er vor einem Jahr in Frankfurt ankündigte, eine Zeit zwischen 2:10 und 2:12 Stunden zu laufen, schauten ihn alle an, als sei er irre. Nach dem Rennen das große Staunen: Gabius hatte für sein Debüt 2:09:32 Stunden benötigt – die viertbeste Zeit, die jemals ein Deutscher lief. (Michael Eder in der Frankfurter Allgem. Sonntagszeitung über Marathonläufer Arne Gabius)

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Wie zuversichtlich gehen Sie in den Frankfurt-Marathon? – »Vergangenes Jahr wollte ich eigentlich unter drei Stunden laufen. Bis Kilometer 25 ging alles gut. Dann gaben allerdings meine Beine auf. Am Ende lief ich drei Stunden und elf Minuten. Ich werde es jetzt erneut versuchen.« (Finnlands Finanzminister Alexander Stubb, 47, im Welt-am-Sonntag-Interview)

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Und wieder hat er eine klare Ansage: »Zwischen 2:07 und 2:09. Und ich will den deutschen Rekord. Ich gehe davon aus, dass ich diese Zeit (OWW-Anm.: 2:08:47/Jörg Peter/DDR/1988) deutlich unterbiete«, sagt Gabius – und keiner hält ihn mehr für einen dahergelaufenen Wahnsinnigen. (Eder/FAS)

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Der Konzern hat seine Skandale der vergangenen zwei Jahrzehnte nie richtig aufgearbeitet. Von der Affäre um Industriespionage durch Einkaufsvorstand Ignacio Lopez über die Lustreisen der Betriebsräte bis zu den Zwielichtigkeiten um die Übernahme von Porsche oder den Druck auf Lieferanten, den Konzernklub VfL Wolfsburg zu sponsern.« (Ex-Manager Thomas Sattelberger im SZ-Interview)

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»Mein Sohn, der hier geboren ist, hatte neulich Ärger auf dem Schulhof. Da hieß es jetzt plötzlich ›Du Flüchtling!‹ als Beleidigung.« (Exnationalspieler Gerald Asamoah im Spiegel)

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»Die Politik hat die Entscheidung getroffen, Deutschland zu fluten. (…) Die Asylanten fliehen ja nicht mehr, sondern kommen aus Flüchtlingslagern, wo sie zunächst einmal in Sicherheit waren. Wenn sie zu uns kommen, sind sie genau genommen Einwanderer, die in Korridoren durch die freien Länder Europas nach Deutschland geleitet worden sind.« (Schriftsteller und Philosoph Rüdiger Safranski in der WamS)

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Haben Sie Angst vor Fremdenfeindlichkeit? Fremdenhass? – »Gegen die Mörder im Irak ist Pegida nur ein Witz, etwas für Mädchen. Ich würde gern wissen: Haben diese Deutschen im Osten auch so eine große Klappe, wenn ein Schwert an ihrem Hals liegt?« (»Mustafa«, Elektroinstallateur aus dem Irak, seit zwei Monaten in Heidenau lebend, befragt im Spiegel)

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Danach befragt, wie es die Beckers hielten mit Sex vor wichtigen Spielen, antwortet Lilly: »Je mehr, desto besser! Wir wollen schließlich auch ein Baby. Außerdem geht’s darum, Stress abzubauen – ich kenne meinen Mann.« Danke für die Infos, Frau Becker. Aber welche wichtigen Spiele hat Ihr Boris eigentlich noch? (»Herzblatt-Geschichten« von Jörg Thomann in der FAS) (gw) * (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

 

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