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Sonntag, 18. Oktober, 6.45 Uhr

Eine Viertelstunde zu spät wäre ich, wenn “6 Uhr 30″ offizielle Anstoß-Zeit für den/das Sonntagfrühmorgenblog wäre. Aber außer mir interessiert es niemanden, wann ich anfange, und mich sollte es am allerwenigsten interessieren. Dennoch fühle ich in mir den Drang, mich für eine Viertelstunde Verspätung zu entschludigen … ha! Schönes Wort! Kommt mir sehr freudsch vor, ich alter Schluderer hätte realen Grund, mich immer wieder zu entschludigen … entschuldigen. Gibt es Zwanghafteres? Bei mir nicht. Glaube ich.

Im Blog darf ich schludern, für die Kolumne nachher muss ich mich am Riemen reißen (auch so ein komischer Ausdruck; bei Gelegenheit muss ich mal nachschauen, woher er kommt). Über den “Skandal” will ich schreiben, über ihn, das “Stellholz” an sich und den aktuellen “skandalon”. Da ich in den letzten zehn, fünfzehn Jahren über den jetzt groß “rausgekommenen” Skandal immer wieder geschrieben habe, kommt mir so viel in den Sinn, dass es die “Montagsthemen” sprengen bzw. unlesbar machen würde, wenn ich das nicht prägnant in den Griff bekomme. Daher liste ich jetzt mal auf, was da alles gesichtet, geordnet und auf die Reihe gebracht werden muss. In Stichworten, für Sie, aber vor allem für mich, als erster Wegweiser durch diue zu schreibende Kolumne:

Skandal, Stellholz, Skandalon, Gebrüder Grimm.

Fax von Titanic an Dempsey, den ich damals schon als “Vater des Sommermärchens” bezeichnet habe.

Noch mal Titanic: Der Fake mit der Kuckucksuhren-Bestechung und die gerechte Empörung der FIFA (Kuckucksuhren! Geht’s noch!?”)

Bestechungs-Fake der Sunday Times

Mein alter Kernsatz: Glaubt eigentlich irgendjemand, dass …

Immer wieder Dreyfus. Dazu Blatter, sein Neffe, Platini, sein Sohn. Und Netzer. Und Zwanziger, der Saubermann und Sonntagsredner.

Piech, Blatter, Zwanziger … die Rache der Patriarchen?

Bestechung = Klientelismus / Klientelismus kein griechisches Alleinstellungsmerkmal; bei uns: beim Marsch durch und in die Institutionen sind fast ebenso viele Stellen, Pfründe und Beschaffungsmaßnahmen “kreiert” worden wie in Griechenland nach Wahlen. Wie viele Gender-Professuren, wie viele Beauftragte für Dinge, die vorher nicht mal Dinge waren,  wie viele Untere und Obere Behörden für X und Y gibt es in Deutschland?  (ich glaube, das traue ich mich nicht in der Kolumne; könnte Menschen in meinem Bekanntenkreis verärgern)

Skandale gibt es wie Sand am Meer. Besser: Wie unter den Teppich gekehrte Flusen (wie heißt das Wort dafür? Staubmöpse? Nee, ich hab’s: Wollmäuse). Zufall, Willkür und/oder “Zinker”, die die eine oder andere Wollmaus hervorkehren – ab in die Falle, Skandalon, Fallholz, aus die Maus.

In meinen Kolumnen kamen schon alle Spiegel-Fakten vor, mit Ausnahme der schwarzen Kasse. Ich hatte kein Insiderwissen, habe nicht investigativ recherchiert, denn alles lag für alle offen wie ein Buch.  Man musste es nur lesen (wollen).

Adidas und VW. Deutsche Wertarbeit.

Alles außer der schwarzen Kasse gehört zu fragwürdigen, manchmal unappetitlichen Maßnahmen zur “Pflege der Landschaft”, die in einem Graubereich ablaufen und selten strafbar sind (Bayern-Spiele in exotischen Ländern, Rüstungsexporte-Bewilligungen, Beschaffungsmaßnahmen für Verwandte von Abstimm-Potentaten usw.)

Zum alten Kernsatz die IAAF und Coe anhängen.

Ganz schon viel (Stell)Holz. Außerdem sollte noch ein bisschen Normal-Bundesliga rein, vielleicht Lewandowskis Größe auch ohne Tore und natürlich die Eintracht. Vielleicht Veh und der ehemalige US-Präsidentschaftskandidat, eloquent und gewinnend, den die lapidare Frage “where’s the beef” erledigt hat.

Packen wir’s an. Aber erst KKKK. Wo bleibt sie nur? Da ist sie.

Das vierte K? Kaffee, Kuchen, Knicks und … nur kein’ Neid!

 

 

Baumhausbeichte - Novelle