Archiv für September 2015

Montag, 21.September, 18.50 Uhr

Nachtrag zur „Wir helfen“-Aktion in der Fußball-Bundesliga: Dass „Bild“ der „treueste Freund Israels“ ist (siehe „Montagsthemen“), hat mir ein Leser als „Lob für Bild“ übel genommen.  Seine Einschränkung: Vielleicht übersehe er, dass ich mein Lob als ein ironisches verstehe. Ist aber weder Lob noch Ironie, sondern nur eine Feststellung. Ob ich sie gut oder schlecht finde? Kein Kommentar. Zu viele Fallstricke.

Veröffentlicht von gw am 21. September 2015 .
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Sonntag, 20. September, 10.15 Uhr

Ging wieder fix mit den Montagsthemen. Kurz nach zehn und schon fertig. Liegt auch daran, dass ich den Frühmorgensblog, der ein das Blog ist, als ergiebigen Stein(es)bruch benutzt habe. Zeit genug also, um Material für die heikle „Nach-Lese“  in den Frühmittagsblog zu bringen, den ich dann wiederum später als Stein(es)bruch für die Flüchtlings-Nach-Lese ausbeuten kann. Ich notiere jetzt also nur Stichworte und Zitate, unsortiert und unpoliert. Manches wird im Bruch bleiben, manches benutzt und geordnet in der Kolumne auftauchen. Was und wie, das weiß ich noch nicht, nur ein kleines rotes Fädchen glüht schon.

 

Beginn (nach Moen) eventuell: Was sagen Leute dazu, die berufsmäßig eher für Jux, Dollerei und Quatsch zuständig sind?

 

Sie könnten nach Heidenau fahren und sich als Künstler gegen den rechten Mob stellen.  „Das könnte ich nicht. Da würde ich mich als Künstler selbst kastrieren. Das ist Sache der Politik. (…) Wenn man als Künstler denen die Arbeit abnimmt, finde ich das nicht richtig .“ (Helge Schneider im SZ-Interview)

 

Till Schweiger findet das offenbar richtig (in der Rolle des Hoeneß vor dem Fall?)

 

„Aber mir vorsätzlich eine Gitarre umhängen und dahin zu fahren, wo so Knallköppe sind und denen was vorzuspielen, das finde ich ein bisschen blöd. Es ist, wie wenn man etwas für jemand anderen macht und sich dadurch selbst besser fühlt.“ (Helge Schneider)

 

Thema Flüchtlinge: „Ich will überhaupt nichts dazu sagen, weil ich eigentlich nicht weiß, was man sagen soll.“ (Helge Schneider)

 

Deutschland  zwischen Flüchtlingsromantik und Flüchtlingsfeindlichkeit. Dazwischen nur ein schmaler Grat für Vernunft, von dem man schnell runter und auf die falsche Seite gekippt wird. Allerdings wird der Grat langsam breiter, denn die Flüchtlingsromantiker beginnen zu ahnen, welche Konsequenzen auf sie zukämen und zukommen.

 

Beispiel „Zeit“, die wie viele andere von hemmungsloser deutscher Vonsichselbstberauschtheit langsam aufwacht und (17. September) mit den Schlagzeilen aufmacht: „Merkel und die Flüchtlinge. Weiß sie, was sie tut? Ein Ansturm, der kaum noch zu bewältigen ist. Manche Syrer, die gar keine Syrer sind. Und Bürger, deren Ängste wachsen. Doch die Kanzlerin bleibt unbeirrt. Warum?“

 

Unbeirrt? Na ja, Erst Grenze auf, alle rein, dann Grenze zu – die Welt wundert sich wieder einmal über deutsche Extrem-Exzesse.

 

Spiegel noch nicht umgeschwenkt: „Mutter Angela“ als Titelbild und im Blatt u.a. eine „Liebeserklärung an alle Gutmenschen, die Flüchtlingen helfen und nebenbei ein neues Deutschland aufführen.“ Eine Aufführung, die um uns herum alle höchst irritiert.

 

Wieder die Zeit: „Irrlicht Deutschland. Können unsere Nachbarn uns endlich verraten, wer wir sind?“ Ein guter Ansatz, denn nosce te ipsum klappt selten, meist verrät der Spiegel mehr, der einem vorgehalten wird.

 

Weiter im Irrlicht-Text: „Es gibt Stimmen, namentlich in England, die den Deutschen von heute einen besinnungslosen Gutmenschen nennen, den man ebenso sehr um sein reines Herz beneiden dürfe, wie man ihn wegen seiner Naivität fürchten müsse. Und in dortigen Kommentarspalten geht die Angst um vor Deutschland, dem Mad Man of Europe, der Europa schon wieder zugrunde richten will, wenn auch mit umgekehrten Mitteln, nämlich mit entfesselter Barmherzigkeit.“

 

Schlusssatz und/oder Überschrift vielleicht (mit Helge-Zitat): Ratlos in Moen.

 

In der Debatte über Flüchtlinge und Fremdenhass scheint plötzlich jeder Prominente eine Haltung haben zu wollen. Ist das gut? – „Ich bin da sehr zwiegespalten. Es gibt immer wieder Leute, die das für ihr eigenes Ego instrumentalisieren.“ (Olli Schulz, Sänger und im Duo mit Jan Böhmermann Talk-Moderator, im FAS-Interview)

 

Auch Sie singen häufig und gar nicht schlecht. Wären Sie gern Musiker, so wie Olli Schulz? – „Nein, absolut nicht. (…) Ich finde, man sollte seinen Platz kennen, und ich bin eigentlich im engsten Sinne ein Fernsehfuzzi. Wenn ich nur einen Hut aufsetzte und so Jan-Josef-Liefers- oder Reinhold-Beckmann-mäßig irgendwie die Emotionen aus meiner Akustikgitarre rausholte, würde ich mich vor mir selbst ekeln.“ (Böhmermann im selben Interview / welch ein garstig-genialer  Seitenhieb!)

 

„Sie reden von unseren falschen Asylbewerbern? Ihr müsstet denen nur weniger Geld anbieten. Achtköpfige Familien erhalten in Deutschland an die 900 Euro Taschengeld, das entspricht fast dem Dreifachen des serbischen Durchschnittsgehalts. Dazu gibt es Essen umsonst und keinerlei Ausgaben. Diese Leute wollen weder hier bei uns noch in Deutschland arbeiten, dafür werden sie von euch mit viel Geld belohnt, irgendwann nach Serbien zurückgeschickt – und sechs Monate später probieren sie es wieder.“ (Aleksandar Vucic, serbischer Ministerpräsident, im Spiegel-Interview)

 

Dass Merkel Frankreich überrumpelte wie einst Hitlers Armeen, ist das latente Leitmotiv der Wahrnehmung. Auch ungeschminkt wird es formuliert: „Wer stoppt diesen Wahnsinn?“, entsetzt sich Yvan Roufiol im ‚Figaro‘ unter dem Titel „Das reuige Deutschland  wird zur Gefahr für Europa“. Es hat seine Juden vergast und holt sich Araber zurück, könnte man Devedjian paraphrasieren.“ (FAZ / Patrick D. ist ein konservativer französischer Politiker, der getwittert hatte: „Die Deutschen haben uns unsere Juden genommen, jetzt geben sie uns Araber zurück“)

 

„Sie können in Deutschland nur noch in einer verordneten Sprache sprechen, wenn Sie sich nicht selbst vom Gespräch ausschließen wollen.“ (der Historiker Jörg Baberowski in der FAS)

 

Martenstein-Kolumne. Zusammengefasst: Ein Freund wechselt seinen deutschen Friseur, der in seinem kleinen Salon wg. des Mindestlohns von 10 auf 15 Euro erhöht hat. Geht jetzt zu einem Syrer, der alleine arbeitet und 10 Euro nimmt. Martenstein lässt den Freund sagen: „Die Flüchtlinge sind nur eine Bedrohung für die kleinen Leute, die keine so tolle Ausbildung haben. Da findet ein Konkurrenzkampf zwischen zwei Gruppen statt, die beide, auf unterschiedliche Weise, die Arschkarte gezogen haben. Die Artikel und die Fernsehsendungen werden allerdings ausschließlich von Leuten gemacht, für die es vorerst keinerlei Bedrohung ihres Lebensstandards durch die Flüchtlinge gibt. (…) Kein Wunder, dass solche Leute einen Hass auf die Medien haben.“

Martenstein-Schlusssatz: „Es ist einfacher, ein guter Mensch zu sein, wenn man dabei nichts zu verlieren hat.“

 

So. Material genug. Viel zu viel natürlich. Dazu die Moen-Geschichte. Möglichkeit: Collage aus Moen und unkommentierten Zitaten? Wäre eine echte Nach-Lese im Sinne des Erfinders. Von mir also. Oder ein „gw“-Text aus einem Guss, mit eigener Conclusio und nur wenigen Zitaten? Wäre evtll. zu heikel und zu schwierig. Mal sehen.

 

 

 

Veröffentlicht von gw am 20. September 2015 .
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Sonntag, 20. September, 6.30 Uhr

Top-Meldung der Nacht bei Bild online: Hoppla! Klopp schläft im Bayern-Hotel! Im Text dann: Reiner Zufall, die Bayern nächtigten dort wegen Darmstadt, Klopp wegen eines IAA-Termins. Typisch Bild also. Typisch Bild auch die plakative Flüchtlings-Werbeaktion. Typisch aber auch die Gegenreaktionen. Zwar verständlich, dass Klubs wie Freiburg oder St. Pauli nicht mitmachen. Ich hätte auch nicht mitgemacht, da mir derartige Aktionen (wie auch die Anti-Rassismus-Clips vor Champions-League-Spielen) suspekt sind und an der Sache vorbei gehen – Wie „Rock gegen Rechts“ und andere Gesinnungs-Aktionen helfen sie nicht denen, denen sie gelten, sondern dem guten Gewissen jener, die an ihnen teilnehmen. Aber ein Reflex gegen Bild ist sicher ungerecht: Das sei die  Aktion einer Zeitung, die dumpfe Rechte bisher immer mit ihrer Berichterstattung unterstützt und mit groß gemacht habe. Der Vorwurf ist eindeutig falsch und beweist nur, dass „Bild“ ein Popanz seiner Kritiker ist, die ihr Vorurteil genießen und pflegen, ohne das Blatt zu lesen. Da Bild zu meiner Pflichtlektüre zählt (wie taz, Spiegel, Zeit, Sport-Bild, Kicker, chrismon, SZ, FAZ, Welt, FR … mehr fällt mir gerade nicht ein) weiß ich, dass Bild, so impertinent das Blatt oft skandalisiert und manipuliert, durchweg antineonazistisch eingestellt ist, jeden echten oder auch nur scheinbaren Antisemitismus geißelt und treuester Freund des Staates Israel ist. Davon kann sich jeder überzeugen, der Bild liest – aber Bild liest „man“ nicht, man hat das Blatt nur zu verachten. Warum Bild so stramm antinazistisch und proisraelisch ist, kann ich nur vermuten: Die oberste Chefin lässt den täglichen Boulevard-Kram laufen, ist aber in Sachen Israel unerbittliche Nachlassverwalterin ihres verstorbenen Mannes.

Ins Unreine geholpert. Da gehe ich nachher noch mal ran, denn ich glaube, das wird ein Montagsthema. Im Gegensatz zum Flüchtlingsthema. Das umtreibt mich, wie jeden, und ich denke immer noch daran, meinen „Nach-Lese“-Text nächsten Samstag im Feuilleton darüber zu schreiben. Ausgehend vom kürzlichen Blog-Eintrag. Sehr kitzlig, sehr heikel.

Eher montagsthemengeeignet: Japans Sensationssieg im Rugby. Dazu meine Erinnerungen an alte Heidelberger Zeiten, als die Rugby-Bundesliga aus fünf Heidelberger und fünf Teams aus der Gegend um Hannover bestand. Unvergesslich die Triumphzüge durch die Stadt, wenn ein Heidelberger Klub Meister wurde, zum Beispiel aus dem Stadtteil, in dem ich wohnte: „Hendese“ (Handschuhsheim). Oder Wirt Kuno vom Weißen Stein in der Altstadt, ein alter Rugby-Kämpe, mit seinen legendären Erzählungen („wie ich im Hämde Park die Quetsch genomme hab …).

Szene aus dem Frankfurt-Spiel: Pass von außen in die Mitte, ins Gewimmel, Meier hält den Fuß hin, perfekte Direkt-Annahme, perfekter trockener Schuss mit der Innenseite, aber Droby hält ebenso perfekt. Typische Meier-Szene. Wäre der Ball drin gewesen und hätte die Eintracht dadurch gewonnen, der Hype um Alex Fußballgott würde ins Irrsinnige steigen. Vermutung: Meier ist ganz froh, dass es nicht so gekommen ist. Aber wie nahe beim Fußball  Verklärung und „Na ja“ liegen! Weil Drobny großartig hält, ist Meier an diesem Tag nicht Held, sondern Durchschnitt – und Drobny gilt plötzlich wieder als ernsthafter Rivale von Adler. Aber extrem wechselnde Stimmung ist ja nicht unbedingt ein Alleinstellungsmerkmal des Fußballs.

Kaffee, Knicks, Kuchen.

Veröffentlicht von gw am 20. September 2015 .
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Mittwoch, 16. September, 10.20 Uhr

Regen, Regen, Regen. Stubenarrest. Die KKK-Liebste hat versehentlich meinen Autoschlüssel mitgenommen, zu Fuß oder zu Rad gehe ich bei diesem Wetter nicht vor die Tür. Mache ich halt Hausarbeit. Wie auch sonst immer (aua! Wer haut mir da an den Hinterkopf?! Das tut doch weh!).

Nenne ich es halt Homeworking. Zwei Mails (von Dirk Loburg und Volkhard Habusta) in die Box gestellt, mit Anmerkungen (zu Schröder und Tattoos). Arno Baumgärtel schickt einen Link zum 25jährigen „Ziegenproblem“-Jubiläum. Da werde ich noch mal in der Zeitungskolumne drauf zurückkommen. Thomas Eckstein, Nachbar und Weinkenner, klärt mich über den „Geruch nach verbranntem Gummi“ bei einem Lidl-Wein auf, den ich aus dem „Hohlspiegel“ in „Ohne weitere Worte“ übernommen hatte: Da habe sich niemand einen Scherz erlaubt, wie der „Spiegel“-Kollege und ich vermutet haben, sondern „Geruch nach verbranntem Gummi“ komme auch auf dem Aromarad vor. Davon hatte ich noch nie gehört, guckte im Internet nach und erfuhr … gucken Sie doch selbst mal nach. Interessant, welch fremde Welten ich im reifen … reif? … fortgeschrittenen Alter noch kennenlerne. Als Appetithäppchen nur dieser Text aus dem Netz:

 

Böcksern sind nichts anderes als die Antwort der Hefe auf eine ungenügende Nährstoffversorgung. Böckser im Jungwein sind überwiegend auf Schwefelwasserstoff zurückzuführen, der nach faulen Eiern riecht. Im Verlauf der Lagerung reagiert dieser weiter zu anderen flüchtigen, schwefelhaltigen Verbindungen, die an so diverse Gerüche wie verbrannten Gummi, frischen Gummi, angebrannte Zwiebeln, geräucherten Schinken, Knoblauch, Achselschweiß, Rosenkohl usw. erinnern können. Böckser durchlaufen also eine chemische Alterung, mit deren Fortschreiten ihr Geruchsbild komplexer und ihre Beseitigung immer schwieriger wird, bis sie schließlich abgehockt sind.
Es soll sogar Wein-Liebhaber von Verbranntem-Gummi-Geruch geben. Aber wie ist das mit dem Achselschweiß?
So, nächste Aufgabe fürs Homeworking: die neue „Wer bin ich?“-Runde. Gestern ins Unreine geschrieben, heute mache ich die Endkontrolle und passe den Text ins Layout ein. Geht schnell, wird in Kürze online auftauchen. Auf die WBI-Idee kam ich, als ich in Dänemark ein Buch las, das mir der Bub geschenkt hat, und über das ich am liebsten sofort losschreiben würde, so sehr zieht es einen in seinen Bann. Einen wie mich und sicher auch Sie. Aber das muss ich mir für die Auflösung aufheben.

 

Veröffentlicht von gw am 16. September 2015 .
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Sonntag, 13. September, 6.30 Uhr

P1400929

Insel Moen.  Wer „Kruso“ gelesen hat, der weiß: Hier, bei den Kreidefelsen, wurden die Leichen von gescheiterten DDR-Flüchtlingen angeschwemmt. Nur wenige Kilometer weiter, auf der Insel Falster, liegt Gedser, der südlichste Punkt Dänemarks. Gedser war das Ziel wagemutiger Paddler aus der DDR. Heute ist Gedser ein ruhiger Fährhafenort. Auch wer den Radfernweg Berlin – Kopenhagen fährt, kommt hier an, denn er führt über die Fähre Rostock – Gedser nach Dänemark.

Alle zwei Stunden kommt hier eine Fähre an. Davor und danach liegt Gedser still und scheinbar verlassen da.

Heimreise steht bevor. Im deutschen Videotext lese ich, dass die Flüchtlingskatastrophe Dänemark erreicht hat. Züge zwischen Deutschland und Dänemark fahren nicht mehr.  Auf der Autobahn wandern die Flüchtlinge nach Norden, sie ist bei Padborg kurz hinter der Grenze in beiden Richtungen gesperrt. Liegt diesmal nicht auf dem Heimweg, da wir nicht an der Nord-, sondern an der Ostsee sind. Aber der Videotext verrät auch, dass auf der Fährstrecke Puttgarden – Rödby Chaos herrscht. Unsere Strecke. Tags darauf: Fährbusiness as usual. Keine Flüchtlinge. Nur eine Gruppe gleichgroßer, gleichaltriger Dänen, schätze: eine Handballmannschaft, die mit uns auf das Schiff warten und Kaffee trinken. Viel Kaffee. Zur Geschmacksverbesserung kreist die Schnapsflasche. Morgens um neun. Später, auf der Fähre, fordert das Kreisen und die Fortsetzung an Bord erste Opfer.

Zuvor, am Kiosk, auf den Titelseiten der dänischen Zeitungen nichts gesehen vom Flüchtlingsdrama.

Viel gelesen auf Falster. Auch mitgenommene Zeitungsartikel, die noch ungelesen waren. Zum Beispiel ein Lagebericht in der Frankfurter Rundschau. Vom 27. August. Thema: „Auf der griechischen Insel Kos prallen Welten aufeinander: Flüchtlinge hausen wie Obdachlose, Touristen genießen Sonne und Strand. Urlaub und Elend, hier gibt es beides.“ Auch den Schlusssatz notiere ich: „Dann sagt sie etwas Merkwürdiges, etwas, das wahrscheinlich erklärt, warum die Menschen von Kos so friedlich, so entspannt bis desinteressiert auf die Flüchtlinge blicken, die jeden Tag übers Meer kommen und dann weiterziehen: „Hier fängt es an“, sagt die Mini-Market-Kassiererin, „hier bei uns. Und bei euch in Germania endet es.“

Tja. Mein „Ungetwittert“, am 6. Juni hier im Blog: :Wir leben in zwei Zeitaltern gleichzeitig, dem der Völkerwanderung und dem der Dekadenz. Das eine wird das andere beenden.

Nach seinem Tod wurde ein Satz von Egon Bahr wieder aufgegriffen. Verstand ohne Herz sei unmenschlich, Herz ohne Verstand sei dumm.

Heute Nacht sind wieder 13000 Flüchtlinge in München angekommen. Die Balkanroute sei voll wie nie. Voller Geister, die wir riefen.

 

Die sonntagmorgendlichen Notizen kommen wohl kaum für die „Montagsthemen“ in Frage. Oder doch? Oder für die „Nach-Lese“ im Feuilleton am 26. September?

Auf dem Zettel: Schröder, „Magic“ Johnson (geniale Pässe; nicht nur längenmäßig einen Kopf größer), „Swish“, 5 Spiele in 6 Tagen, und dazu der schon in Dänemark notierte Satz: Der große Nowitzki stellt sein Ego in den Dienst der Mannschaft, Schröder stellt die Mannschaft in den Dienst seines großen Egos. Gefällt mir immer noch, kommt in die „Montagsthemen“. Außerdem gestichwortet: Altweibersommer / Unterschied Vettel – Rosberg (Baby) / Niedriger Puls / Hulk Hogan und sein uralter „Neger“ / Gemeinsamkeit Mayweather – Lewis / Bayern-Elfer und meine Video-Hilfe / der Niedergang von Abercrombie & Fitch (nachschauen, was ich damals notiert hatte)

Müsste eigentlich reichen. Jetzt, nach kurzer Pause und ab sofort wieder regelmäßig: SZ, FAS + KKK. Danach „Montagsthemen. Bis dann.

 

Veröffentlicht von gw am 13. September 2015 .
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