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Ohne weitere Worte (vom 29. September)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Kaiserslauterns Reaktion auf Lewandowski: Konrad Fünfstück (neuer Trainer ab 23. 09. 2015) (»Quicklist« des Fußball-Magazins 11Freunde)
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Jürgen Klopp (…) hat das in Dortmund besser und anständiger geregelt. Er hat eine Katastrophen-Saison erst noch gerettet und zu einem (halbwegs) guten Ende geführt. Und dann ist er erhobenen Hauptes gegangen. Favre kann das leider nicht. (Sport-Bild-Chefredakteur Alfred Draxler in seinem Editorial)
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Jose Mourinho (…) hat (…) bereitwillig erklärt, welche Aufgaben alle zu erledigen haben, die auf der Ersatzbank sitzen – bei jeder halbwegs strittigen Entscheidung nämlich klarzumachen, dass sie falsch war. Dahinter steckt die Logik, dass ein steter Tropfen noch jeden Stein gehöhlt hat. (Peter Penders in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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Präsident Wilhelm Neudecker nannte ihn »den kloanen Furz«. (…) Cramer war berühmt für seine Fachkenntnis. Er beherrschte die lateinischen Bezeichnungen aller Oberschenkelmuskeln und sagte Sätze wie »Fußball ist ein Spiel aus Raum und Zeit«. (aus dem Spiegel-Nachruf auf den Ex-Bayerntrainer)
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Wie hält man den Fuß richtig beim Schuss? – »(…) Wenn ich meinen Fuß durchschwinge, schwinge ich richtig durch, ich stoppe nicht die Bewegung. Und das linke Bein, das Standbein, bleibt gerade, durchgestreckt.« – Viele winkeln es ab, das ist auf vielen Fotos zu sehen. – »Ja. Aber mit durchgedrücktem Standbein bewegt sich der Körper viel weniger, wenn der Schuss ausgeführt wird. Dadurch wird die Präzision der Bewegung höher und die Wahrscheinlichkeit, den Ball genau dort zu treffen, wo man ihn treffen will.« (Hakan Calhanoglu im FAZ-Interview über seine Freistoß-Technik)
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Alles versprechen, nichts halten und dann nur 0,8 Prozentpunkte verlieren – Chapeau, Kyrios (OWW-Anm.: griech. »Herr«) Tsipras! (…) Abgesehen von einigen kleineren Umstellungen setzt er also auf dieselbe Mannschaft, die alle Auswärtsspiele in Europa verloren hat, dafür aber sehr heimstark ist. (Michael Martens in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Haben Sie (…) einen Tick? – »Wenn ich auf den Platz gehe, kicke ich immer mein Kaugummi ins Tor und sage mir, das ist das Einzige, was heute hier reinfliegt.« (BVB-Torhüter Roman Bürki im Sport-Bild-Interview)
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Ein Philosoph vor dem Herrn ist bekanntlich auch Franz Josef Wagner, der in Bild den VW-Skandal beklagt: »Ein Auto darf nicht schummeln. Jede Schraube muss ehrlich sein«, schreibt er. »Mein Auto ist mein Freund. Manche sagen, dass der Hund der beste Freund des Menschen ist. Für mich ist es mein Auto. Mein Auto darf nicht lügen.« Als echter Freund wäre Wagners Auto dann in der Pflicht, ihm ungelogen zu sagen, dass bei ihm eine ehrliche Schraube locker ist. (aus der FAS-Kolumne »Herzblatt-Geschichten« von Jörg Thomann)
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Gut, dass Sie Ihren Namen nie geändert haben. – »Darüber bin ich mittlerweile sehr froh. Weil mir das wirklich von allen Leuten empfohlen wurde: Ändere sofort deinen Namen! So wirst du nie Erfolg haben! Jetzt lese ich auf Filmplakaten: Karoline Herfurth, Matthias Schweighöfer. Elyas M’Barek. Und denke mir: Cool. Wenn ich 13 wäre und einen komplizierten ausländischen Namen hätte, würde mir das Mut machen.« (Elyas M’Barek im FAS-Interview)
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Die Beleidigten sind ja, wenn sie erst mal in Fahrt sind, selber relativ beleidigungsfreudig. Um mal wieder den großen Harry Rowohlt zu zitieren: »Die Unsensiblen sind meist die Empfindlichsten.« (Harald Martenstein in seiner Kolumne im Zeit-Magazin) (gw)
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(www.anstoss-gw.de  gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle