Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Ohne weitere Worte (vom 22. September)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

*****

Der eine ist Weltmeister in vier Gewichtsklassen und galt lange als bester Boxer der Welt. Der andere, ebenfalls Kampfsportler, hat es aus einfachen Verhältnissen nach ganz oben geschafft und gilt heute als quasi unschlagbar. (Julian Hans in der Süddeutschen Zeitung *)

*

»Klicks im Internet (…) sind nicht meine Welt. (…) Mich interessiert nur die Ball-Annahme. (…) Wer den Ball nicht in höchstem Tempo beherrscht, wird nie ganz oben ankommen. Da helfen auch keine Freunde bei Twitter oder Facebook.« (Rudi Völler im Sport-Bild-Interview)

*

»Interessant wird es, wenn von den Spielern, die jetzt nach England gewechselt sind, mal einige aussortiert werden. Wer soll sich die denn leisten? Die Klubs müssen die (…) Spieler dann schon subventionieren, wenn sie sie loswerden wollen.« (Armin Veh im Welt-Interview)

*

Vielleicht sollte es Wolfsburg einfach mal mit Lionel Messi versuchen. Und wenn man dann dafür nicht gleich eine Milliarde auf den Tisch legen müsste, wäre es schon mal einen Versuch wert, ob es das ungekrönte Haupt des Weltfußballs ganz alleine schafft, woran nun die europäische Königsklasse in der Autostadt nach sechs Jahren grandios gescheitert ist: ein Fußballstadion in der Provinz zu füllen. (Michael Horeni in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)

*

Was hat »Kaminski« denn gekostet? – »Neun Millionen Euro.« – Dafür bekommt man gerade einen kleinen Zeh von Cristiano Ronaldo. – »Aber vielleicht bald Xabi Alonso. Und der ist weiter sehr gut. Das sage ich, obwohl ich kein Bayern-Anhänger bin, sondern einer von Borussia Dortmund« (»Good Bye, Lenin!«-Regisseur Wolfgang Becker im Welt-Interview über seinen neuen Film)

*

»Thomas Müller wäre der Star gewesen, wenn er Fairplay gespielt und rübergeschossen hätte. Aber das kann man, glaub ich, nicht erwarten.« (»Worte des Tages« von Augsburgs Callsen-Bracker in der FAZ)

*

Was tut nun Thomas Müller? (…)  Er läuft an und verwandelt den Elfmeter. Aber die Chance, den Profifußball zu verwandeln, und sei es nur für einen Augenblick, die hat er vertan. (Peter Kümmel in der Zeit)

*

»Dirk hat sich nie so verhalten. Aber Erscheinungen wie Dirk treten eben einmal alle 200 Jahre auf. (…) Wenn ich Schröder wäre, würde ich alle Berater um deutlich mehr Abstand zu mir bitten und Dirk fragen, ob ich von ihm lernen darf.« (Marko Pesic, Basketball-Sportchef von Bayern München, im SZ-Interview)

*

Die Einschaltquoten der Basketball-EM waren miserabel. Kein Wunder, es ist ein unansehnliches Spiel, mit umgekehrt wachstumsgestörten jungen Männern, die mit quietschenden Schuhsohlen und zu kurzen langen Hosen auf einem viel zu kleinen Spielfeld herumrennen, um einen Ball in einen Korb zu werfen. (»Zippert zappt« in der Welt)

*

»Ich werde (…) oft auf eine (…) Rolle angesprochen, die des Direktors Haffenloher aus ›Kir Royal‹. (…) »›Isch scheiß dich so wat von zu mit meinem Geld, dass de keine ruhige Minute mehr hast.‹ (…) Ich habe mir (…) tatsächlich manchmal lebende Vorbilder genommen. (…) Den gab es unter anderem Namen wirklich. (…) Ich erinnere mich genau, dass er beim Filmball in München zu mir kam und sagte. ›Herr Adorf, die Nastassja Kinski, dat is ja ein dollet Wejb. Können Se misch der mal vorstellen?‹ Da dachte ich: Das ist genau der Ton, den ich für diese Rolle übernehme.« (Mario Adorf im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)

*

Echt wahr, dass Cem Özdemir von den Grünen dir mal einen Liebesbrief geschrieben hat? – »Nein. Aber der andere Vogel von den Grünen schreibt mir immer auf Twitter.« (Elyas M’Barek in Moritz von Uslars Interview-Serie »99 Fragen« im Zeit-Magazin)

*

99: Stimmt die schlimme Geschichte, dass deine Freunde dich nicht mehr mit auf die Wiesn nehmen, weil sie mit dir am Tisch nicht in Ruhe ihr Bier trinken können? – »Die Geschichte stimmt leider. Aber Oliver Berben besorgt mir jetzt immer Tische im Käfer-Zelt. Seitdem wollen wieder alle mit.« (M’Barek/Uslar/Zeit-Magazin)

*

»Ich habe noch nie gerne nach außen kommuniziert, was ich innen fühle.« (Bastian Schweinsteiger im Zeit-Interview)

*) Keine neue »Wer bin ich?«-Aufgabe, sondern einem SZ-Artikel über Prominente entnommen, die die russische Staatsbürgerschaft angenommen haben. Hier geht es um Roy Jones jr. und Wladimir Putin. (gw) * (www.anstoss-gw.de  gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle