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Mittwoch, 16. September, 10.20 Uhr

Regen, Regen, Regen. Stubenarrest. Die KKK-Liebste hat versehentlich meinen Autoschlüssel mitgenommen, zu Fuß oder zu Rad gehe ich bei diesem Wetter nicht vor die Tür. Mache ich halt Hausarbeit. Wie auch sonst immer (aua! Wer haut mir da an den Hinterkopf?! Das tut doch weh!).

Nenne ich es halt Homeworking. Zwei Mails (von Dirk Loburg und Volkhard Habusta) in die Box gestellt, mit Anmerkungen (zu Schröder und Tattoos). Arno Baumgärtel schickt einen Link zum 25jährigen “Ziegenproblem”-Jubiläum. Da werde ich noch mal in der Zeitungskolumne drauf zurückkommen. Thomas Eckstein, Nachbar und Weinkenner, klärt mich über den “Geruch nach verbranntem Gummi” bei einem Lidl-Wein auf, den ich aus dem “Hohlspiegel” in “Ohne weitere Worte” übernommen hatte: Da habe sich niemand einen Scherz erlaubt, wie der “Spiegel”-Kollege und ich vermutet haben, sondern “Geruch nach verbranntem Gummi” komme auch auf dem Aromarad vor. Davon hatte ich noch nie gehört, guckte im Internet nach und erfuhr … gucken Sie doch selbst mal nach. Interessant, welch fremde Welten ich im reifen … reif? … fortgeschrittenen Alter noch kennenlerne. Als Appetithäppchen nur dieser Text aus dem Netz:

 

Böcksern sind nichts anderes als die Antwort der Hefe auf eine ungenügende Nährstoffversorgung. Böckser im Jungwein sind überwiegend auf Schwefelwasserstoff zurückzuführen, der nach faulen Eiern riecht. Im Verlauf der Lagerung reagiert dieser weiter zu anderen flüchtigen, schwefelhaltigen Verbindungen, die an so diverse Gerüche wie verbrannten Gummi, frischen Gummi, angebrannte Zwiebeln, geräucherten Schinken, Knoblauch, Achselschweiß, Rosenkohl usw. erinnern können. Böckser durchlaufen also eine chemische Alterung, mit deren Fortschreiten ihr Geruchsbild komplexer und ihre Beseitigung immer schwieriger wird, bis sie schließlich abgehockt sind.
Es soll sogar Wein-Liebhaber von Verbranntem-Gummi-Geruch geben. Aber wie ist das mit dem Achselschweiß?
So, nächste Aufgabe fürs Homeworking: die neue “Wer bin ich?”-Runde. Gestern ins Unreine geschrieben, heute mache ich die Endkontrolle und passe den Text ins Layout ein. Geht schnell, wird in Kürze online auftauchen. Auf die WBI-Idee kam ich, als ich in Dänemark ein Buch las, das mir der Bub geschenkt hat, und über das ich am liebsten sofort losschreiben würde, so sehr zieht es einen in seinen Bann. Einen wie mich und sicher auch Sie. Aber das muss ich mir für die Auflösung aufheben.

 

Baumhausbeichte - Novelle