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Ohne weitere Worte (vom 15. September)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Schottlands verblüffend blonder Trainer Gordon Strachan sagte nach dem Spiel, er sei sehr stolz auf seine Spieler. (…) »Es war eine fantastische Vorstellung, wir sind nur einen Bruchteil davon entfernt, perfekt zu spielen.« Was ist bloß in dem Haarfärbemittel enthalten? (Ralf Sotscheck in der taz)
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Tuchel (…) verzichtet komplett auf Kohlenhydrate. (…) Mittlerweile sieht er regelrecht hager aus. Natürlich lebt auch Guardiola Professionalität vor und hadert bei den Bayern deshalb mit einem wie Mario Goetze, der noch immer vergeblich auf der Playstation nach der Taste für den Waschbrettbauch sucht. (Zeit-Autorenkollektiv über »Die Besessenen«)
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»Im Moment kommt eine Schwemme von Trainern auf den Markt, immer der gleiche Typ, der alles anders macht, als ich es machen würde. (…) Das geht schon bei der Ausbildung zum Fußballlehrer beim DFB los. Ich habe es ja erlebt. Je mehr ich die Kandidaten beobachtet habe, die mit Bestnoten abschließen, die dieses typische Kursbestergesicht haben (…), desto mehr sträuben sich mir die Nackenhaare.« (Mehmet Scholl im Spiegel-Interview)
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Nico Rosberg ist, wir gratulieren,  soeben Vater geworden. Name des Töchterchens: Alaïa. Im Baskischen, so Rosberg, bedeute das: die Fröhliche. Im Deutschen hingegen, fürchten wir, bedeutet es: die, deren Namen alle falsch schreiben. (»Herzblatt-Geschichten« von Jörg Thomann in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Er erzählt nun, dass für ihn als öffentliche Figur bestimmte Dinge mittlerweile nicht mehr infrage kommen: an der Isar abhängen, ins Kino, in ein Kaufhaus, aufs Oktoberfest gehen. Too much. Einfach zu viel Irrsinn. Andererseits: Vor kurzem hat Elyas Bastian Schweinsteiger an der Isar getroffen. Der trank ein paar Bier, chillte mit Freunden. »Alter, du hängst hier einfach?«, hat der Filmstar da den Fußballer gefragt. »Na klar«, sagte Schweini, »Normalität ist die beste Camouflage.« (Moritz von Uslar im Zeit-Magazin in seiner Interview-Serie »99 Fragen« mit Elyas M’Barek)
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Wie viele Sit-ups schaffen Sie?– »Da ich nie im Leben Sport getrieben habe, kann ich Ihnen diese Frage nicht beantworten.« (Modedesigner Jean Paul Gaultier im Interview des SZ-Magazins)
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»Ich habe viele Dinge getan, aber diesen Duft herauszubringen ist für mich unglaublich.« (Cristiano Ronaldo bei der Vorstellung des Parfüms »Cristiano Ronaldo Legacy«/gelesen in der Süddeutschen Zeitung)
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Beschreibung eines Rotweins in einem Prospekt der Firma Lidl: »Er ist kräftig und schmeckt nach reifen Pflaumen und herben Gewürzen und hat im Hintergrund einen leichten Ton von verbranntem Gummi.« (aus dem Spiegel-»Hohlspiegel«)
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Als (…) Totilas, ein Pferd, so schön, dass manche Reitsport-Freunde bei Nennung dieses Namens ihr Frühstücksheu vergessen und leise wiehern (…), verabschiedet wurde, fiel mir ein Interview des Trainers Klaus-Martin Rath wieder ein, das (…) mit der Überschrift versehen war: »Wir haben Totilas aus dem Frischspermaeinsatz genommen.« (»Das Beste aus aller Welt« von Axel Hacke im SZ-Magazin)
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»Ich habe natürlich immer einen gewissen Harem. Das meine ich jetzt nicht machomäßig. Ich habe euch verdammte Weiber nun mal richtig gern.« (Sänger Gunter Gabriel im SZ-Interview. Überschrift: »Ich bin doch trotzdem noch ein geiler Typ«)
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(Rath:) »Wir haben aber auch die Möglichkeit, ihn in den Tiefgefrierspermaeinsatz zu geben. Das heißt, wir lassen ihn im Winter auf einer Phantomstute absamen, so dass er den Rest des Jahres nicht parallel zum Sport decken muss.«
Tiefgefrierspermaeinsatz! Absamen! Phantomstute! Wo sind wir? In welche Welt haben wir uns begeben? (Hacke/»Das Beste aus aller Welt«)
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»Für die Öffentlickeit bin ich immer der brutale, der harte … was weiß ich. Stimmt alles nicht. In bin unheimlich sensibel.«
Ach so. (Gabriel/SZ-Reaktion) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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